Winterurlaub nach Ostern Morgens Schnee, abends Strand

Pack' die Badehose ein! Und die Skischuhe! Wer auch nach Ostern noch ein paar Schwünge im Schnee machen will, kann dies in Regionen mit Strandanschluss tun. Fünf Tipps für den perfekten Sommeranfangswinterurlaub.

Mauna Kea Ski Corp. / snowbrains / SRT

Raus aus dem Skianorak, rein in den Bikini? Warum denn nicht? Für alle, die sich nicht so recht entscheiden wollen, gibt es tatsächlich Ferienorte, an denen man Badespaß und Pistenvergnügen verbinden kann. Wir haben erkundet, wo die Berge noch zum Skifahren locken, aber an der Küste die Strände bereits zu sonnigen Spaziergängen oder zum ersten Bad im Meer einladen. Hier gibt es Wedelspaß mit Meerblick!

Spaniens Costa del Sol: Firnfreuden mit Meerblick

Nur eine Autostunde von den palmengesäumten Promenaden der Costa del Sol entfernt liegt Europas südlichster Skiort. 17 moderne Lifte und Bergbahnen befördern Sportler in der Sierra Nevada auf die glitzernden Firnhänge des WM-Skigebiets von 1996. Schnee aus 400 Kanonen sorgt dort zuverlässig für die weiße Unterlage. Am Fuß der zusammen 100 Kilometer langen Abfahrten verschwinden die Autos in der größten Parkgarage Spaniens.

Die Pisten liegen zwischen 2100 und 3305 Metern, die Skisaison dauert bis Ende April. Vom 12. bis 19. April gibt es Strand und Ski sogar pauschal: Da bietet der Robinson Club Playa Granada eine "Firnwoche", bei der die Skilehrer aus dem Schwesterclub Schlanitzen Alm in Österreich anreisen und jeden zweiten Tag mit den Skifahrern auf die Piste gehen.

Das Après-Ski findet dann wieder ganz cool am Clubstrand statt. Dazwischen sind Strandtage eingeplant, bei denen man am Pool relaxt oder das umfangreiche Sportprogramm testet.

Südfrankreich: Skifahren und Sonnenbaden

Mit Skiern an die Côte d'Azur? Warum nicht. Dort kommen sich Berge und Meer so nahe wie sonst selten. Von Nizza aus ist man in nur einer Stunde auf den Pisten der Seealpen, wo respektable Skistationen wie Valberg, Auron oder Isola 2000 zum Carven einladen.

Nachmittags zum Bummel über den Strand ist man dann wieder an der Küste. So lassen sich Skifahren und Sonnenbaden in einem Urlaub verbinden, schließlich hatte sich Nizza ja auch um die Winterspiele 2018 beworben (die dann allerdings nach Südkorea gingen).

Hin kommt man übrigens recht unkompliziert: Nizza wird von Lufthansa und Air France als 99-Euro-Ziel ab zahlreichen deutschen Flughäfen angeboten. Weiter geht's mit dem "Bus Neige", dem Schneebus, für ganze acht Euro nach Isola 2000 und zurück. Die Saison dauert in Isola 2000 bis Ende April.

Parnass: Im Lift mit dem Finanzminister

Schnee oder nicht Schnee? Dazu kann man in Griechenland das berühmte Orakel von Delphi befragen. Und dann bei einer positiven Antwort gleich auf die Piste gehen: Ab Delphi fährt man in einer halben Stunde in Griechenlands Skiort Arahova in der Parnass-Bergregion.

Oberhalb der Liftstation Kellaria öffnet sich dort ein erstaunlich weitläufiges und schneesicheres Areal von gut 35 Pistenkilometern mit wunderbaren Ausblicken. Weit reicht an schönen Tagen die Sicht über den gesamten Golf von Korinth.

Erst am 30. April schließen am Parnass die Lifte. Die Skihütten servieren Moussaka und Ouzo. Die Abfahrten sind leicht - da kommt auch ein bekannter Stammgast nicht ins Straucheln: Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis schwingt hier gern ab.

