Singapur ITB Asia öffnet zum ersten Mal die Tore

Mit großem Erfolg ist die ITB Asia an den Start gegangen. Bereits drei Monate im Voraus war die Ausstellungsfläche des Berliner ITB-Ablegers ausgebucht. Überschattet wird die Messe von der weltweiten Finanzkrise und ihren unüberschaubaren Folgen für die Tourismusindustrie.


Singapur - Singapur hat seine eigene ITB: In dem Stadtstadt hat der erste Ableger der Internationalen Tourismusbörse Berlin, die ITB Asia, begonnen. Auf der dreitägigen Schau für Reiseveranstalter, Hotels, Fluglinien und Touristikbehörden werben 651 Aussteller aus 58 Ländern um Besucher.

ITB Asia: Unsichere Zeiten für die Tourismusindustrie
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ITB Asia: Unsichere Zeiten für die Tourismusindustrie

In unsicheren Zeiten sei eine Messe dieser Art wichtiger denn je, sagte Messe-Berlin-Chef Raimund Hosch. Denn die Schau biete den Fachbesuchern und Einkäufern eine geeignete Diskussionsplattform, um auf die Krise mit Lösungsstrategien reagieren zu können, fügte Hosch hinzu. Die Veranstalter rechnen mit 5000 Fachbesuchern. Anders als in Berlin ist die Öffentlichkeit nicht eingeladen. Die rund 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche im Singapore International Convention & Exhibition Centre waren bereits drei Monate vor Messebeginn ausverkauft

"Wir blicken in eine unsichere Zukunft", räumte der Vorsitzende der Singapurer Tourismusbehörde, Lim Neo Chian, ein. Die Behörde will die ITB gemeinsam mit Messe Berlin zunächst bis 2010 ausrichten. Der kleine Stadtstaat zwischen Malaysia und Indonesien verzeichnet seit Juni schrumpfende Touristenzahlen verglichen mit dem Vorjahr. Lim zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich vor allem der Markt für Geschäftsreisen schnell erholt.

Tourismusveranstalter würden in diesem und im nächsten Jahr unter den Unsicherheiten leiden. Danach gehe es wieder aufwärts, auf jeden Fall in Singapur, schätzt Lim: Dann werden dort zwei Kasinos und ein neues Kreuzfahrtterminal eröffnet. Auch in China und Indien zeichneten sich generell steigende Touristenzahlen ab, fügte er hinzu. Der Minister appellierte an die lokale und internationale Tourismusbranche, weiter in Reiseziele und Ausbildung von Mitarbeitern zu investieren.

Auch deutsche Vertreter auf der Messe

Auf der Ausstellungsfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern präsentieren sich zahlreiche staatliche Tourismusverbände, darunter Kambodscha, das den gerade zum Weltkulturerbe erhobenen Tempel Preah Viharn an der Grenze zu Thailand als neuestes Ziel vermarktet. Anfang vergangener Woche waren dort thailändische Soldaten erschossen worden, weil Thailand Kambodscha den Tempel streitig macht. "Kein Problem, alles ruhig", sagt der Beamte vom Tourismusministerium.

Auch Birma ist mit einem Stand vertreten, den aber nicht die regierende Militärjunta bestückt hat. Die private Initiative von Hotels und Reiseagenturen in Birma, das Myanmar Marketing Committee, lädt Reiseveranstalter zu Schnupperreisen in die Pagodenwelt des abgeschotteten Staates ein.

Zu den Ausstellern auf der ITB Asia zählen auch einige Unternehmen und Einrichtungen aus Deutschland wie die Berliner Flughäfen, die Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin, die Deutsche Zentrale für Tourismus sowie Tourismusvertretungen von Städten wie München und Hamburg.

Eventuell zweiter Ableger in den USA

Da dieses Jahr bereits die Nachfrage der Aussteller größer war als das Platzangebot, will die Marketing-Direktorin der Messe Berlin, Jana Dewitz, nach eigenen Worten im nächsten Jahr in Singapur mehr Fläche zur Verfügung stellen. Nach Darstellung von Hosch möchte die Messe Berlin mit ihrem Engagement in Singapur weiteres Wachstum für die etablierte Marke ITB generieren.

Die ITB Asia entwickle ein Angebot für die zunehmenden Tourismusbedürfnisse in Asien, wovon eine neue Dynamik für die globale Reiseindustrie ausgehe. Zahlreiche Unternehmen und staatliche Tourismuseinrichtungen würden in Singapur vermutlich zum ersten Mal ihre Reiseziele in Asien vorstellen, ergänzte Hosch. Nach seinen Angaben denkt die Messe Berlin über einen zweiten Ableger in den USA nach, doch sei der Markt dort sehr von Regionalveranstaltern bestimmt.

abl/ddp/dpa



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