Sehnsuchtsziel Toskana: Ab 3. Juni ist Reisen nach Italien wieder möglich
Sehnsuchtsziel Toskana: Ab 3. Juni ist Reisen nach Italien wieder möglich
Foto: Leonardo Laschera / EyeEm/ Getty Images

Italien öffnet Grenzen nach Corona Endlich wieder Pizza, Pasta, Pisa

Italien macht die Grenzen auf - rechtzeitig zu den Sommerferien ist der Urlaub zwischen Alpen und Apulien wieder möglich. Die besten Spots.

Italien hat es hart getroffen: Innerhalb Europas hat das Coronavirus dort besonders schwere Folgen verursacht - und wie der ganze Kontinent ist auch Italien noch nicht zur Normalität zurückgekehrt.

Aber: Ab Mittwoch, 3. Juni, dürfen Deutsche wieder einreisen, um Urlaub zu machen und ohne in Quarantäne gehen zu müssen. Auch die Italiener selber dürfen erst dann im eigenen Land reisen. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung einer neuen Normalität - auch wenn noch Hygiene- und Abstandsregeln gelten.

Noch gilt die Reisewarnung  der deutschen Bundesregierung: Bis 14. Juni rät das Auswärtige Amt von allen Auslandsurlaubsreisen ab, um seine Bürger zu schützen. So eine Warnung bietet die rechtliche Grundlage zum Beispiel dafür, dass Kunden ihre Verträge mit Reiseveranstaltern kostenlos kündigen können.

Die Warnung ist aber kein Reiseverbot, sondern eine Empfehlung. Wenn es Flug- und Zugverbindungen gibt, Durchfahrten durch andere Länder möglich ist und die Einreise erlaubt, können Individualreisende dorthin fahren - auf eigenes Risiko.

Ab dem 15. Juni soll die Reisewarnung, die seit dem 17. März für alle Länder der Welt gilt, für zunächst 29 europäische Staaten aufgehoben werden, falls die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Dies wurde am Mittwoch vom Kabinett beschlossen. Außenminister Heiko Maas sagte nach der Kabinettssitzung, dass Norwegen und Spanien wegen noch bestehender Einreisesperren zunächst ausgenommen seien.

In Italien gehen die Fallzahlen der an Covid-19 Erkrankten seit Längerem zurück - die Ansteckungszahlen lagen zuletzt teils unter den Werten in Deutschland. Mit Abstand die allermeisten Fälle hatte die Lombardei. In den meisten Regionen in Süditalien gab es dagegen keine schweren Ausbrüche.

Wie jetzt die Regelungen für die Bevölkerung und für die Aufnahme des Tourismus aussehen, ist zwischen den Regionen sehr unterschiedlich. Auch die Maskenpflicht ist regional unterschiedlich geregelt.

  • Südtirol zum Beispiel will Touristen Gratis-Corona-Tests anbieten. Hier haben Hotels schon seit 25. Mai geöffnet.

  • Die Region Venetien wirbt damit, "Covid free" zu sein und will damit klarmachen, dass sie die Lage im Griff habe, obwohl es natürlich auch dort Infektionen gab.

  • Sardinien wollte einen Gesundheitspass einführen, mit dem Einreisende belegen sollen, dass sie nicht das Coronavirus haben. Nun könnte laut dem ADAC  eine Selbstauskunft reichen.

  • Sizilien hatte Anfang Mai angekündigt, 400.000 Gutscheine an Touristen für Ermäßigungen und Werbegeschenke ausgeben zu wollen. Auf der Webseite Visit Sicily  gibt es zwar ein Q&A zur Corona-Situation, aber noch keine Information über das Lockangebot.

Das Auswärtige Amt  empfiehlt, sich vor Antritt einer Reise auf den Webseiten der Städte und Regionen über mögliche Einschränkungen zu informieren.

So sieht es in Italien aus

Anreise: Ab 3. Juni dürfen alle Flughäfen Italiens wieder in Betrieb gehen. Die Flugverbindungen zu italienischen Zielen werden langsam wieder aufgenommen - Lufthansa, Alitalia und Eurowings bieten zum Beispiel Flüge an. Mit dem Auto und Bus ist es möglich, durch Österreich durchzureisen, allerdings nur wenn zum Beispiel eine Hotelbuchung vorgelegt werden kann und ohne Zwischenstopp.

