Dinokampf: Piter Condori fotografiert auf dem Salar de Uyuni Touristen
Dinokampf: Piter Condori fotografiert auf dem Salar de Uyuni Touristen
Foto: Claudia Morales / REUTERS

Touristenattraktion in Bolivien Roooaaaaarrrr!

Die schier unendliche Weite der Salzwüste Salar de Uyuni in Bolivien hat schon viele Fotografen inspiriert – und auch einen Elfjährigen. Ein blauer Dino hilft ihm, das Familieneinkommen aufzubessern.

Ein blauer Plastikdinosaurier, die scheinbar endlose Weite der größten Salzpfanne der Welt, Touristen – und eine coole Idee. Mehr braucht es nicht, damit Piter Condori im Salar de Uyuni ein paar Dollar verdienen kann. Der elfjährige Bolivianer nutzt dafür einen beliebten perspektivischen Trick, den die gleichmäßige, weiße Ebene, die sich bis zum Horizont erstreckt, erlaubt: Kleine Objekte in der Nähe der Kamera erscheinen gleich groß wie größere Objekte in der Entfernung.

In seiner Freizeit am Wochenende macht Piter Fotos vom Spinosaurus, der Touristinnen und Touristen über die weiße Salzfläche zu jagen und anzugreifen scheint. Für andere Aufnahmen verwendet er eine leere Bierflasche, aus der sich seine Motive scheinbar ausschütten oder in die sie hineinklettern. Am Tag verdient er damit zwischen 9 und 15 Dollar.

Piter Condori und seine Ausrüstung: Der Elfjährige trägt zum Familieneinkommen bei

Piter Condori und seine Ausrüstung: Der Elfjährige trägt zum Familieneinkommen bei

Foto: Claudia Morales / REUTERS

Dass ein Kind wie der elfjährige Piter arbeiten muss, liegt auch an Corona: »Mit der Pandemie befanden wir uns in einer Krise. Wir hatten nicht einmal genug Geld zum Essen«, sagte Diego Condori, Vater von Piter, der im Salzgeschäft tätig ist. Piters Mutter verkauft Kunsthandwerk auf der Saline, und auch die fünf Geschwister von Piter helfen mit. »Wir hatten kleine Ersparnisse, die nun aufgebraucht sind. Unsere Kinder helfen uns, Fotos zu machen«, sagt der Vater.

Piter sagt, dass er mit dem Fotojob sein Taschengeld aufbessert und seinen Eltern hilft, Lebensmittel zu kaufen. »Ich helfe beim Kauf von Zwiebeln, Kartoffeln und Salat. Ich kaufe Kleidung für meine Brüder und Spielzeug. Oder Schulsachen. Ich gebe ihnen auch Geld, damit sie sich etwas kaufen können«, sagt er.

Diego Condori und sein Sohn Piter: Mit der Salzgewinnung im Salar de Uyuni verdient die Familie Geld

Diego Condori und sein Sohn Piter: Mit der Salzgewinnung im Salar de Uyuni verdient die Familie Geld

Foto: Claudia Morales / REUTERS

Der Salar von Uyuni liegt auf einer Höhe von 3653 Metern auf dem Altiplano im Süden Boliviens und ist eine der größten Touristenattraktionen des Andenlandes. Die Coronapandemie hat die Einheimischen hart getroffen, der Tourismus ist nach Angaben der bolivianischen Hotel- und Tourismuskammer um 90 Prozent eingebrochen. 2000 Unternehmen der Branche im ganzen Land drängen die Regierung, die Beschränkungen für den internationalen Tourismus zu lockern.

Zurzeit müssen alle Einreisenden  ab fünf Jahren ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen. Wer nicht geimpft ist, muss innerhalb von 72 Stunden nach Einreise einen zusätzlichen PCR-Test vornehmen und eine Quarantäne einhalten, bis das Ergebnis vorliegt. Zudem muss eine Krankenversicherung mit Covid-19-Behandlung abgeschlossen sein.

abl/Reuters