Dresscode bei US-Airlines Hose hoch oder Handschellen!

Bei der Kleidung verstehen US-Airlines keinen Spaß: Wer an Bord das falsche T-Shirt trägt oder nicht den Geschmack der Stewardess trifft, der darf schnell nicht mitfliegen - uneinsichtigen Passagieren droht die Festnahme.

Erlaubtes Outfit bei US Airways: Dieser Mann durfte ohne Probleme an Bord
AP/ Jill Tarlow

Erlaubtes Outfit bei US Airways: Dieser Mann durfte ohne Probleme an Bord


Dallas - Ein zu offenherziges Dekolleté, ein falsches Wort auf dem T-Shirt, die Hose hängt zu tief - und schon muss man am Boden bleiben. In den USA achten Fluggesellschaften zunehmend auf das angemessene Aussehen ihrer Passagiere.

So wurde im August in Arizona ein Student nicht an Bord eines Flugzeuges von Delta Air Lines gelassen. Er trug ein T-Shirt, das sich über die Angst der Behörden vor terroristischen Angriffen lustigmachte. Vergangene Woche drohte das gleiche Schicksal auch einer jungen Frau, die mit American Airlines reisen wollte. Ihr hielt der Kapitän höchstpersönlich eine Standpauke und erklärte, dass man mit einem "Fuck" auf dem T-Shirt nicht mitgenommen werde. Erst als die Dame den Schriftzug mit einem Schal bedeckte, durfte sie mitfliegen.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres musste sich eine Frau aufgrund ihrer "unpassenden" Kleidung von einer Stewardess von Southwest Airlines zurechtweisen lassen - nach Auffassung der Flugbegleiterin zeigte die Passagierin zu viel Haut.

Laut der Nachrichtenagentur AP haben Southwest, Delta und American Airlines keinen offiziellen Dresscode. Vielmehr läge die Etikette an Bord im Ermessen der Crew. Da die Maschinen im Privatbesitz sind, sei es das Recht der Fluggesellschaften zu bestimmen, welche Kleidungsstücke dort getragen werden dürften.

Egal ob berechtigt oder unberechtigt: Auf die leichte Schulter sollte man die Kleidungstipps des US-amerikanischen Bordpersonals auf keinen Fall nehmen. Denn wer sich deren Anweisungen widersetzt, begeht laut bestehendem Recht ein Bundesverbrechen und wird festgenommen. Diese Erfahrung machte auch vergangenes Jahr ein College-Student, der sich weigerte, auf einem US-Airways-Flug seine tief sitzenden Hosen höherzuziehen. Der 20-jährige Afroamerikaner wurde in Handschellen aus der Maschine geführt.

Im Zuge des Vorfalls wurde allerdings bekannt, dass die gleiche Airline regelmäßig einen Mann befördert hatte, der lediglich Damenunterwäsche, ein durchsichtiges Bolerojäckchen, hochhackige Schuhe und Strümpfe trug. Die Fluggesellschaft begründete dies damit, dass sich über den Herrn niemand beschwert hätte.

dkr



insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
sappelkopp 28.08.2012
1. Die spinnen, die Amis!
Zitat von sysopAP/ Jill TarlowBei der Kleidung verstehen US-Airlines keinen Spaß: Wer das falsche T-Shirt an Bord trägt oder nicht den Geschmack der Stewardess trifft, der darf schnell nicht mitfliegen - uneinsichtigen Passagieren droht die Festnahme. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,852582,00.html
"Fuck" darf nicht auf dem T-shirt stehen, aber wahrscheinlich wäre ein Foto mit vielen Toten und Blut kein Problem. Eine kranke Gesellschaft, die amerikanische.
___wegwerfaccount___ 28.08.2012
2. Amerika, Du hast es besser...
Finde ich total angemessen. Jeder Vollidiot (und davon hat es dort reichlich) darf mit einer geladenen Knarre (good for home defense) rumlaufen, aber mit einer gefährlich tief hängenden Hose wird man erstmal verhaftet. Naja. War das denn wirklich so? Oder wurde der nette, friedliebende Afroamerikaner nicht vielleicht pampig, als er auf sein "Hosenproblem" angesprchen wurde? Hat er sich vielleicht bedroht gefühlt oder gar selber gedroht? War der Autor dabei? Oder schreibt er nur ab, was aus dem Ticker kommt?
jürg gassmann 28.08.2012
3. Willkürregime
Gesetzesänderungen nach den "9/11"-Angriffen erlauben der Besatzung völlige Willkür. Wer sich beschwert oder wen die Besatzung nicht mag, fliegt nicht.
jeykey2000 28.08.2012
4. Doppelmoral
Die Amis haben schlicht und einfach ne Macke. Ein Volk ohne Sinn für Raum, Zeit und Maß!
Kudi 28.08.2012
5. Schade
Früher gab es nur Zutritt zur Business Class, wenn man entsprechend gekleidet war (Anzug oder Blazer/Hose). Hatte auch seine Vorteile.
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