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5. Teil: Friedhof von Noratus – Sagengestalten auf Grabsteinen


Die vier uralten Frauen, die auf Grabsteinen sitzen und spinnen, scheint es direkt aus der germanischen Sagenwelt der Nornen ins armenische Hochland verschlagen zu haben. Doch sie spinnen nicht die Schicksalsfäden, sondern dicke Socken aus Schafswolle für 3000 Drams (etwa 7,50 Euro) pro Paar. Ähnlich geschäftstüchtig – und bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius deutlich erfolgreicher - bieten elfjährige Mädchen den wenigen Touristen bunte Zeichnungen der 39 Buchstaben des armenischen Alphabets an.

Dabei wollte man doch eigentlich nur Armeniens größte Ansammlung von khachkars sehen, das sind Kreuzsteine mit fein detaillierten christlichen Motiven. Noratus ist ein gigantischer Friedhof, der an manchen Stellen jedoch auffallend lebendig wirkt - in einem der umzäunten Familiengräber tummeln sich die den Socken Wolle spendenden Schafe und mähen vergnügt kauend den Rasen.



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