Häuser in Jeddah, einem Unesco-Weltkulturerbe, fotografiert von Michael Runkel
Häuser in Jeddah, einem Unesco-Weltkulturerbe, fotografiert von Michael Runkel
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Michael Runkel

Im Mietwagen durch Saudi-Arabien »Wer neugierig ist auf Orte, die noch nicht überlaufen sind, sollte schnell hinfahren«

Der Fotograf Michael Runkel hat bereits alle 193 Uno-Länder bereist und zählt damit zu den Top-Ten der Globetrotter. Vor ein paar Monaten hat er in Saudi-Arabien 5000 Kilometer Strecke gemacht. Hier sind seine Bilder.
Von Eva Lehnen
Foto: Michael Runkel

Allein unter Riesen: Als der Fotograf und Globetrotter Michael Runkel  im Nordwesten Saudi-Arabiens die Ausgrabungsstätte Mada'in Salih fotografierte, hatte er die Welterbestätte mit ihren 131 Felsengräbern fast für sich allein. Ein Geheimtipp – noch. Denn das einst so verschlossene Königreich verfolgt ehrgeizige Ziele. Im Rahmen der »Vision 2030« – einem gigantischen Entwicklungsplan, der das Land unabhängiger vom Erdölgeschäft machen soll – wird der Tourismussektor massiv ausgebaut.

Mada'in Salih, die antike nabatäische Handelsstadt Hegra, soll ein Besuchermagnet werden – vor allem für zahlungskräftige Gäste: Einchecken mit QR-Code, geführte Jeep-Touren, Glamping in Retro-Wohnmobilen oder Luxusresorts.

Foto: Michael Runkel

Spieglein, Spieglein in der Wüste: Zwischen uralten Felsformationen und zwölf Kilometer von Mada'in Salih entfernt, glänzt die Maraya Concert Hall in der Wüste. Bejubelt von der saudischen Haute Volée standen hier schon Enrique Inglesias, Lionel Richie oder Andrea Bocelli auf der Bühne. Auch internationale Nobelpreisträger konferierten schon in dem preisgekrönten, vom Mailänder Studio Giò Forma entworfenen Wüstenwürfel.

Foto: Michael Runkel

Das Tor nach Mada'in Salih ist die Oasenstadt Al-Ula. Zu ihr gehört auch das sogenannte Heritage Village. Von den Ruinen der alten Lehmhäuser hatte Runkel, Jahrgang 1969, es nicht weit zu dem Apartment, das er über eine internationale Buchungsplattform gebucht hatte.

Foto: Michael Runkel

Geländegängig: Das Autofahren im Land erlebte Runkel als unproblematisch. »Die Straßen sind gut ausgebaut, außer in den Städten herrscht wenig Verkehr. Aber Achtung: Es gibt viele Radarkontrollen.« Diese Straße führt in der Nähe der Stadt Ta'if im Westen Saudi-Arabiens durch die Hada-Berge.

Foto: Michael Runkel

Verlassener Palast in vergleichsweise kühler Lage: Ta'if liegt etwa 1700 Meter über dem Meeresspiegel. Runkel hat Saudi-Arabien bereits 1994 und 2018 besucht. Damals hatte er ein Visum in das verschlossene Königreich nur über verschlungene Wege bekommen. Jahrzehntelang durften nur Pilger, Gastarbeiter und persönliche Gäste des Königshauses ins Land. Seit Herbst 2019 sind Touristen ausdrücklich erwünscht.

»Wer neugierig ist auf Orte, die noch nicht überlaufen sind, sollte schnell hinfahren«, sagt Runkel. Der Tourismus werde das Land verändern. Coronabedingt ist Saudi-Arabien derzeit als Hochrisikogebiet eingestuft. Das Auswärtige Amt  warnt vor nicht notwendigen touristischen Reisen.

Foto: Michael Runkel

Blick über Riad, Saudi-Arabiens Hauptstadt: Wie war es, durch ein Land zu reisen, dessen Regime Kritiker inhaftiert oder gar tötet, es mit der Wahrung der Menschenrechte grundsätzlich nicht allzu genau nimmt und im Nachbarland Jemen einen brutalen Krieg führt?

»Ich unterscheide zwischen Politik und Gesellschaft und sehe es so: Würde ich Länder wie Saudi-Arabien nicht bereisen, würde ich so auch die Menschen vor Ort bestrafen, die meist mit Politik nichts am Hut haben«, sagt Runkel, der beim Fotowettbewerb »Travel Photographer of the Year« eine besondere Erwähnung erhielt. Vor Ort versuche er, lokale Unternehmen zu unterstützen, nicht die staatlichen. Der gebürtige Bayer ist einer der offiziell am meist gereisten Menschen der Welt. Was ihm in Saudi-Arabien besonders gefiel: »Egal, wo ich hingekommen bin, die Offenheit der Menschen hat mich verblüfft.«

Foto: Michael Runkel

Etwa tausend Kilometer von der Millionenmetropole entfernt: Die Häuser in Zee al-Ain am Fuße des Sarawat-Gebirges stehen seit einigen Jahrzehnten leer. Runkel traf hier einige wenige saudische Touristen – und in der Nähe auch viele Inder und Pakistaner, die zum Arbeiten in die Provinz gekommen sind.

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Michael Runkel

Häuser aus Korallensteinen, Balkone mit hölzernem Gitterwerk, mittelalterliche Gassen: Die historische Altstadt von Dschidda, Saudi-Arabiens zweitgrößter Stadt, ist von überschaubarer Größe und ganz eigenem Charme, wenn auch nicht so lebendig wie andere arabische Altstädte. Derzeit wird »Al Balad« ziemlich aufgehübscht.

Verglichen mit anderen saudi-arabischen Städten ist Dschidda die kosmopolitischste und liberalste. Millionen von muslimischen Pilgern passieren die 3,5-Millionen-Einwohner-Stadt am Roten Meer jährlich auf ihrem Weg nach Mekka und Medina.

Foto: Michael Runkel

Wasserspiele im Wüstenreich: In Dschidda fliegt die Fontäne des höchsten künstlichen Springbrunnens der Welt 312 Meter in die Luft. Die Küstenpromenade im Norden der Stadt ist vor allen Dingen abends, sobald die Hitze des Tages erträglicher wird, ein beliebter Treffpunkt. Hier treffen sich Familien und Freunde zum Spaziergang oder Picknick, Jogger und auch Joggerinnen machen hier Strecke.

Foto: Michael Runkel

Im äußersten Südosten Saudi-Arabiens blickte Runkel aus dem Flugzeug auf die größte Sandwüste der Welt herab: Die Rub al-Khali bedeckt fast ein Drittel der Arabischen Halbinsel.