Top Ten Armenien Kleinod im Kaukasus

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2. Teil: Aragats – der höchste Berg Armeniens


Schon die Straße zum Startpunkt der Wanderung ist abenteuerlich: Mit Tempo 20 rumpelt das weiße Lada-Taxi von Byuarakan über eine steile Schlaglochstraße nach oben. Die einzigen Zeichen von Zivilisation sind ein paar Kuhherden und die allgegenwärtigen Strommasten. Dann erreicht man, idyllisch am Gebirgssee Kari gelegen, ein Forschungszentrum für kosmische Strahlung in 3300 Metern Höhe.

Von hier aus ist der Aufstieg zum Südgipfel über vulkanische Geröllwüsten mit schwefelgelben, schwarzen und orangefarbenen Felsen auch für Wanderer ohne größere Alpinerfahrung kein Problem – auch wenn die Höhe von 3879 Metern den Puls in die Höhe treibt. Für die Strapazen entschädigt nach etwa zwei Stunden Aufstieg der Blick auf den Kleinen und Großen Ararat jenseits der türkischen Grenze, dessen Gipfelpaar wie zwei weiße Pyramiden hoch über den Wolken zu schweben scheint.

Wer dann noch zum Nordgipfel will, dem mit 4090 Metern höchsten Punkt Armeniens, muss zunächst in ein Kratertal absteigen, mehrere Schneeflächen überqueren und dann noch einmal knapp 600 Höhenmeter über bewegliche Geröllblöcke aufsteigen – eine aufreibende Prozedur, da die Bergschuhe bei drei Schritten nach vorne immer einen zurückrutschen. Pfadfinderische Grundkenntnisse sind dabei Pflicht, da es keine Wege und kein brauchbares Kartenmaterial gibt.



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