Fotostrecke

Reiseblogger unterwegs: Achtung, Panne!

Foto: Conni Biesalski / planetbackpack.de

Reiseblogger berichten Mein schlimmstes Urlaubserlebnis

In Reiseblogs bekommen Leser meist euphorische Berichte über spektakuläre Ziele präsentiert. Hier erzählen die Macher einmal von ihren Pannen - von verpassten Flügen und Fettnäpfchen, von Drogenkontrollen und Überfällen.

"Meine peinlichste Reisepanne war eine Flugfehlbuchung vor einigen Jahren. Ich versinke bis heute noch im Erdboden, wenn ich dran denke. Ich wollte einen Flug zu meiner Familie für Weihnachten buchen. Anstatt auf den 23. Dezember buchte ich versehentlich den Abflug auf den 23. November.

Ich habe die Fehlbuchung aber nicht bemerkt, bin selbstverständlich am 23. Dezember zum Flughafen gefahren und habe mich am Schalter wie Rumpelstilzchen aufgeführt, als die meinten, sie hätten mich aber nicht im System.

Notgedrungen habe ich mir vor Ort einen neues Ticket gekauft und dabei immer noch geschimpft, weil ich überzeugt war, dass die Schuld bei der Airline lag. Bevor ich am 27. Dezember wieder zum Flughafen gefahren bin, habe ich dann doch mal in meine Buchungsmail geschaut, die ich nicht ausgedruckt mitgenommen hatte - und endlich festgestellt, dass ich Novemberflüge und nicht Dezemberflüge gebucht hatte.

Marianna Hillmer, weltenbummlermag.de 


Als wir letzten Winter in Krabi im Süden Thailands waren, habe ich in einer typischen Straßenküche gefragt, ob ich das Gericht denn nicht auch mit Schweinefleisch haben könne. Ich glaube, ich habe fünf Minuten lang darauf bestanden, bis ich mich mit Hähnchenfleisch zufriedengegeben habe.

Erst ein paar Stunden später ist mir eingefallen, dass in Krabi größtenteils Muslime leben, die natürlich kein Schwein essen. Im Nachhinein war es mir dann ziemlich peinlich, dass ich in dem Moment nicht verstanden habe, warum ich kein Schweinefleisch bekomme, und auch nicht nachgelassen habe."

Sebastian Canaves, off-the-path.com 


"Obwohl ich das Land liebe und immer wieder empfehle, hatte ich ausgerechnet in Argentinien die negativste Reiseerfahrung, und zwar in der Studentenstadt Córdoba. Nachdem ich mich mit Freunden getroffen hatte, entschied ich mich spät abends, die 500 Meter zum Hostel zu Fuß zu gehen. Dabei wurde ich auf halber Strecke ganz plötzlich ohne Vorwarnung von zwei Leuten angegriffen . Sie schlugen mich zu Boden, traten mir ins Gesicht, dann nahmen sie mir Portemonnaie, Handy und iPod ab und suchten das Weite.

Kurz darauf kamen mir Einheimische zur Hilfe, die die Polizei alarmierten und mich per Taxi ins Krankenhaus fuhren. Da ich kein Geld und keine Dokumente mehr bei mir hatte, war ich auf sie angewiesen. Auch im Krankenhaus begleitete mich einer der Helfer noch in die Notaufnahme, wo ich am Kinn und an der Unterlippe mit jeweils vier Stichen genäht werden musste. Ich hatte auch Teile meiner Zähne verloren.

Blogger Hänisch: Argentinien-Fan trotz blauen Auges

Blogger Hänisch: Argentinien-Fan trotz blauen Auges

Foto: Steve-Hänisch / back-packer.org

Die Hilfsbereitschaft und Fürsorge, die mir danach die Argentinier entgegenbrachten, war sensationell: Jeder versuchte, mir weiterzuhelfen, Ärzte und Unterkünfte wurden für mich organisiert, Hostel-Mitarbeiter besorgten Medikamente und stellten sicher, dass es mir an nichts fehlte. Es mag vielleicht komisch klingen, aber diese Erfahrungen trugen dazu bei, dass ich das Land noch mehr lieben gelernt habe. Jetzt gerade plane ich schon meine nächste Argentinienreise."

Steve Hänisch, back-packer.org 


"Unterwegs ist mir bislang nichts wirklich Schlimmes passiert, doch während meiner letzten Reise nach Kapstadt wäre es beinahe anders gekommen. Damals lief ich mitten am Tage an einer viel befahrenen Straße entlang, als zwei junge Männer zielgerichtet auf mich zukamen. Sie hielten mir ihre großen Messer entgegen und forderten den Inhalt meines Rucksacks - Laptop und Smartphone.

