Kleine Läden und Kioske in aller Welt Vollgestopft mit Wunderlichem

Sie verkaufen Raritäten oder Schokolade, reparieren Grammofone oder Vintage-Fahrräder: Der Fotograf Vladimir Antaki hat rund um die Welt die Besitzer kleiner Geschäfte porträtiert.

Vladimir Antaki / Kehrer Verlag

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In seiner Werkstatt liegen unzählige Puppenköpfe und -beine sowie ganze Körper, es stapeln sich Fäden, Stoffe und Geräte. Seit mehr als 50 Jahren repariert Henri Launay in Paris Puppen, in seinem Lager findet man zu fast jeder das passende Ersatzmaterial. Irgendwann in Rente gehen? Das kann er sich nicht vorstellen. Zu viel Spaß macht ihm seine Arbeit.

Vladimir Antaki reist seit sieben Jahren durch die Welt, um Besitzer von solchen kleinen Läden aufzuspüren und sie in ihren Geschäften zu fotografieren. Mehr als 20 Städte in elf Ländern hat er bereits besucht - von New York City über Wien bis Beirut.

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12  Bilder
Kioskbesitzer, Schuhputzer und CD-Händler: Geschäfte machen aus Leidenschaft

1980 in Saudi-Arabien geboren, wuchs Antaki in Paris auf und lebt dort nach einem Studium in Montréal wieder. 2012 lernte der Fotograf in New York einen Mann namens Jainul kennen, der einen Kiosk in einer U-Bahn-Station betreibt. Ein Jahr später porträtierte er ihn - das war der Beginn seines Projekts. Mittlerweile fotografierte er gut 300 Läden. 45 Männer und Frauen zeigt er in seinem Bildband "The Guardians".

Wenn Antaki in einer Stadt ankommt, lässt er sich treiben, auf der Suche nach geeigneten Läden. Sieht er ein interessantes Geschäft, dann geht er hinein. Er müsse dort eine gewisse Magie spüren, die er nicht genauer erklären könne. Ist das der Fall, spricht Antaki mit den Besitzern und porträtiert sie dann. "Ich will sie fotografieren, wenn sie mir noch unbekannt sind und sie den gleichen Blick haben, den sie auch einem Fremden schenken würden."

In den Geschäften arrangiert Antaki nichts, fotografiert alles so, wie er es vorfindet. Bill Kaspers Musikgeschäft in New York zum Beispiel, wo sich Tausende CDs aufstapeln. Oder in dem Antiquitätenladen von Marie Gagné in Montréal, wo selbst die Wände voller Schilder sind. Ob man hier jemals etwas wiederfindet? Die Besitzer haben laut dem Fotografen ihre eigene Ordnung, die sie über die Jahre aufgebaut haben.

Preisabfragezeitpunkt:
24.05.2019, 19:20 Uhr
Ohne Gewähr

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Vladimir Antaki, Edward Burtynsky
Vladimir Antaki: The Guardians

Verlag:
KEHRER Heidelberg
Seiten:
112
Preis:
EUR 39,90

Auf den Fotos zu sehen sind außerdem eine Schneiderei aus Beirut, ein Friseurladen, der einem Eishockeyfeld gleicht, und ein Fahrradgeschäft für Vintage-Räder. Für Antaki herrscht zwischen Halter und Geschäft eine symbiotische Beziehung: "Der Laden ist eine Erweiterung des Menschen, sie sehen sich oft sehr ähnlich."

In Antakis Bildband verwandeln sich die vollgestopften Kioske, Schlossereien und Schokoladenläden in Schatzkammern voller Geschichten - ganz im Gegensatz zu unpersönlichen Kaufhäusern und Ladenketten. "Leider werden sie eines Tages nicht mehr existieren", sagt der Fotograf. Die Menschen würden ständig nach einer Möglichkeit suchen, Zeit und Geld zu sparen, und deshalb lieber in großen Einkaufszentren oder online einkaufen, statt lokale, kleine und spezialisierte Geschäfte zu fördern.

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14  Bilder
Straßenverkäufer weltweit: Meister des Minimalismus

Einige, die Antaki traf, müssen ihren Laden schließen, weil sie es sich nicht mehr leisten können, andere weil sie mittlerweile zu alt sind, um ihn noch lange zu führen. Viele haben keinen Nachfolger, der in ihre Fußstapfen treten möchte.

Antaki möchte, dass die Menschen erkennen, dass diese Geschäfte das Herz und die Seele jeder Stadt sind. "Ohne sie würde alles gleich aussehen. Sie machen das Besondere eines jeden Ortes aus." Mit seinem Bildband will er sichtbar machen und dazu aufrufen, sich für ihre Existenz einzusetzen.



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