Mutter und Sohn beim Sonnenbaden: Sehnsucht nach Strand
Mutter und Sohn beim Sonnenbaden: Sehnsucht nach Strand
Foto: Lubitz + Dorner / plainpicture

Ostern und Pfingsten Urlaub planen? Aber sicher!

Ob Reisen in den Osterferien wieder möglich sein wird? Wohl nicht. Der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß macht jedoch Hoffnung auf Pfingsten. Was Urlauber bei der Buchung beachten sollten.

Zu gern würden Urlauberinnen und Urlauber jetzt zu Beginn des Jahres Pläne schmieden, Unterkünfte, Flüge und Bahntickets buchen. Doch nach wie vor gilt der Appell der Bundesregierung: »Verzichten Sie auf nicht zwingend notwendige Reisen ins In- und Ausland.« Viele Länder gelten noch als Risikogebiet, Reiserückkehrer erwarten verschärfte Einreiseregeln . Wie lange noch, kann zurzeit niemand mit Sicherheit sagen.

Bayern hat die vor allem für Wintersportler beliebten Faschingsferien schon mal gestrichen, in anderen Bundesländern sind Tage im Februar nach wie vor schulfrei. Wie sieht es aber in den folgenden größeren Ferien aus? Ende März beginnen immerhin die meist zweiwöchigen Osterferien, Mitte Mai die Pfingstferien.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, macht für die Osterferien wenig Hoffnung. »Ich glaube, dass Reisen etwas ist, dass die nächsten zwei, drei Monate noch sehr schwer vorstellbar ist«, sagte er am Montag in der Sendung »Frühstart« von RTL und ntv. Mit Besserung rechne er erst im zweiten Vierteljahr. »Ab den Pfingstferien wird es wieder besser. Und ich hoffe, dass dann der Sommer ein ganz großer Reisezeitraum wird.«

»Wenn wir im zweiten Quartal in Deutschland wirklich die meisten Menschen geimpft haben, wird es im Sommer eine Sicherheit geben fürs Reisen.«

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung

Für den Sommer rechnet Bareiß damit, dass Urlaub nicht nur in Deutschland, sondern – je nach Lage – sogar auch im fernen Ausland möglich sein könnte. »Wenn wir im zweiten Quartal in Deutschland wirklich die meisten Menschen geimpft haben, wird es im Sommer eine Sicherheit geben fürs Reisen«, sagte er dem Sender.

Allerdings sind Bareiß' Einschätzungen zunächst erst mal eins: Einschätzungen. Die Corona-Pandemie könnte Urlaubern zu Pfingsten, aber auch noch im Sommer einen Strich durch die Rechnung machen, nicht überall wird der Impfstoff in dem Maße verfügbar sein wie etwa in Europa. Wichtiger denn je ist daher das genaue Studieren des Kleingedruckten, bevor bei Reiseveranstaltern das tolle Schnäppchen, bei Airlines der besonders günstige Flug oder das billigste Ticket bei der Bahn erstanden wird.

Um ganz sicherzugehen, dass das Urlaubsbudget nicht durch Stornokosten schrumpft, sind hier einige Tipps für die Buchung:

Wann dürfen Urlauber Auslandsreisen kostenlos stornieren?

Eine kostenlose Stornierung von Pauschalreisen ist in der Regel möglich, wenn ein Land als Risikogebiet eingestuft wird. Verbraucher sollten sich dabei an den Reisewarnungen des Auswärtigen Amts orientieren, empfiehlt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Letztendlich ausschlaggebend für eine kostenlose Stornierung sei aber »die juristische Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen«, erklärt das Auswärtige Amt.

Was gilt bei speziellen Stornierungsangeboten von Veranstaltern?

Einige Reiseveranstalter werben mit besonders günstigen Frühbucherpreisen in diesem Jahr und mit kostenlosen Stornierungs- und Umbuchungsrechten bis 14 Tage vor Abreise. Mehr dazu hier :

Allerdings warnt die Verbraucherzentrale Brandenburg, dass sich die kostenlosen Stornierungsrechte nur auf ausgewählte Flugpauschalreisen bestimmter Marken beschränken und nicht für beliebte Angebote wie Kreuzfahrten gelten. Die Verbraucherschützer empfehlen daher, vor der Buchung genau zu prüfen, ob das Stornierungsrecht die konkrete Reise umfasst.

