Schneechaos in den USA Blizzard legt Mittleren Westen lahm

Während Europa tagtäglich auf Schnee wartet und sich nach weißen Weihnachten sehnt, versinken Teile der USA im Schnee. In Colorado hat der Gouverneur den Notstand ausgerufen. Tausende Reisende sitzen fest, weil Flüge und Busse ausfallen.


Denver - Kurz vor Weihnachten hat ein heftiger Wintersturm große Teile des US-Staats Colarado lahmgelegt. Im Großraum Denver brach der Nahverkehr zusammen, weite Strecken der Hauptverkehrsadern waren gesperrt, Schulen und Ämter blieben heute geschlossen. Tausende Reisende saßen fest, weil Flüge und Busse ausfielen. Mehrere wichtige Autobahnen wurden nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN gesperrt. Der Gouverneur Colorados, Bill Owens, erklärte den Notstand und aktivierte die Nationalgarde. Sie sollte vor allem eingeschneiten Autofahrer zu Hilfe kommen.

Am Flughafen Denver harrten nach Angaben eines Sprechers rund 4700 Passagiere über Nacht aus. Mehr als 1000 Flüge waren abgesagt. Vermutlich würden die Start- und Landebahnen erst morgen Mittag wieder freigegeben, sagte Flughafensprecher Steve Snyder. Nationalgardisten versorgten die Gestrandeten mit Wasserflaschen oder Babynahrung. Auf den Highways um Denver kamen die Nationalgardisten Dutzenden Autofahrern zu Hilfe.

Denver, Colorado Springs und andere Ortschaften ähnelten Geisterstädten. Dem Großraum Denver brachte der Blizzard am Mittwoch und frühen Donnerstag rund 60 Zentimeter Schnee. Die Polizei meldete zahlreiche Unfälle, an denen teils mehrere Autos beteiligt waren. Todesopfer habe es aber nicht gegeben.

Rund 300 Menschen suchten Zuflucht in Notunterkünften des Roten Kreuzes in Denver, im Laufe des Tages trafen zahlreiche weitere Autofahrer ein, die das Schneechaos überrascht hatte. Das Rote Kreuz stellte auch 140 Feldbetten im Busbahnhof bereit. In der Osthälfte von Colorado gab es auch keine Weihnachtspost: Der Schnee machte viele Straßen für die Zusteller völlig unpassierbar. Es war nach Angaben des Wetterdienstes der stärkste Schneesturm in Colorado seit März 2003.

Betroffen von Schnee und Eis waren auch Teile von New Mexico, Nebraska und Kansas. In einigen Regionen kam es zu Stromausfällen. In Texas, Oklahoma und Missouri brachte das Unwettergebiet zudem starken Regen.

abl/dpa/Kim Nguyen, AP



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