Der Bahnverkehr zwischen Italien und Österreich ist laut Auswärtigem Amt noch ausgesetzt. Die Schweiz rät weiterhin von Reisen nach Italien ab und lässt die Grenze zu dem Land vorerst geschlossen. Dies sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter in der vergangenen Woche. Zurzeit erlaubt die Schweiz  bisher eine Durchreise nur, um den Wohnort zu erreichen. Laut Keller-Sutter bemüht sich die Schweiz um ein koordiniertes Vorgehen. Die Grenzkontrollen zu Deutschland, Österreich und Frankreich sollen ab 15. Juni fallen. Bis 6. Juli werden Personenfreizügigkeit und Reisefreiheit dann im gesamten Schengen-Raum angestrebt.

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Aktuelle Informationen bietet das Auswärtige Amt auf seiner Webseite .

Reisen im Land: Innerhalb Italiens werden neben den Flug- auch mehr und mehr Zug- und Fährverbindungen wieder aufgenommen.

Restaurants, Bars, Hotels, Sehenswürdigkeiten: Seit dem 18. Mai dürfen in Italien Bars, Restaurants und der Einzelhandel wieder öffnen. Das führte zu einem Ansturm auf Ausgehviertel, zu nächtlichen Feiern und vollen Strände mit Menschen ohne Mundschutz. Dabei gelten noch strenge Hygiene- und Abstandsregeln, der Zugang zu Strandbädern muss gebucht werden. Buffets in Hotels und Restaurants sind verboten. Seit dem 18. Mai dürfen alle Museen wieder Besucher empfangen, allerdings nur unter Auflagen.

Hörtipps für unterwegs

Wer ich bei der Anreise auf das Land einstimmen will, dem sei der Podcast SPIEGEL Live empfohlen, in dem sich die Redakteurin Eva-Maria Schnurr mit dem Historiker Klaus Bergdolt eine Stunde lang über die vielschichtige und wechselhafte Beziehung zwischen Deutschen und Italienern unterhält. Seit Jahrhunderten changiert das Verhältnis zwischen Sehnsucht und Misstrauen - und doch fühlen sich beide Länder tief verbunden.

Städte-Tipps

Nicht nur die Adria und das Tyrrhenische Meer ziehen die Touristen an, sondern auch die unvergleichliche Stadtkultur. Venedig war während des Corona-Ausbruchs wochenlang verwaist. Der Karneval wurde abgesagt, Kreuzfahrtanläufe sind nicht mehr möglich, Hotels waren geschlossen. Bürgermeister Luigi Brugnaro rief schon per Twitter auf: "Jedem, der sich in den kommenden Monaten bewegen kann, sage ich: Kommt nach Venedig". Auch Florenz - ebenfalls stark vom Tourismus abhängig - leidet unter dem Corona-bedingten Wegbleiben der Besucher. Deren Bürgermeister plant, auf einer internationalen Werbetour Mäzene um Spenden zu bitten.

Wir haben für die beiden Städte Tipps zusammengetragen, wie sich ihr Zauber in Ruhe genießen lässt.

Neben Metropolen wie Rom, Venedig, Florenz oder etwa Neapel ist Italien bekannt für seine vielen hübschen kleinen Städte und Dörfer. Im vergangenen Jahr war zum Beispiel Matera eine der beiden Kulturhauptstädte Europas - wir zeigen warum. Die Schriftstellerin Verena Carl widmet sich dazu Taormina auf Sizilien, ihr Roman "Lichter unter uns" spielt auch in der Stadt. Sie hat uns erzählt, warum die Sehnsucht nach der sizilianischen Stadt sie immer wieder aufs Neue packt.

Land und Fluss

Und dann ist da natürlich Italiens Natur! Hier sind vier Tipps, wie man das Land zu Fuß, auf dem Mountainbike oder Rennrad erkunden kann. Oder an einem der zahlreichen, fast unberührten Badestellen als Wildschwimmer ins Wasser springen kann: in einsame Wasserfallbecken oder wilde Flüsse.

Italien, wir kommen wieder.

abl/Mit Material von dpa
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