Lorena Sarahí Rodríguez ist die erfahrenste Tänzerin der mexikanischen Volkstanzgruppe, die Delphine Blast vor ihre Kamera geholt hat
Lorena Sarahí Rodríguez ist die erfahrenste Tänzerin der mexikanischen Volkstanzgruppe, die Delphine Blast vor ihre Kamera geholt hat
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Delphine Blast

Die Sprache des Körpers Von Tanz zu Trance

Auf einer Reise durch Mexiko entdeckt die Fotografin Delphine Blast eine Volkstanzgruppe – und ist sofort von der Magie dieser Frauen fasziniert. Hier sind ihre Bilder.
Von Franziska Bulban

Wenn die Fotografin Delphine Blast beschreibt, wie sie Tänzerinnen aus Querétaro, Mexiko, zum ersten Mal gesehen hat, dann klingt das fast wie eine kleine religiöse Erfahrung: »Ich war eigentlich müde an diesem Abend. Ich hatte einen Fotoworkshop gegeben und war, nach einem anstrengenden Tag, endlich in meinem Hotel«, sagt sie am Telefon. »Ich habe den Fernseher angeschaltet, und auf einmal waren sie da – die Energie ihres Tanzes, ihre Kraft, all das hat sich direkt übertragen.« Sofort habe sie eine Freundin angerufen und mit ihr organisiert, dass sie die Frauen treffen konnten.

Zwei Tage später war sie unterwegs.

Mexikos Volkstänze sind weltweit berühmt. Kostüme, Musik und Bewegungen unterscheiden sich je nach Region und Anlass. Querétaro ist unter anderem bekannt für spirituelle Tänze, die zu Ehren von Schutzheiligen aufgeführt werden. Die Tänzerinnen, die Blast fotografierte, tanzen in verschiedenen Stilen und Kostümen.

Blast hat die Tänzerinnen in Querétaro bei einer Probe besucht – in einem schlichten Raum in einem Kulturzentrum.

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Tänzerinnen in Mexiko

Foto: Delphine Blast

»Es war verrückt, wie sich die Energie in diesem Raum geballt hat. Rund 30 Tänzerinnen haben geprobt, es war warm und eng. Und trotzdem konnte man spüren, wie sich die Frauen im Tanz verlieren, wie sie fast in eine Art Trance geraten – und wie es einen selbst mit hineinzieht.«

Ihre Bilder hat Blast in einem Nebenraum aufgenommen. Während eine Tänzerin vor der Kamera tanzte, nutzten andere den anderen Teil des Raumes, um ihre Kostüme zu wechseln, sich zu unterhalten und zuzuschauen. Doch die Tänzerinnen vor der Kamera, sagt Blast, hätten sich davon nicht ablenken lassen. »Es war egal, ob eine Frau tanzte oder hundert – sie sind in ihren Bewegungen aufgegangen, als habe etwas anderes ihren Körper übernommen.«

Ihre Reihe hat Blast »Dancing Flare« genannt – was so viel heißt wie »Tanzendes Leuchten«.

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