Foto: Kim Kyung-Hoon/ REUTERS

Geishas in Tokio "Nur wenn man dicht beieinandersitzt, kann man mit Gefühl reden"

Immer weniger Geishas üben ihre jahrhundertealten Künste aus. In der Coronakrise kämpfen sie ums Überleben. Der Reuters-Fotograf Kim Kyung-Hoon hat die Geishas des Tokioter Viertels Akasaka begleitet.
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Geisha in Tokio: Die Ausbildung der traditionellen japanischen Unterhalterinnen  ist aufwendig und teuer. Sie müssen mehrere Instrumente, Kalligrafie, Gesang und die Teezeremonie beherrschen. Die Coronakrise gefährdet den Beruf.

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Maki, Mayu, Koiku and Ikuko auf dem Weg zur Arbeit: Die Geishas im Tokioter Viertel Akasaka waren aufgrund des japanischen Ausnahmezustands monatelang ohne Arbeit. Jetzt müssen sie sich mit den Abstandsregeln arrangieren.

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Ikuko zog 1964 nach Tokio. "Es waren mehr als 400 Geishas in Akasaka, als ich kam, so viele, dass ich mich nicht mehr an ihre Namen erinnern kann. Aber die Zeiten änderten sich", sagt die 80-Jährige. Jetzt gebe es im Viertel nur noch 20 und nicht genügend Aufträge, um Lehrlinge auszubilden.

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Ikuko telefoniert in ihrer Wohnung: Sie befürchtet, dass einige Geishas aufgrund der langen Pandemie aufgeben. "Jetzt ist das Schlimmste vom Schlimmsten", sagt sie. "Wie werden wir durchkommen? Unsere Körper und unsere Seelen sind gefordert."

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Kimonos in Ikukos Wohnung: "Unser Einkommen ist auf null gesunken", sagt sie. "Ich habe ein bisschen Geld, aber für die Jüngeren war es sehr schwer. Die Geisha-Vereinigung hat bei der Miete geholfen."

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Make-up-Kasten: In der Coronakrise wird weniger Geld ausgegeben, und viele Menschen sind skeptisch, wenn sie Stunden in den geschlossenen traditionellen Räumen verbringen, in denen sie von Geishas bewirtet werden.

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Make-up-Künstlerin Mitsunaga Kanda und Perückenstylistin Yurie Hatanaka arbeiten mit Maske: "Alle meine Veranstaltungen sind abgesagt worden", sagt Kanda. "Wir berühren die Geishas und sind uns sehr nahe, obwohl wir nicht reden - das ist uns jetzt sehr bewusst geworden."

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Koiku schminkt Mayu: Die Engagements der Geishas sind aufgrund von Corona um 95 Prozent zurückgegangen. Und es gibt neue Regeln: kein Einschenken von Getränken für die Kunden, keine Berührungen, auch nicht zum Händeschütteln, und zwei Meter Abstand.

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Shoichi Sanagashi hilft der Tänzerin Tokijyo Hanasaki bei der Ankleide. Wie die Geishas befürchten auch die Tänzerinnen, Maskenbildnerinnen, Perückenstylistinnen und Kimonoankleider, dass das Coronavirus ihre Nischenberufe weiter gefährden könnte.

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Kimono-Ankleide: Das Gewand der Geisha unterscheidet sich von den traditionellen Frauenkimonos - der Susohiki ist sehr lang und meist in gedeckten Farben gehalten. Masken können die Geishas wegen ihrer aufwendigen Perücken kaum tragen.

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Ikuko sitzt fertig angekleidet und geschminkt vor einem Spiegel in ihrem Wohnzimmer. Mit anderen Geishas wird sie Gastgeberin einer Party in dem japanischen Luxusrestaurant Asada sein.

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Koiku, Maki and Ikuko warten auf ein Taxi, mit dem sie zu einem Auftritt fahren. Unterricht und Kimonos der Geishas sind teuer, und ihre Bezahlung hängt von ihrer Popularität ab. Einige Fähigkeiten, wie die geistreiche Konversation, die ältere Geishas wie Ikuko besonders beliebt machen, benötigen viel Übung.

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Die Mitarbeiter des Restaurants Asada tragen Schutzmasken, während sie mit Ikuko auf der Straße stehen und auf weitere Geishas warten. Die Geishas können als Freiberuflerinnen eine Million Yen (rund 8000 Euro) an staatlichen Subventionen beantragen.

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Koiku und Mayu betreten das Restaurant: "Wenn man dicht beieinander sitzt, kann man mit Gefühl reden, die Leidenschaft kommt durch", sagt Ikuko. "Wenn man zwei Meter voneinander entfernt ist, bricht die Konversation zusammen."

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Mayu (l.) und Koiku (r.) warten auf ihre Gäste. "Wir arrangieren die Veranstaltung im größtmöglichen Raum", sagte Shota Asada, Besitzer des Restaurants. "Wir tun alles, um diese Kultur am Leben zu erhalten."

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Koiku (l.) und Mayu (r.) bereiten sich auf ein Fotoshooting vor. "Mein Vater verstand nicht, was Geishas sind. Er dachte, das hätte was mit Prostitution zu. Er war so sehr dagegen, dass ich dachte, es würde die Familie auseinanderreißen", sagt die 47-jährige Mayu. Nach sechs Jahren sei sie einfach gegangen. "Als er unsere erste Vorstellung besuchte und sah, wie hart wir arbeiten, kam er hinter die Bühne, ging auf die Knie und verbeugte sich tief. Jetzt ist er ein riesiger Fan."

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Koiku, Maki, Ikuko und Mayu führen dem Fotografen einen Tanz vor: Während der Ausgangsbeschränkungen hatte Mayu Angst. "Ich ging meine Fotos durch und sortierte meine Kimonos", sagt sie. "Der Gedanke an eine zweite Welle ist erschreckend."

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Mayu, Maki und Koiku üben während ihres Geisha-Unterrichts eine Tanzroutine. "Sie sind auf eine besondere Art schön", sagte die Ex-Geisha Michiyo Yukawa. "Dies verschwinden zu lassen, wäre traurig."

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Die Geishas beim gemeinsamen Mittagessen in Ikukos Wohnung. Obwohl vor allem die alte Hauptstadt Kyoto für Geishas bekannt ist, gibt es auch in Tokio sechs eigene Geisha-Distrikte - darunter auch Akasaka. Dort gab es vor 30 Jahren 120 Geishas, heute sind es in ganz Tokio nur noch etwa 230.

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abl/Reuters
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