Solartaxi in Monaco Ein Fürst im Cockpit

Das Solartaxi surrt durch Spanien, Monaco und Frankreich. Louis Palmer begegnet dem klimaengagierten Fürst Albert II., erhält eine Ehrenmedaille der Stadt Marseille und wird vom Wintereinbruch lahmgelegt. Der Batterie des Mobils ist es zu feucht in Europa.

Letztendlich war es kein Missverständnis: Der spanische Zoll im Hafen von Barcelona beharrt tatsächlich auf einem neuen Zolldokument, und das Solartaxi bleibt im Container. Einfuhr verboten! Sollten wir das erste Mal auf der Reise nun doch noch ein unlösbares Zollproblem haben?

Schnell rufe ich den Zoll von Monaco an, ob wir die Ware weiterschicken könnten: Diese Behörde gibt sich unkompliziert und erwartet uns in wenigen Tagen. Kaum ist der Weitertransport organisiert, meldet sich der Zoll nun in Barcelona wieder: "No problema, Sie dürfen das Solartaxi morgen abholen!" Erfreulich, aber für uns zu spät. Alle unsere Termine an Universitäten und mit der Presse sind bereits abgesagt.

Ich fahre am späten Abend weiter. In Girona am Fuß der Pyrenäen erwartet mich der Hotelierstudent Sergi, in der Nacht um 1 Uhr. Er trifft mich inmitten eines Großaufgebots der katalonischen Polizei. Denn am Ortseingang werden gerade alle Fahrzeuge auf Papiere und Lampen überprüft. Endlich falle ich um 3.30 Uhr in Sergis Gästezimmer ins Bett und fahre am nächsten Morgen um 7 Uhr weiter.

Der Solartaxi-Reiserhythmus hat mich wieder voll im Griff. Schnell noch ein paar Fotos in der historischen Altstadt Gironas, und in Perpignan heißt es Abschied nehmen von Sergi, der mich bis dahin begleitet hat. Die nächsten Stationen heißen Montpellier, San Raphael und Nizza. Ich fahre Vollgas, denn in Monaco wartet ein wichtiger Termin auf uns. Die Fahrt vorbei an Sandstränden und Klippen genieße ich im T-Shirt. Es sind die letzten sommerlichen Tage – jetzt im späten Herbst. Klar ist nur, dass der Winter bald folgt. Brrr. Nur schon der Gedanke an die kalte Jahreszeit lässt mich erzittern.

Ehrenrunde im Ehrenhof

In Monaco erwartet uns niemand Geringerer als Fürst Albert II. persönlich. Als sich das Tor zum Fürstenpalast wie von Geisterhand öffnet, parke ich das Solartaxi im Innenhof. Dort lässt sich der Fürst das Solartaxi gerne erklären. Dass man sich große Sorgen ums Klima und die Umwelt macht, habe ich schon von vielen gehört. Doch bei Prinz Albert klingt es ehrlich. Vor zwei Jahren hat er eine Stiftung ins Leben gerufen, die Klimaschutzprojekte unterstützt. Am Schluss dreht er genüsslich im Ehrenhof noch eine Ehrenrunde, bevor er zum nächsten Termin eilt.

Zurück in Marseille trifft mich der Wintereinbruch mit voller Wucht. Es gießt in Strömen, und es tropft in mein Cockpit wie schon seit langem nicht mehr. Das Wasser dringt auch in die Elektronik ein, nur wissen wir nicht, wo. Sicher ist nur, dass die Batterie kein Lebenszeichen mehr von sich gibt. Es folgen zwei bange Stunden mit Kabel, Schraubenziehern und Telefonanrufen, bis wir die Batterie wieder zum Zucken bringen. Keine Ahnung, was das genau war.

Hauptsache, es fährt wieder, und wir verpassen den nächsten Termin nicht: Vertreter der Regierung verleihen mir eine Ehrenmedaille der Stadt Marseille, "weil auch Marseille die Sonne mehr nutzen will. Wir möchten etwas tun!", so erfahre ich.

Bei der Weiterfahrt sehe ich allerdings weit und breit (noch) keine einzige Solaranlage. Dafür aber eine Dampfwolke nach der anderen. Wie kein anderes Land setzt Frankreich auf Atomstrom.

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