Globetrotter erzählen Vom Glück, die Welt zu erleben

Was ist Glück? Darauf hat wohl jeder eine andere Antwort. Doch bestenfalls häufen sich die Momente des Glücks, wenn man aus dem Alltag ausbricht und die Welt erkundet. Hier erzählen Reisende von ihren Lebensträumen.

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Glück ist kein Zustand, heißt es. Glück ist flüchtig und manchmal nur eine Ahnung, ein Hauch, ein kurzer Moment. Vielleicht sind solche Augenblicke am ehesten zu spüren, wenn man sich aus dem Alltagstrubel aufmacht und sich an andere Orte begibt - ein anderes Land, zu fremden Kulturen, in die Natur oder einfach nur in die nächste Stadt.

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Internationaler Tag des Glücks: Vom Glück des Reisens

So eine Reise zählt für viele Deutsche zu ihren glücklichsten Ereignissen im Leben - das sagten immerhin 6 Prozent der von Yougov und dem Sinus-Institut zum Tag des Glücks am 20. März Befragten. Nur die Geburt eines eigenen Kindes (25 Prozent) und das Kennenlernen eines Lebenspartners oder -partnerin (13 Prozent) übertrumpfte dies.

Und für viele sind Weltreisen über eine möglichst lange Zeit ein Lebenstraum - wie für diese Globetrotter, die dem SPIEGEL von ihren Erlebnissen erzählt haben:

Lea Rieck: Mit dem Motorrad 90.000 Kilometer um die Welt

Die heute 32-jährige Münchnerin Lea Rieck ist 18 Monate um die Welt gefahren - mit einer Triumph Tiger 800 XCA. Zehn Sätze Reifen fuhr sie auf ihrer Reise ab, die sie zunächst von München über Russland, Kirgistan, China bis Thailand führte.

Die Begegnung, die sie besonders beeindruckte: "In Nepal hat mir eine Frau dabei geholfen, mein zerrissenes Kleid zu flicken. Sie wohnte in einem Bretterverschlag, ohne Elektrizität und fließendes Wasser. Als ich mich verabschiedet habe, hat sie mir Geld geschenkt, obwohl sie selbst keines hatte", erzählt Rieck. "Als Buddhistin verwies sie auf das Prinzip der Mitfreude. Das fand ich total berührend. Es ist eigentlich krass, dass wir so oft diesen neidischen Blick auf andere haben, auch wenn es uns selbst hier eigentlich gut geht.

Mehr über Rieck und ihre Erlebnisse auf ihrer Motorradreise lesen Sie hier:

Yuily Hsiao und Stephan Teusch: Mit Rad und viel Liebe

Die beiden Globetrotter fanden ihr Glück in Neuseeland - dort lernten sich Yuily Hsiao aus Taiwan und Stephan Teusch aus Schweich bei Trier kennen und lieben. Und planten bald eine Radtour rund um Taiwan. Trotz Regen, anstrengenden Bergen und Kälte klappte ihr Projekt so gut, dass sie einfach weitergefahren sind - erst bis Deutschland und dann immer weiter.

Lesen Sie hier mehr über Hsiao und Teusch und ihre Reise als Paar:

Peter und Beverly Pickford: Reise zu den letzten Enden der Welt

Das US-amerikanische Paar hatte das Glück, die abgelegensten Regionen der Erde zu erleben: Vier Jahre lang flogen Peter und Beverly Pickford gemeinsam, reisten mit dem Schiff, transportierten ihre Ausrüstungen komplett um die Welt und besorgten sich zahllose Genehmigungen. Die Naturfotografen suchten Landschaften auf, die der Mensch noch nicht für sich vereinnahmt hat.

Diese fanden sie mit Hilfe von Google Maps: "Wildnis herrscht überall dort, wo die Landkarte am dunkelsten ist", schreibt Peter Pickford in seinem Buch - und dort reisten sie hin, um Moschusochsen, Löwen, Grizzlybären oder mächtige Gebirge zu fotografieren.

Sehen Sie hier die Fotos der Pickfords:

Jada Yuan: 52 Orte in 52 Wochen

Jada Yuan war vor den Fidschi-Inseln tauchen, auf Safari in Sambia, hat in China die Regenbogenberge besucht und sich durch das wilde Nachtleben von Belgrad gefeiert: Für die "New York Times" ist die US-Journalistin zu den 52 Orten gereist, die die Zeitung in ihrem Reise-Ranking 2018 empfiehlt, und hat darüber berichtet. Das war anstrengend, aber auch voller "großartiger, unvergesslicher Erlebnisse", wie sie sagt.

