Herausragende Fotos aus aller Welt Ein Wal wie wir

Das Porträt einer rührenden Freundschaft zwischen Mensch und Tier hat es bei den Sony World Photography Awards auf die Shortlist geschafft. Genauso wie Schimpansen im Flugzeug. Und eine deutsche U-Bahn-Station.
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Sehnsuchtsort im Norden: das Meer zu kalt zum Baden, die Berge zu steil zum ... nun ja, wer wollte, könnte dort klettern. Trotz – oder gerade wegen – ihrer Schroffheit sind die Lofoten einer dieser Orte, die großes Fernweh erzeugen. Mit diesem Foto ist der deutsche Fotograf Marc Hennige bei den Sony World Photography Awards  auf der Shortlist gelandet. Mehr als 330.000 Bilder in zehn Kategorien wurden bei dem Wettbewerb eingereicht.

Foto: Marc Hennige / Sony World Photography Awards
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In Norwegens Norden, in den Gewässern von Vesterålen, entstand auch dieses Bild von Wal Hvaldimir. Sie glauben, das schöne Tier schon mal gesehen zu haben? Stimmt. Der weiße Beluga war im April 2019 berühmt geworden. Nachdem er in der Nähe von Hammerfest gesichtet worden war, hatte der norwegische Fischer Joar Hesten ihn von einem Gurt befreit, der um seinen Körper befestigt war – ein Ereignis, über das Medien auf der ganzen Welt berichteten. Der Wal mit dem freundlichen Wesen stand zeitweise im Verdacht, für den russischen Geheimdienst zu arbeiten. Woher er letztlich kam, ist bis heute ungeklärt.

Foto: Aleksander Nordahl / Sony World Photography Awards
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Fest steht: Er ist seit rund zwei Jahren vor der nordnorwegischen Küste unterwegs, schwimmt von Fischfarm zu Fischfarm und ernährt sich dort von Resten. »Leider«, sagt der norwegische Fotograf Aleksander Nordahl . »Für den Wal ist das gefährlich, er verletzt sich an den dort fahrenden Booten.« Hvaldimirs Befreier, der Fischer Hesten, schaut regelmäßig nach dem Beluga und bemüht sich um dessen bestmöglichen Schutz. »Der Wal hat seine Gefühle verändert«, sagt Fotograf Nordahl. Hesten war früher Walfänger. Auch für den Fotografen, der all seine Unterwasseraufnahmen beim Freediving macht – also während er die Luft anhält –, ist die Geschichte etwas Besonderes. In 30 Jahren Karriere sei das Treffen mit Hvaldimir einer dieser Jobs gewesen, den er nie vergessen werde, sagte Nordahl. Von der Jury gab es dafür eine Platzierung auf der Shortlist  in der Kategorie »Wildlife«.

Foto:

Aleksander Nordahl / Sony World Photography Awards

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In der Kategorie »Landschaft« ist Fyodor Savintsev unter den Finalisten – mit Fotografien von der russischen Halbinsel Kamtschatka. Er reiste im Herbst in die Region, als dort kein Schnee die Vulkane bedeckte. Der Fuchs mit seiner orangeroten Erscheinung wäre zwar auch auf Weiß ein Hingucker gewesen, das schwarze Lavagestein verstärkt die leuchtende Wirkung des Fells aber offensichtlich noch.

Foto: Fyodor Savintsev / Sony World Photography Awards
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Auch die Blätter der Bäume, die bereits ein grelles Gelb angenommen hatten, stechen auf dem Schwarz der Landschaft stark hervor. Zwei Wochen lang war Savintsev im Osten Russlands unterwegs, er fotografierte zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter. »Ich habe mich komplett in diese Schönheit verliebt«, sagt der Fotograf. Er habe den vulkanischen Landstrich als lebenden Organismus porträtieren wollen – und will in diesem Jahr dafür wieder nach Kamtschatka reisen.

Foto: Fyodor Savintsev / Sony World Photography Awards
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Rau, aber ruhig: Auf den Bildern von Marvin Grey sieht man keine Wellen, obwohl das Meer zum Zeitpunkt des Fotografierens so glatt wohl nicht war. Er besuchte die japanische Insel Hokkaido im Winter, der Jahreszeit der Kälte und Schneestürme. Um den Bildern einen Touch von Minimalismus zu geben, belichtete Grey nach eigenen Angaben fünf Minuten und länger. Dadurch reduzierte er »ablenkende Elemente« wie gekräuseltes Wasser.

