Rückflug gestrichen Schüler müssen fünf Wochen über den Atlantik nach Hause segeln

Erst bunkerten sie Lesematerial, dann stachen sie in See: 25 Schüler sind nach Wochen auf dem Atlantik per Segelschiff in den Niederlanden angekommen - ihr Rückflug aus der Karibik war wegen Corona ausgefallen.
Niederländische Schüler an Bord des Schiffs "De Wylde Swan".

Niederländische Schüler an Bord des Schiffs "De Wylde Swan".

Foto: Arthur Smeets/ AP

Die Coronakrise hat 25 Schülern aus den Niederlanden eine abenteuerliche Heimkehr von ihrer Klassenfahrt beschert - per Segelschiff in wochenlanger Überfahrt über den Atlantik. Am Sonntag kamen sie wohlbehalten auf dem Zweimaster "De Wylde Swan" im Hafen von Harlingen in der Provinz Friesland an, gemeinsam mit drei Lehrern und zwölf Besatzungsmitgliedern. Unter Einhaltung der Corona-Abstandsvorschriften gingen die 14- bis 17-jährigen Schüler jeweils einzeln von Bord und zu ihren in Autos wartenden Eltern, wie der Sender NOS berichtete.

Segelschiff "De Wylde Swan"

Segelschiff "De Wylde Swan"

Foto: Arthur Smeets/ dpa

Anfang März waren sie in Amsterdam ins Flugzeug gestiegen und wenig später in Sint Maarten auf der Karibikinsel St. Martin an Bord des Schiffs gegangen. Der Plan: Auf dem Segler sollten sie durch die Karibik schippern und Unterricht in Naturkunde und Nachhaltigkeit bekommen. Von Kuba aus sollte es später eigentlich wieder per Flugzeug zurück in die Heimat gehen. Dann brach die Coronakrise aus.

Der einzige Weg nach Hause führte über das Meer

"Ein Rückflug war nicht mehr möglich", so schildert es Christophe Meijer von der Organisation Masterskip, die Jugendreisen auf dem Schiff veranstaltet. Dann also ein Aufenthalt in Sint Maarten? Vielleicht gar für mehrere Monate? Das schien - auch angesichts des schlechten Gesundheitssystems dort - keine gute Idee.

"Uns war schnell klar: Der einzig mögliche Heimweg ist jetzt übers Wasser", so Meijer. Mit Zustimmung der Eltern hieß es schließlich Ende März: Segel setzen, Kurs Niederlande. Die Reaktion der Schüler sei zunächst "gemischt" gewesen. Einige seien vor Freude in die Luft gesprungen, so Meijer. Andere hätten ein paar Mal schwer geschluckt: "Nun wurde es auf einmal bitterer Ernst." Fünf Wochen auf hoher See sei schließlich etwas ganz anderes, als ein Segeltörn in der karibischen Inselwelt. Und das ohne Internet.

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Abenteuerliche Rückreise

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"Das Boot ist wie ein Gefängnis."

Nach dem ersten Schreck hätten die Teenager bald Spaß an der Sache gefunden. "Anfangs hatten sie sich den Namen 'Pirates of the Caribbean' gegeben, das änderten sie dann in 'Warriors of the Ocean'." Vor der Überfahrt wurden auf Saint Lucia erst noch warme Kleidung und viel Lesematerial besorgt. Vormittags standen drei Stunden Unterricht auf dem Programm. Zum Zeitvertreib gab es danach "abenteuerliche Lektionen" - darunter die Beobachtung von Walen und anderen Meerestieren.

Doch gelegentlich war die Stimmung wohl auch getrübt. "Das Boot ist wie ein Gefängnis", sagte ein Junge dem niederländischen Sender NOS. "Man kann nirgendwohin." Als das Schiff einen Zwischenstopp bei den Azoren einlegte, durften die Jugendlichen zwar nicht von Bord, aber endlich einmal zu Hause anrufen.

beb/dpa