Türkei-Lesetipps für den Koffer Blick hinter den Schleier

4. Teil: 1000 Seiten Hochgenuss


Kennen Sie Gabriel Bagradian? Kennen Sie nicht? Sollten Sie aber. Der Held in Franz Werfels Roman "Die vierzig Tage des Musa Dagh" zählt nicht nur zu den großen Figuren der Literaturgeschichte, sondern ist auch so empathisch und treffend charakterisiert, dass man als Leser das Gefühl hat, diesen Menschen schon lange zu kennen. Besser noch: Nachdem man das fast tausendseitige Buch zu Ende geschmökert hat, vergisst man Gabriel Bagradian nicht mehr: Von Zeit zu Zeit, und sei es Jahre nach der Lektüre, überkommt einen die Erinnerung an diesen mutigen, prinzipientreuen und von Nächstenliebe durchströmten Menschen - und man bereut keine einzige gelesene Seite.

Sie wollen jetzt wissen, wovon dieses Buch handelt? Lesen Sie es selbst. Nur so viel sei verraten: Franz Werfel beschreibt in seinem 1933 erschienenen Roman den Widerstandskampf einer armenischen Dorfgemeinschaft während des Genozids an den Armeniern im Osmanischen Reich. Die Handlung spielt um das Jahr 1915, und das Geschehen und seine Protagonisten sind so lebensecht, spannend und vor allem in einer so anmutigen Sprache geschildert, dass man manche Sätze gleich zwei- oder dreimal liest - nur um sie ganz auszukosten.

Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2000, 14,90 Euro.



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