Koh Samui: Tests statt Quarantäne
Koh Samui: Tests statt Quarantäne
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Cavan Images / IMAGO

Coronatests statt Quarantäne Das sind die neuen Regeln für den Thailand-Urlaub

Thailand schwankt zwischen strengen Schutzmaßnahmen vor Omikron und dem Zwang, die Tourismusbranche wiederzubeleben. Jetzt hat das Land die Einreiseregeln wieder gelockert.

Thailand registriert trotz der massiven Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus keinen deutlichen Anstieg an Coronatoten oder Krankenhauseinweisungen. Daher erlaubt das Land ab dem 1. Februar wieder eine Einreise ohne Coronaquarantäne. Vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Reisende könnten ab kommenden Monat im Rahmen des »Test and Go«-Konzepts einreisen, sagte der Sprecher der thailändischen Corona-Taskforce, Taweesin Visanuyothin.

Das heißt, sie müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen, sich am ersten Tag ihrer Einreise auf das Coronavirus erneut testen lassen und bis zum Vorliegen eines negativen PCR-Testergebnisses in einem Hotel isolieren. Am fünften Tag des Aufenthalts ist demnach ein weiterer PCR-Test fällig. Wenn aber die Corona-Fallzahlen wieder stiegen oder es andere besorgniserregende Entwicklungen gebe, komme das Konzept wieder auf den Prüfstand, sagte Taweesin.

Thailand hatte dieses Einreisekonzept bereits im November als Alternative zu einer zweiwöchigen Hotelquarantäne eingeführt. Wegen der Omikron-Variante des Coronavirus war seine Anwendung aber Ende Dezember ausgesetzt worden, die bis dahin genehmigten Einreisen zu den beantragten Konditionen behielten ihre Gültigkeit.

Die Lockerung der Einreisebedingungen zielt darauf ab, den durch die Pandemie dezimierten Tourismussektor wiederzubeleben, dessen Besucherzahlen durch die schwache weltweite Reisenachfrage und die strengen thailändischen Quarantänevorschriften begrenzt sind. Die Behörden verlängerten zugleich auch die Zeiten, zu denen Restaurants Alkohol ausschenken dürfen, von 21 Uhr auf 23 Uhr. Bars und Nachtklubs bleiben jedoch geschlossen.

Drei Programme für den Thailand-Urlaub

Wer in Thailand Urlaub machen will, muss eine Liste von Anforderungen  erfüllen. Dazu gehören PCR-Tests vor und nach der Einreise, Hotelunterbringung oder Quarantäne und eine Krankenversicherung, die auch eine Covid-19-Behandlung einschließt, mit einer Deckungssumme von mindestens 50.000 Dollar. Auch müssen Urlauber und Urlauberinnen die Nachverfolgungs-App MorChana herunterladen.

Zudem müssen sie generell mindestens sieben Tage vor der Abreise einen sogenannten Thailand-Pass online  beantragen und sich dabei für eines der Einreiseprogramme registrieren – eines davon ist »Test and Go«.

Ein weiteres ist das sogenannte Sandbox-Programm: Anfangs galt es nur für Phuket, vor Kurzem erst wurde um die Regionen Krabi, Phang-Nga (Khao Lak) und Surat Thani (Koh Samui, Koh Phangan, Koh Tao) erweitert. Jetzt hat die Corona-Taskforce auch die Ziele Pattaya und Koh Chang in das Programm aufgenommen. Das Programm erlaubt es vollständig Geimpften und Genesenen, sich nach der Anreise in einem festgelegten Zeitraum von sieben Nächten in den ausgewiesenen Regionen frei zu bewegen. Im Anschluss an diese Zeit darf dann das gesamte Königreich Thailand bereist werden. Für Ungeimpfte ist eine Teilnahme am Sandbox-Programm nicht möglich. Beliebt ist es vor allem bei Deutschen, Russen und Briten.

Zurzeit müssen alle Urlauber – wenn sie nicht über das Sandbox-Programm einreisen – nach der Ankunft per Flugzeug zwischen sieben (Geimpfte und Genesene) oder zehn Tage (Ungeimpfte) in Quarantäne, die durchgehend im Hotel verbracht werden muss. Dies ist das »Alternative State Quarantine« (ASQ)-Programm, bei dem bei Einreise die Buchung für ein ASQ-Hotel vorgewiesen werden muss. Ab 1. Februar würde dies lediglich für Ungeimpfte gelten.

300 Baht als Urlaubstaxe

Ab April wird auf ausländische Touristen eine geringe Aufenthaltsgebühr zukommen. Ab dem Datum soll von ihnen eine Gebühr von 300 Baht (7,90 Euro) erhoben werden, sagten hohe Beamte. Das Geld würde eingesetzt, um Sehenswürdigkeiten zu entwickeln und Unfallversicherungen für Ausländerinnen und Ausländer zu finanzieren, die die Kosten nicht selbst tragen können.

»Ein Teil der Gebühr wird für die Betreuung der Touristen verwendet«, sagte der Gouverneur der Tourismusbehörde von Thailand, Yuthasak Supasorn, gegenüber Reuters. »Es gab Zeiten, in denen die Versicherung nicht für die Touristen aufkam.« Es sei dann zulasten des Landes gegangen, wenn die Touristen versorgt werden mussten. Supasorn fügte hinzu, dass die Mittel auch für die Verbesserung der touristischen Infrastruktur verwendet werden sollen. Die neue Gebühr wird mit auf den Preis der Flugtickets geschlagen und ist Teil der Pläne der Regierung für einen nachhaltigen Tourismus, sagte Regierungssprecher Thanakorn Wangboonkongchana.

Thailand ist eines der beliebtesten Reiseziele Asiens und von einem pandemiebedingten Einbruch des Tourismus stark betroffen. Im vergangenen Jahr kamen etwa 200.000 Touristen an, während es 2019 fast 40 Millionen waren. In diesem Jahr werden zwischen 5 und 15 Millionen ausländische Ankünfte in dem Land erwartet, abhängig von der Politik in seinen wichtigsten Tourismusmärkten, sagte Regierungssprecher Thanakorn. Es wird erwartet, dass ausländische Touristinnen und Touristen in diesem Jahr 800 Milliarden Thai Baht (21 Milliarden Euro) einbringen werden, sagte er.

abl/dpa/Reuters