St. Lucia Faulenzen auf der Pirateninsel

Früher lebten auf St. Lucia Indianer. Dann zogen Piraten auf der karibischen Insel ein, und während des Zweiten Weltkriegs spähten US-Truppen von hier aus nach deutschen U-Booten. Heute ist St. Lucia ein Magnet für Urlauber aus aller Welt.


Klein aber fein - St. Lucia ist so groß wie Hamburg, hat aber deutlich mehr Strände zu bieten
Bernd Kubisch/gms

Klein aber fein - St. Lucia ist so groß wie Hamburg, hat aber deutlich mehr Strände zu bieten

Castries - Das vorgelagerte Pigeon Island mit Fort Rodney, Museum, Mini-Strand und Heiratspavillon kann in 20 Minuten zu Fuß umrundet werden. Hier spielte sich der Großteil der Geschichte des Jahrhunderte umkämpften St. Lucia ab, das etwas kleiner als Hamburg ist und heute gut 154.000 Einwohner zählt.

Die Insel gehört zu den Kleinen Antillen und liegt südlich von Martinique. Bettenburgen oder "Ballermann-Bars" sucht man hier vergebens. Finden kann man hingegen feinsandige Strände, Wasserfälle, Mineralbäder, Schwefelquellen sowie Vulkanreste, Regenwälder, Kokos-, Kakao- und Bananen-Plantagen.

Der höchste Berg der Insel ist der Mount Gimle. Er misst 950 Meter. Zu den Attraktionen im Südwesten gehören die steil aus dem Meer ragenden kegelförmigen "Zwillinge" Petit Piton (736 Meter) und Gros Piton (798 Meter). Dampfend und brodelnd aktiv mit intensiv riechendem Schwefel sind noch ein paar Mulden von La Soufrière.

"Wie Diamanten/ Strahlen die Sterne/ Bunte Laternen/ Grüßen von Ferne"

Eingebettet in einen botanischen Garten liegen die Mineralbäder am "Diamond"-Wasserfall. Der französische König Ludwig XVI. ließ das Bad nahe des kleinen Küstenortes Soufrière für seine Truppen bauen. Auch nahe der Hauptstadt Castries an der Westküste gibt es schöne Strände und Buchten mit Hotels und Yachthäfen. Beliebt ist etwa Rodney Bay mit hellem Strand, Pubs und Restaurants.

Die Pigeon-Insel ist seit 1973 über einen aufgeschütteten Damm erreichbar. Einer Legende zufolge liegt hier ein Seeräuberschatz vergraben. Tatsächlich überliefert ist, dass der französische Pirat Kapitän "Holzbein" ("Jamb de Bois") im 16. Jahrhundert riesige Schätze anhäufte. Er nutzte die gute strategische Lage mit weitem Blick und günstigen Winden, die ihm als Angreifer auf See einen Heimvorteil boten. Der Einbeinige und seine wilden Gesellen enterten viele Galeonen der Spanier, erbeuteten Gold und andere wertvolle Fracht.

Der Unabhängigkeit St. Lucias im Jahr 1979 gingen kriegerische Jahrhunderte voraus
Bernd Kubisch/gms

Der Unabhängigkeit St. Lucias im Jahr 1979 gingen kriegerische Jahrhunderte voraus

Indianische Ureinwohner siedelten auf den Inseln schon Jahrhunderte vor Ankunft der Europäer: Auf Pigeon Island wurden mehr als 1000 Jahre alte Tonscherben und Werkzeugreste entdeckt. In der späteren Zeit stand die Insel abwechselnd unter französischer und britischer Herrschaft. Seit 1979 ist St. Lucia unabhängig.

"Weit war die Reise/ Nun komm ich wieder/ Hör die Gitarren/ Die alten Lieder"

Heute ist Pigeon ein National-Park. Hier blühen Flamboyant-Bäume feuerrot, Alamanda-Büsche gelb, Oleander und Hibiskus in Weiß und Rosa. Ein kleiner Sandstrand lädt zum Baden, Hängematten zum Faulenzen. Zwischen Palmen und Büschen steht ein kleiner hölzerner Hochzeits-Pavillon. Und für den Empfang der Hochzeitsgäste ist das historischen Gewölbe der früheren Offiziersmesse "Captain's Cellar" geeignet. Der Keller liegt unter dem heutigen Museum, das auch über Ureinwohner und Seeschlachten informiert.

Neben dem Besuch von Castries mit seinen bunten Märkten, historischen Holzhäusern, der Kathedrale und einem riesigen, mehr als 400 Jahre alten Samaan-Baum am Walcott Square, ist eine Plantagen-Tour auf St. Lucia reizvoll. Diese Plantagen sind eine Mischung aus Wirtschaftsbetrieb und Museum. In Morne Coubaril Estate zum Beispiel werden nicht nur Prunkstücke, sondern auch kleine Hütten gezeigt, in denen früher Tagelöhner wohnten.

Auf St. Lucia wird viel gefeiert: Karneval, Comedy- Jazz- und Creole-Festivals zum Beispiel. In Diskotheken, Bars und bei Straßenfesten ertönen das ganze Jahr über Reggae, Calypso sowie französisch-kreolischer Zouk. Immer freitags ist auf der Hauptstraße von Gros Islet Tanz. Die Idee hatten einige Geschäftsleute, die vor etlichen Jahren die erste Fete mit Holzkohlen-Grill und Straßenband organisierten.

"Schön ist die Wiederkehr/ Über das blaue Meer/ Santa Lucia, Santa Lucia/ Lang war ich fort von dir/ Heut komm' ich heim zu dir/ Santa Lucia, Santa Lucia"

(Georg Buschor)

St. Lucia hat einen höheren Lebensstandard und höhere Preise als zum Beispiel die Dominikanische Republik. Die Insel kann pauschal aber auch individuell bereist werden. Einfache Doppelzimmer im Hotel mit Bad und Ventilator gibt es umgerechnet ab 90 Mark, Luxuszimmer ab 300 Mark. Linienflüge gibt es von London mit BWIA und British Airways. Condor fliegt per Charter von Deutschland aus nach St. Lucia.



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