Devi in Georgien: Wanderführerin in Tuschetien
Devi in Georgien: Wanderführerin in Tuschetien
Foto: Christoph Jorda

Reiseflaute in der Coronakrise Was ich am meisten vermisse

Nicht die Sehenswürdigkeiten fehlen, nicht die Stempel im Reisepass – sondern die Begegnungen mit Menschen in anderen Ländern. Denn genau das macht Reisen unvergesslich. Zehn Geschichten von unterwegs.
Von Stephan Orth

Eine passende Antwort auf die Frage »Was ist ein Luxusproblem?« wäre: wegen Corona für ein paar Monate nicht verreisen können. Sollte man sich angesichts der aktuellen Lage darüber beklagen? Nein. Darf man es dennoch vermissen? Aber klar.

Eigentlich ist ein erzwungener Hausarrest sogar bestens dafür geeignet, darüber nachzudenken, was man aus dem vorherigen Leben vermisst. Und was nicht. Vielleicht machen wir ja dann ab nächstem Sommer ein paar Dinge anders, bewusster, verändern unseren Fokus.

Reisen ist mein Beruf, ich schreibe Bücher darüber, und natürlich vermisse ich es in diesen Wochen und Monaten sehr. Aber mir fehlen nicht die Sehenswürdigkeiten, nicht die Strände, nicht das stundenlange Sitzen in unbequemen Verkehrsmitteln, nicht die Freude über einen neuen Stempel im Pass. Hauptsächlich fehlen Begegnungen mit Fremden, die Momente, in denen in einem Gespräch eine Verbindung entsteht, man etwas voneinander lernt oder eine Freundschaft beginnt.

Ein paar erlebte Begegnungen beschäftigen mich derzeit besonders, weil sie einen Nachhall hatten oder etwas in mir verändert haben. Kein Zoom-Meeting, keine Netflix-Serie, kein Telefonat kann das menschliche Live-Erlebnis ersetzen. Es wird schön, wenn das wieder möglich sein wird. Bis dahin sind hier zehn Geschichten von unterwegs:

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Was fehlt, wenn Reisen nicht mehr geht: Menschenbegegnungen

Foto: Stephan Orth

Stephan Orth  ist freier Reisejournalist und Reisebuchautor. Allein für seine »Couchsurfing«-Reihe war er in Iran, in Russland, China und Saudi-Arabien unterwegs.