Warum wir reisen Stockhausens Grotte

Weiße und rote Kammern, Säulen, Pilze, Vorhänge - und der längste Stalaktit der Welt: Die Jeita-Grotte im Libanon ist ein Wunder an Formen und Farben. Kein Wunder ist, dass sie auf der Liste der potentiellen sieben Natur-Weltwunder steht. SPIEGEL ONLINE zeigt die Reisebilder der Woche.

Neun Kilometer lang und bis zu 120 Meter hoch: Die Jeita-Grotte im Libanon ist Anwärterin auf den Titel eines von sieben Natur-Weltwunder. Allerdings stehen die Höhlen noch auf Platz 49 der momentanen Hitliste bei www.new7wonders.com  . Aber Fans können hoffen: Bis zum 31. Dezember, dem Ende der Abstimmung im Internet, ist noch Zeit. Momentan drängen sich auf den ersten drei Plätzen des Rankings der Strand Cox's Bazar in Bangladesch, die Ha-Long-Bucht in Vietnam und der Ganges in Indien.

Die Jeita-Grotte liegt nur 20 Kilometer nördlich von Beirut im Tal Nahr al-Kalb und wurde 1836 von dem amerikanischen Missionar William Thomson neu entdeckt. Schon in prähistorischen Zeiten waren die Höhlen bewohnt. Die Kalkstein-Grotte besteht aus einer oberen und einer unteren Höhle, durch die ein kleiner unterirdischer Fluss fließt. Der längste Stalaktit der Welt hängt in der sogenannten Weißen Kammer, er ist 8,2 Meter lang.

1969 war der deutsche Komponist Karlheinz Stockhausen einer der Künstler, die in der Grotte ihre Werke aufführen konnten. Nur neun Jahre später wurden die Höhlen, die zuvor öffentlich zugänglich waren, gesperrt: Im libanesischen Bürgerkrieg wurde hier Munition gelagert. Seit 1995 ist Jeita-Grotte wieder geöffnet und heute eine Touristenattraktion.

abl

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