Hawaii: Tropischer Strand gegen die Corona-Müdigkeit
Hawaii: Tropischer Strand gegen die Corona-Müdigkeit
Foto: M Swiet Productions / Getty Images

Grenzöffnung im November Die besten Herbst- und Winterziele in den USA

Shopping, Schnee oder Südsee? Das Einreiseverbot in die USA wird im November aufgehoben – Urlauber können das Land wieder erleben, von Alaska bis Hawaii. Sechs Vorschläge.

Das Warten hat bald ein Ende: Ab 8. November sollen vollständig geimpfte Touristen und Touristinnen aus der Europäischen Union nach eineinhalb Jahren Einreiseverbot endlich wieder in die USA reisen dürfen. Ein maximal drei Tage alter negativer Coronatest reicht dafür aus. Allerdings sind Einzelheiten noch ungeklär. So sind in den USA bislang nur drei Impfstoffe zugelassen: die Präparate von Pfizer/Biontech, Moderna sowie Johnson & Johnson.

Bei Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern stieg dennoch die Nachfrage stark an. Bei der Lufthansa waren in der Woche nach der Ankündigung durch das Weiße Haus Flüge von Frankfurt und Zürich nach New York und Miami am beliebtesten, sowohl bei Privat- als auch Geschäftsreisenden. Besonders stark nachgefragt waren zunächst USA-Flüge für Dezember, traditionell zum Weihnachtsshopping in New York.

Was abgesehen von Impfausweis und Testergebnis in den Koffer kommt, hängt vom genauen Reiseziel ab: Bikini und Badehose oder doch eher Schal und Mütze? Von der Flucht in die Sonne bis zum Wintersportabenteuer hat das Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch im Herbst und Winter so ziemlich alles zu bieten. Hier sind sechs Ziele, die Kenner der USA für die kalte Jahreszeit empfehlen.

Berge, Bisons und Geysire: Natur pur in den Mountain States

Yellowstone-Nationalpark: Im Sommer überlaufen, im Winter Ruhe im Schnee

Yellowstone-Nationalpark: Im Sommer überlaufen, im Winter Ruhe im Schnee

Foto: Brand USA / dpa-tmn

Wo die Prärien der Great Plains auf die Rocky Mountains treffen, gibt es Platz – sehr viel Platz. Wyoming und Montana gehören zu den am dünnsten besiedelten Bundesstaaten der USA. Nur im Yellowstone, dem ältesten und berühmtesten Nationalpark des Landes, drängen sich im Sommer die Besucherinnen und Besucher, um vor einer dramatischen Ansammlung von Bergen, Flüssen und Canyons dampfende Quellen und Geysire zu bestaunen.

Doch erst in der kalten Jahreszeit entfaltet die Wildnis ihr volles Potenzial: Wenn die schneebedeckte Landschaft in Ruhe und Einsamkeit versinkt, steigen die Chancen, bei einer Schneeschuhwanderung oder Langlauftour Bisons, Elche und sogar Wölfe zu sehen.

Eine 360-Grad-Aussicht auf das Naturspektakel bietet sich vom Big Sky Resort, einem der vielen Skigebiete der Region. Ebenfalls lohnenswert ist ein Abstecher in den nahen Nationalpark Grand Teton. Auch die Schutzgebiete Bryce Canyon und Zion in Utah oder der Rocky Mountain National Park in Colorado sind ganzjährig geöffnet.

Reisende sollten sich allerdings informieren, welche Parkshuttles fahren. Auch sind nicht alle Straßen geöffnet.

Anreise: Als Tor zum Yellowstone gilt der Bozeman Yellowstone International Airport in Montana. Er ist rund eineinhalb Autostunden vom Nordeingang des Parks nahe Gardiner entfernt – dem einzigen Zugang, der im Winter für Privatautos geöffnet ist.

Shopping und Skifahren an der Ostküste: Von New York nach Neuengland

Skifahrer in Vermont: Erst zum Shoppen in Manhattan, dann zum Wedeln nach Stowe

Skifahrer in Vermont: Erst zum Shoppen in Manhattan, dann zum Wedeln nach Stowe

Foto: Brand USA / dpa-tmn

Riesige Schneeflocken leuchten von den Fassaden, ganze Gebäude sind in Schleifen gewickelt: In der Adventszeit glitzert und funkelt New York wie wohl kaum eine andere Stadt – eine großartige Atmosphäre für das Christmas-Shopping.