Was hat die Reise zum Traumtrip gemacht? "Ich habe gelernt, Vertrauen zu haben - in mich selbst und in Fremde. Ich gehöre eher zu denjenigen, die die Straßenseite wechseln, wenn zu Hause in New York jemand zu dicht hinter mir geht", sagt Yuan. "Zu merken, dass es die allermeisten Menschen gut mit einem meinen und sehr hilfsbereit sind, war wunderbar."

Lesen Sie hier mehr über Jada Yuan und ihre Erlebnisse (für SPIEGEL Plus-Abonnenten):

abl

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
pek 20.03.2019
1. .
Es gibt nichts besseres. Und wisse: Niemand kann dir deine Erinnerungen nehmen.
Teutonengriller 20.03.2019
2. Luxusprobleme
bzw. -erlebnisse. Wenn ich so was lese,frage ich mich immer, wie wuppen die Leute so was? Schade,daß ich vor 30 Jahren nicht so mutig, sondern angepasst war. Jetzt ist zu spät
topas 21.03.2019
3.
Zitat von Teutonengrillerbzw. -erlebnisse. Wenn ich so was lese,frage ich mich immer, wie wuppen die Leute so was? Schade,daß ich vor 30 Jahren nicht so mutig, sondern angepasst war. Jetzt ist zu spät
Wieso "zu spät"? Es muss ja nicht - unbedingt - so groß sein. Auch Europa hat viele schöne Ecken. Schon mal in Wien bei Einheimischen einen "Kaiserschmarn -Workshop" gemacht? In Norwegen bei 12° (Luft und Wasser) spontan im Atlantik gebadet und auf einem Fjord gesegelt? In Irland bei Australiern mit Tschechen zusammen gegrillt? In Bulgarien bei einer Vernissage mit Salsa-Abend gewesen? In Kaliningrad von einer "echten russischen Oma" bekocht worden? In Tallin auf dem größten Bierfestival Skandinaviens gewesen? In Finnland bei einem traditionellen Dorf-Tanzabend gewesen? Ich habe das alles in dem Alter, in dem die Autoren der Berichte sind, auch gemacht. Und das lief alles - als Single - problemlos neben einem Vollzeitjob. Vieles per Billigflieger oder Mitfahrgelegenheit (ok, heute eher Fernbus) gewuppt. Dazu Couchsurfing (was jetzt auch nicht zwingend eine Domäne der Jugend ist - hab da auch einige Mitglieder mit 50+ Jahren gesehen). War alles im finanziell erträglichen Rahmen (im Schnitt vielleicht 30€/Tag). Oder wenn es noch kleiner sein soll... auch Deutschland hat seine schönen Ecken. Zur Saison mal im Stuttgarter Raum ein paar Besenwirtschaften abgeklappert? Mal im Spreewald gewesen & Kahn gefahren? Dresdner Frauenkirche "abgehakt"? Oder einfach mal ohne Kinder in einem Freizeitpark gewesen? Mal Grenzstädte "erlebt" - einen Tag die eine Seite, nächsten Tag die andere Seite besucht (einfach treiben lassen, kein Sightseeing-Marathon).
thequickeningishappening 21.03.2019
4. Mit 300 Kg Ballast um Die Welt
Das wuerde ich mir nicht antun. Light ist besser. Motorrad kann man lokal mieten oder auch kaufen. Zwischendurch Bus, Flieger, Faehre, Bahn. Ab und an Taxe und wenn's Sinn macht, zu Fuß.
emil7685 21.03.2019
5.
Zitat von Teutonengrillerbzw. -erlebnisse. Wenn ich so was lese,frage ich mich immer, wie wuppen die Leute so was? Schade,daß ich vor 30 Jahren nicht so mutig, sondern angepasst war. Jetzt ist zu spät
Bei sehr vielen Leuten in meinem Bekanntenkreis würde es vollkommen ausreichen, anstatt einen neuen VW Tiguan einen gebrauchten Toyota zu fahren um genúgend Geld zu sparen damit man zwei, drei Monate im Jahr frei machen und in der Weltgeschichte herumreisen kann.
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