Tauchparadies Bahamas Viel mehr geht nicht

Taucher sind wählerisch. Die einen mögen am liebsten lebendige Korallenlandschaften. Andere betauchen gerne versunkene Schiffe, und die nächsten haben nichts lieber als große Fische vor der Nase. Auf den Bahamas finden alle alles und dazu noch perfekt organisierte Tauchbasen und Schiffe.

Von Frank und Uschi Schneider


Obwohl die spanischen Eroberer das Areal "baja mar" - flaches Meer - tauften, stellt sich das nördliche Grenzgebiet zwischen Atlantik und Karibik keinesfalls als harmloser Ententeich dar. Zwar beweist die türkisblaue Farbe zwischen den Inseln, dass Kolumbus' Gefolgsleute vollkommen richtig lagen, aber wo sich das Wasser dunkelblau verfärbt, geht es jäh in die Tiefe.

Auch mit weniger Ausrüstung lassen sich die flachen Korallengärten erkunden
Frank Schneider

Auch mit weniger Ausrüstung lassen sich die flachen Korallengärten erkunden

Solche als "drop offs" bezeichneten Steilabfälle sind bevorzugte Tauchgebiete, denn hier wachsen Korallen und neben den kleinen bunten Fischen bekommt man auch regelmäßig Bewohner des Freiwassers zu sehen, etwa Makrelen, Thunfische oder auch mal einen Hammerhai. Unweit der Südküste der Insel New Providence (auf der liegt auch die Hauptstadt Nassau) verläuft an der "Tongue of the Ocean" das drittgrößte Korallenriff der Welt. Gerade deshalb genießen die Bahamas auch unter der Wasseroberfläche einen exzellenten Ruf.

Bei den hier üblichen Wasserhöchsttemperaturen von bis zu 27° C ist es hier nicht wie fast überall sonst um den Äquatorgürtel zu einem Massensterben und Ausbleichen der Korallen gekommen. Die Unterwasserwelt zeigt sich sowohl an den in schier bodenlose Tiefe fallenden Wänden, wie auch in den flachen Korallengärten als intaktes Biotop.

Abenteuer Haibegegnung: auf den Bahamas für Sporttaucher normal
Frank Schneider

Abenteuer Haibegegnung: auf den Bahamas für Sporttaucher normal

Wogende Fächerkorallen, fragile Porzellanschnecken oder farbenfrohe Kaiserfische prägen das Bild der lichtdurchfluteten Zonen der Unterwasserwelt bis in fünfzehn Meter Tiefe. Vor allem die Inselkette der Exuma Cays südöstlich von New Providence mit seinen ausgedehnten Naturschutzgebieten ist ein beliebtes Tauchziel. In den Unterwasser-Nationalparks ist das Angeln und Fischen verboten, und so präsentiert sich Neptun's Reich hier wirklich ursprünglich.

Die Möglichkeit, die verschiedenen Facetten dieser Tauchgebiete zu erkunden, stellt eine Kreuzfahrt mit dem "Aqua Cat" dar. Das in Australien gebaute Schiff startet seine einwöchigen Törns in Nassau und ist speziell auf Sporttaucher ausgerichtet. Auf dem unteren Achterdeck ist nichts als Tauchausrüstung und Platz zum Umziehen. Wer mag, kann den Fischen bei bis zu vier Tauchgängen am Tag und einem in der Nacht Gesellschaft leisten. "Damit den Gästen keine Kiemen wachsen", sagt Captain Ron, "bieten wir zwischendurch auch Landausflüge an, zum Beispiel zu den Leguanan auf Allan's Cay.

Steilwände sind bevorzugte Tauchgebiete
Frank Schneider

Steilwände sind bevorzugte Tauchgebiete

Nicht nur die Exumas offerieren außergewöhnliche Erlebnisse unter Wasser. Auf der Insel Grand Bahama bringt die Basis Unexco ihre Tauchgäste mit Delfinen zusammen - nicht im Tierpark, sondern im Meer. Aber neben Sporttauchern wissen auch Film- und Popstars die phänomenalen Sichtweiten auf den Bahamas zu schätzen. Nach Robert Redford, Sidney Poitier, dem Wrestler Hulk Hogan oder den Backstreet Boys nun etwa Sängerin Natalie Imbruglia, die ihren neuen Videoclip auch unter Wasser drehen will.

Bei Michelle und Stuart Cove sind die Promis dabei bestens aufgehoben, denn die beiden sind mit ihrer Tauchschule im Filmgeschäft von Hollywood bis Europa bekannt. Unweit der Basis liegen viele Wracks und eines der Highlights im Angebot von Stuart Cove sind Haifütterungen.

Schiffswracks unter Wasser haben ihre eigene Faszination
Frank Schneider

Schiffswracks unter Wasser haben ihre eigene Faszination

Bahamas-Urlauber, die noch nicht im Besitz eines international anerkannten Tauchscheins sind, aber dennoch nicht wasserscheu, sollten auf jeden Fall ein paar Schwimmflossen, die Taucherbrille und den Schnorchel mitbringen - meist lohnt das Untertauchen schon ein paar Meter vor dem Strand. Viele Hotels bieten Bootsausflüge an, bei denen man auch im flachen Korallengärten dicht unter der Meeresoberfläche den Reiz der Unterwasserwelt entdecken - und ihm erliegen kann. Denn "viel mehr" als auf den Bahamas geht unter Wasser wirklich nicht.

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