Ich fragte mich, wie ich unbeschadet aus dieser Situation herauskommen sollte, als die ersten Fahrzeuge anhielten. Mehrere Menschen riefen etwas in meine Richtung und lenkten so die Aufmerksamkeit der gesamten Straße auf meine Angreifer. Die ließen sich dadurch verunsichern und suchten das Weite. Glück gehabt!"

Patrick Hundt, 101places.de 


"Peinlich: Ich habe allein dieses Jahr schon zwei Anschlussflüge verpasst - und war beide Male komplett selbst schuld. Planlosigkeit und Träumerei könnte man das wohl nennen. Einmal saß ich direkt am Gate, arbeitete am Laptop und habe einfach nicht mitbekommen, dass das Boarding schon in vollem Gang war. Im zweiten Fall saß ich stundenlang am falschen Gate.

Ich musste deshalb die neuen Flüge zahlen und viele weitere Stunden am Flughafen verbringen, bis der nächste Flieger ging. Vielreisen macht wohl nachlässig und etwas zu entspannt unterwegs."

Manchmal zu entspannt: Reisebloggerin Biesalski

Manchmal zu entspannt: Reisebloggerin Biesalski

Foto: Conni Biesalski / planetbackpack.de

Conni Biesalski, planetbackpack.de 


"Mein schlimmstes Erlebnis war, als ich einmal in Barranquila im Norden von Kolumbien am Flughafen in eine Drogenkontrolle geraten bin. Sie haben mich gleich dreimal rausgefischt und verhört, sodass ich am Ende wirklich Angst hatte, mir könnte jemand Drogen in den Rucksack gepackt haben. Solche Geschichten hört man ja immer wieder - und ich hatte meinen Rucksack nicht mit einem Zahlenschloss gesichert. Ich glaube, ich sah so unverdächtig aus als blondes Mädel, dass es schon wieder verdächtig schien.

Später habe ich einen möglichen Grund gefunden, warum die Kontrollen so streng waren. Ich war auf dem Weg auf die Karibikinsel Curaçao, die ein Umschlagspunkt für den Drogenhandel von Südamerika nach Europa in Städte wie Amsterdam oder Düsseldorf ist. Nach all den Kontrollen saß ich dann endlich als eine der Letzten im Flieger."

Felicia Hargarten, travelicia.de 


"Vor ein paar Jahren bin ich unfreiwillig durchs Westjordanland getrampt. Mein Plan war es eigentlich, vom Toten Meer einen öffentlichen Bus zurück nach Jerusalem zu nehmen. Aber der kam und kam nicht. Und so stand ich bei fast 40 Grad im Schatten am tiefsten Punkt der Erde, die Luft war dick, die Sonne ging unter und zu trinken hatte ich auch nichts mehr.

Nach fast einer Stunde vergeblichen Wartens nahm mich dann endlich jemand mit: zwei zwielichtige Gestalten in einem klapprigen Wagen, die die Uniformierten an der Grenze zu Israel auch noch mit Cola bestachen. Heil angekommen bin aber trotzdem."

Clemens Sehi, Anekdotique.com 


"Mir passieren leider dauernd ziemliche dumme Sachen. Leute, die mich kennen, fragen sich immer wieder, wie ich alleine durch die Welt reise und immer wieder den Weg nach Hause finde. Oder den Weg ans Ziel. Neulich habe ich es doch wirklich geschafft, in Berlin am falschen Flughafen zu sein. Ich wusste, dass ich in Tegel zwischenlande und dachte auch, dass ich von dort wieder abfliege. Dem war aber nicht so.

Als ich auf die Abflugzeiten auf dem Infoscreen schaute und kein Flieger um 13:50 Uhr nach Mailand ging, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wie eine Irre bin ich zum nächsten Taxi gelaufen, bin reingesprungen und der Taxifahrer, mein persönlicher Held, hat mich in Windeseile ans andere Ende der Stadt gefahren, wo ich als Allerletzte noch durch den Security Check gekommen bin. Der Spaß hat mich 50 Euro gekostet, aber ich habe es geschafft. Ich muss sagen, und dabei klopfe ich gleich mal auf Holz, meistens habe ich schon Glück im Unglück."

Fotostrecke

Reiseprofis unterwegs: Buff muss mit

Foto: Marianna Hillmer / weltenbummlermag.de

Christine Neder, lilies-diary.com