Foto: Marvin Grey / Sony World Photography Awards
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Winzige Fenster, eine in Richtung Berg zeigende Tür – und sonst einfach richtig viel Holz im Eckverbund: Solche Hütten hat jeder gesehen, der schon mal in den Alpen unterwegs war. Auf besondere Weise in den Blick genommen hat sie die Schweizer Fotografin Karin Nützi-Weisz. Sie machte eine ganze Reihe von Bildern von diesen Stadel, Schüpfen oder Maiensäss, wie sie auch genannt werden. Sie boten früher Tieren einen Unterschlupf im Sommer, heute werden sie immer weniger genutzt. Nützi-Weisz hat den langsamen Verfall dokumentiert und dafür bei den Sony World Photography Awards eine Shortlist-Platzierung in der Kategorie »Architektur« bekommen.

Foto: Karin Nuetzi-Weisz / Sony World Photography Awards
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Türkistöne am Turtmanngletscher: Den Gletschern droht nicht der Verfall der Zeit, sondern die Klimakatastrophe. »Als ich diese Bilder von eindrucksvollen Eisformationen machte, dachte ich nicht daran, dass sie schon eine Woche später verschwunden sein würden«, schreibt der Schweizer Fotograf Niklas Eschenmoser auf Instagram. Doch so kam es, wie er berichtet: Anfang August sei viel Eis auseinandergebrochen, der obere Teil des Gletschers sei vom unteren getrennt worden. »Wieder ein Zeichen, dass Gletscher in Rekordzeit schmelzen und bald ganz verschwinden werden.« Mit seinen Bildern will Eschenmoser zukünftigen Generationen die vergängliche Schönheit der Gletscher zeigen, die einst die Alpen geformt haben. Er sieht seine Fotoserie als »Hommage an die Landschaft, die ich lieben lernte«.

Foto: Niklas Eschenmoser / Sony World Photography Awards
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Das Münchner U-Bahnnetz hat es Arvind Jayashankar angetan. Der Fotograf aus Belgien liebt es, im Untergrund auf den richtigen Moment zu warten, um die Symmetrie der Bahnhöfe einzufangen. Am besten gleich ohne Leute. »Man kann ja einiges in der Nachbearbeitung verschwinden lassen«, sagt Jayashankar. Aber Muster und Linien wie hier erschweren das. Also wartet er lieber geduldig auf die perfekte Gelegenheit – und drückt dann auf den Auslöser.

Foto: Arvind Jayashankar / Sony World Photography Awards
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Achtung, Affen an Bord! Diese beiden Schimpansen hatten Glück im Unglück. Sie wurden von Tierschützern gerettet und daraufhin ins Lwiro Primate Rehabilitation Center gebracht, eine Art Aufzuchtstation für Menschenaffen in der Demokratischen Republik Kongo. Der Handel mit Wildfleisch ist im Kongobecken eine große Gefahr für die Tiere. Ausgewachsene Affen werden geschossen, die Babys zum Kauf angeboten. Geschätzt nur einer von zehn Schimpansen könne gerettet werden, sagt der südafrikanische Fotojournalist Brent Stirton. Er portätierte die Retter, indem er sie begleitete bei ihrem engagierten Einsatz für die Tiere. Stirton wurde für das Projekt mit einer Shortlist-Platzierung in der Kategorie »Wildlife« geehrt.

Foto: Brent Stirton / Sony World Photography Awards
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Ganz nah dran: Dem nordirischen Fotografen Graeme Purdy gelingen seine beeindruckenden Wildlife-Aufnahmen, indem er seine Kamera mit Weitwinkel per kabellosem Auslöser bedient. Es sei natürlich viel zu gefährlich, allzu nah an Tiere wie diesen Geparden heranzutreten. Also müsse man erfinderisch sein, sagt Purdy. Sein Ziel: aus dieser Perspektive »die reine Schönheit und die Kraft der Wildnis zu zeigen«. Seine Hoffnung: dass die Menschen die Natur mehr schätzen lernen – und sie darum schützen wollen.

Foto: Graeme Purdy / Sony World Photography Awards
jus