Tausende Lichter bringen den riesigen Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center zum Strahlen, zu seinen Füßen drehen Eisläufer ihre Runden. Kutschen fahren durch den Central Park. Auf einem der kleinen Weihnachtsmärkte wie am Columbus Circle trotzt man mit heißem Apfelpunsch der klirrenden Kälte.

Wer den Shoppingtrip ausdehnen möchte, kann es den Einheimischen gleichtun und zum Skifahren nach Neuengland aufbrechen. Als Skihauptstadt des Ostens hat sich zum Beispiel das historische Bergdorf Stowe in Vermont einen Namen gemacht. Es liegt gut 500 Kilometer nördlich von New York. Insgesamt 116 Pisten, darunter vier dunkelschwarze Doppeldiamant-Pisten, erstrecken sich über zwei Berge.

»Besuchen Sie die Städte am Wochenende und die Skigebiete unter der Woche«, rät Jackie Ennis von der Marketingorganisation Brand USA. »Dann sind die Preise erschwinglicher und die Menschenmassen nicht so groß – ideal auch, um die nötigen Abstände zu wahren.«

Anreise: Von Deutschland aus gibt es einige Nonstop-Flüge etwa ab Frankfurt oder München, außerdem Umsteigeverbindungen.

Sonne, Strand und Meer: Überwintern in Florida

Seekühe im Crystal River: Nicht nur US-Rentner überwintern in Florida

Seekühe im Crystal River: Nicht nur US-Rentner überwintern in Florida

Foto: Carol Grant / dpa-tmn

Wenn es in Deutschland nass und kalt wird, beginnt im Südosten der USA die beste Reisezeit. Florida ist als Winterziel ideal. Der Bundesstaat bietet eine Sonnengarantie, doch die schwüle Hitze des Sommers mit ihren Mücken ist vorbei. An den 2000 Küstenkilometern des Sunshine State gibt es Palmen und Strände satt.

Ob Everglades-Nationalpark oder Orlando mit seinen Freizeitparks: Die bekannten Sehenswürdigkeiten lassen sich auf einer Mietwagenrundreise abfahren. Übrigens: Disney World feiert jetzt 18 Monate lang mit neuen Shows und Attraktionen seinen 50. Geburtstag.

Auch weniger prominente Orte haben im Winter ihren Reiz: Ab Mitte November können Touristen und Touristinnen in der warmen Bucht von Crystal River, eine Stunde nördlich von Tampa, mit Seekühen schwimmen.

Sportfans sind in der Region The Palm Beaches richtig. Hier ballen sich mehr als 160 Golfplätze. Außerdem trifft sich jeden Winter die Weltelite des Pferdesports zu Poloturnieren, Dressurwettkämpfen und Springreiten an der Atlantikküste.

Anreise: Größere Städte wie Miami, Tampa und Orlando werden von Deutschland aus direkt angeflogen (vor allem ab Frankfurt).

Ein Hauch von Südsee: Exotisches Hawaii

Volcanoes-Nationalpark: Zwischen Surfbrett und Kraterrand

Volcanoes-Nationalpark: Zwischen Surfbrett und Kraterrand

Foto: Brand USA / dpa-tmn

Blumenketten, Surfer und Vulkane: Es gibt wohl kein größeres Kontrastprogramm zum deutschen Winter als ein Urlaub auf Hawaii. Die Inselgruppe im Pazifik punktet zum einen mit ihrem Wetter.

Außerdem hebt sie sich dank ihrer polynesischen Kultur deutlich vom Rest des Landes ab. Hawaii bietet selbst erfahrenen USA-Reisenden ganz neue Eindrücke – von der Hula-Tanzstunde bis zum Luau-Dinner.

Wasserratten nehmen Surfunterricht am weltberühmten Waikiki Beach. Naturliebhaber wandern durch mondähnliche Lavalandschaften oder paddeln im Kajak vorbei an Regenwäldern und Wasserfällen.