Vancouver und Grouse Mountain: Magische Blicke

Vancouver ist so etwas wie Kanadas Sommerhauptstadt: Bereits im April sitzt man dort gern in der Sonne vor einem Café im Künstlerviertel Granville und freut sich an den sommerlichen Temperaturen und den lauen Lüften vom Pazifik. Das lässt sich freilich schnell ändern: Dazu steigt man einfach am nördlichen Stadtrand in die Seilbahn auf den Grouse Mountain.

Oben sieht die Welt wie verzuckert aus: Da gibt es einen zugefrorenen See zum Eislaufen, diverse Langlaufloipen und ein halbes Dutzend Lifte mit 25 abwechslungsreichen Skiabfahrten. Die eigentliche Attraktion von Grouse Mountain bleibt aber die unvergleichliche Aussicht. Abends taucht die untergehende Sonne den Pazifik in die kitschigsten Farben und von tief unten schimmern die Lichter von Vancouver herauf. Da löst man gern noch den Nachtskipass und bleibt noch etwas länger.

Hawaii: Pineapple Powder am Mauna Kea

Wer glaubt, dass Hawaii nur aus Sonne, Sand und Hulatänzern besteht, der wird von den Ski Guides Hawaii auf Big Island eines Besseren belehrt. Die nehmen ihn - entsprechende Kondition vorausgesetzt - auf eine der verrücktesten Skitouren dieses Planeten mit. Auf dem 4205 Meter hohen Mauna Kea herrscht Dauerfrost mit himmlisch leichtem Schnee, dem sogenannten Pineapple Powder.

Auf den heiligen Berg der Einheimischen führt allerdings kein einziger Lift, sondern nur ein Schotterweg. Den fährt man mit dem Allradkleinbus hoch, der auch die berühmte Sternwarte auf dem Gipfel beliefert. Und dann startet eine Skiabfahrt, die man nicht vergessen wird: Hoch staubt der Pineapple Powder, bis zu 1500 Höhenmeter geht es über einsame Vulkanhänge, während von unten tropisch-üppiges Grün und der blaue Pazifik heraufleuchten.

Da ist es Ehrensache, noch am selben Nachmittag an einem der Tropenstrände surfen zu gehen. Wo sonst könnte man das?

Hans-Werner Rodrian/srt/sto



insgesamt 10 Beiträge
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Dieter62 05.04.2015
1. Also Sommertemperaturen
in Vancouver im April! Was man so hört ist, dass an der Küste selbst im Juli dort oben kaum je 25 Grad gemessen werden, und das Wasser saukalt ist. Im Inland mag das anders sein, aber dort gibt es auch keinen Strand. Auch in Los Angeles kann von Sommertemperaturen direkt an der Küste selten die Rede sein. Da ist von April bis zum August eher Nebel angesagt. Und 20, 23 Grad. Skifahren in Südkalifornien geht hingegen - wenn gerade keine Dürre herrscht. Lustig ist ein Skitrip auch ins Reservat der Mescalero Apache in New Mexico. Im April hat es dort oben an der Sierra Blanca schon noch Schnee. Das weisse Zeug im Tal unten ist dann allerdings die grösste Gipssandwüste der Erde
krassmann 05.04.2015
2. Schlecht recherchiert
Das Skigebiet vom Etna auf Sizilien dürfte noch viel südlicher liegen.
tutnet 06.04.2015
3. Auf den Mauna Kea führte eine asphaltierte Straße
Allerdings waren die letzten Kilometer offiziell gesperrt. Ich habe das Schild ignoriert, bin weitergefahren und habe neben den Gebäuden der Sternwarte geparkt. Oben war kein Mensch. Nach einer Schneeballschlacht ging es wieder zurück an den Strand. Mein Besuch liegt allerdings 15 Jahre zurück, vielleicht wurde die Straße inzwischen zurückgebaut.
vlacho 06.04.2015
4. Parnass...
...ist nicht das einzige Skigebiet in Griechenland. Der Skisport erfreut sich wachsender Beliebtheit und ist in ca. 10 Skigebieten möglich.
seiwol 06.04.2015
5. Schon wieder Lügenpresse?!
Da wird doch glatt ein Osterskierurlaub in Vancouver und dem Grouse Mountain empfohlen, dabei hat es dort gar keinen Schnee mehr. Leicht zu überprüfen mit der Webcam des Grouse Mountain https://www.grousemountain.com/web-cams/outpost-cam Aber Leute auf Euch fall ich nicht mehr herein:)
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