Der Klassiker ist eine Runde Inselhüpfen: Auf Maui, Kauai, Big Island und Oahu warten spektakuläre Küstenstraßen und Klippenlandschaften, der Hawaii Volcanoes Nationalpark und Pearl Harbour.

Anreise: Nach Hawaii gibt es keine Direktflüge ab Deutschland. Als Zwischenstopp bieten sich vor allem Westküstenstädte wie Los Angeles oder San Francisco an. Man kann aber auch von New York oder Seattle aus nach Honolulu weiter fliegen.

Jetset und Champagner-Schnee: Skifahren in Aspen

Aspen in Colorado: Champagner-Schnee lockt Wintersportler von weit her an

Aspen in Colorado: Champagner-Schnee lockt Wintersportler von weit her an

Foto: Tamara Susa / dpa-tmn

Wer einmal den perfekten Pulverschnee erleben will, muss zwischen Ende November und Mitte April nach Aspen. Dank des trockenen Klimas in den Rocky Mountains ist der Schnee hier in Colorado so fein und leicht, dass er den klangvollen Namen »Champagne Powder« trägt.

Vier Berge bis oberhalb von 3000 Metern gehören zum Skigebiet Aspen und Snowmass. Die Größe bemisst sich nicht in Pistenkilometern, sondern in Fläche. Und die kann sich sehen lassen: Wintersportler verteilen sich auf mehr als 22 Quadratkilometer.

Aspen zählt zu einem der legendären Skigebiete Nordamerikas. Dazu beigetragen haben der tolle Tiefschnee, einsame Waldabfahrten und die Parks und Pipes, die jeden Januar zum Austragungsort der Winter-X-Games werden. Den Rest haben die Promis besorgt.

Schon Hollywoodstar Gary Cooper lernte in Aspen Skifahren. Heute logieren Filmstars wie Jack Nicholson oder Cameron Diaz in der Kleinstadt mit ihren viktorianischen Villen, unzähligen Kunstgalerien, Nobelhotels und Luxusboutiquen.

Anreise: Aspen liegt rund 300 Kilometer südwestlich von Denver. Es gibt auch von Chicago oder Salt Lake City Verbindungen zum lokalen Flughafen in Aspen.

45 Tage Weihnachten: Feiern am Strand von Puerto Rico

San Juan: Puerto Rico in der Karibik ist das größte Außengebiet der USA

San Juan: Puerto Rico in der Karibik ist das größte Außengebiet der USA

Foto: Discover Puerto Rico / dpa-tmn

Wer einen USA-Urlaub plant, denkt nicht zuerst an Puerto Rico. Doch der karibische Inselstaat ist das größte Außengebiet der USA. Und wartet mit einigen Superlativen auf.

So gibt es hier nicht nur die hellste biolumineszierende Bucht der Welt. Deren nächtliches Leuchten kann bei einer entsprechenden Konzentration von Plankton von einem Glasbodenboot aus bestaunt werden. Über die Insel erstreckt sich auch das größte Höhlennetzwerk der westlichen Hemisphäre. Die mehr als tausend unterirdischen Höhlen sind zum Teil mit präkolumbianischen Felsbildern verziert.

Tropischer Urlaub auf Puerto Rico ist das ganze Jahr über möglich. Doch vor allem in den Wintermonaten erwacht der karibische Kulturmix bei zahlreichen Festen und Traditionen zum Leben. Von November bis Mitte Januar dauert etwa das Winterfest La Navidad.

Puerto Rico ist auch der größte Rumproduzent der Welt. Da liegt es nahe, mit einem Glas Rum auf die Hauptstadt San Juan anzustoßen. Deren koloniale Altstadt zählt zum Unesco-Welterbe und feiert bis Juni 2022 mit Ausstellungen, Konzerten und Festivals ihr 500-jähriges Bestehen.

Anreise: Ab Frankfurt gibt es Direktflüge nach San Juan in Puerto Rico. Die Verbindungen zu anderen amerikanischen Destinationen in den USA sind sehr gut.

Anmerkung: Am 15. Oktober haben wir das Öffnungsdatum der USA ergänzt.

Mona Contzen, dpa/abl
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