Auch sind die Regeln und Fristen von Veranstalter zu Veranstalter unterschiedlich und gelten zurzeit oft nur für Buchungen, die jetzt Anfang des Jahres getätigt werden. Und im Zweifel ist auch eine Frist von zwei Wochen vor einer Reise nicht ausreichend: Was ist, wenn sich etwa die Grenze nach Dänemark innerhalb von wenigen Tagen wieder schließt? Wenn ein Fernreise-Land zum Risikogebiet erklärt wird? Oder wenn man selbst an Covid-19 erkrankt? Stornokosten sind in den Tagen vor dem Abreisetermin am höchsten.

Was sollte bei Umbuchungsrechten beachtet werden?

Auch hier sollten Reisende laut der Verbraucherzentrale Brandenburg ganz genau hinsehen, ob das Angebot für die gewünschte Reise gilt und unter welchen Voraussetzungen umgebucht werden kann. Die Umbuchungsmöglichkeit gilt beispielsweise nur bei entsprechender Verfügbarkeit anderer Angebote. Außerdem können Urlauberinnen und Urlauber nur Reisen buchen, die genauso viel oder weniger kosten als die ursprünglich gebuchte Reise – anderenfalls müssen sie zuzahlen.

Was passiert, wenn der Veranstalter die Reise absagt?

Kann ein Veranstalter die Reise nicht mehr wie geplant durchführen, muss er laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen die Kosten komplett zurückerstatten. Allerdings gibt es immer noch das Risiko, dass ein Veranstalter in der Coronakrise pleitegeht. Auch wenn dann nicht unbedingt gleich das Geld weg sein sollte, der Urlaub ist erst mal verdorben. Wer dies fürchtet, sollte eher nicht Monate im Voraus buchen.

Muss ich einen Gutschein akzeptieren?

Nein. Wird eine Pauschalreise wegen der Corona-Pandemie abgesagt, haben Kundinnen und Kunden einen Anspruch auf Erstattung in Geld. Sie können jedoch auf freiwilliger Basis Gutscheine akzeptieren. Auch wenn der Anbieter Insolvenz anmeldet, müssen Kunden nicht fürchten, dass sie ihren Gutscheinwert nicht erstattet bekommen. Die Bundesregierung sichert den Wert des Gutscheins ab. Wird der Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst, müssen Veranstalter den Reisepreis auszahlen.

Was gilt bei Individualreisen?

Können Urlauberinnen und Urlauber ihr Ziel wegen geltender Reisebeschränkungen, eines Einreiseverbots oder der Lage der Unterkunft im Sperrgebiet nicht erreichen, können sie nach deutschem Recht ihre Unterkunft stornieren und ihr Geld zurückverlangen.

Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts führt laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen aber nicht automatisch dazu, dass eine Unterkunft nicht erreichbar ist. Hier sei im Einzelfall zu prüfen, ob der Kunde sein Geld zurückverlangen kann. Wurde die Unterkunft bei ausländischen Anbietern gebucht, gilt in der Regel dortiges Recht.

Greift die Reiserücktrittsversicherung?

Die Reiserücktrittsversicherung gilt laut Verbraucherschützern meist nur, wenn Versicherte aus persönlichen Gründen eine Reise nicht antreten können. Eine Stornierung wegen Ansteckungsgefahr mit einer Krankheit fällt nicht darunter. Allerdings gibt es auch Reiserücktrittsversicherungen, die pandemietauglich sind – hier erfahren Sie mehr darüber.

Was muss ich sonst wissen?

Corona wird uns wohl mindestens noch dieses Jahr begleiten. Und auch wenn die Lage sich in Europa und anderen westlichen Ländern nach und nach entspannen sollte, sieht es in anderen Staaten womöglich noch ganz anders aus. Schon die Verteilung des Impfstoffs weltweit lässt das vermuten.

Daher sollten Urlauberinnen und Urlauber sich auch – abseits von Stornobedingungen und Reiserecht – über ihr Traumziel eingehend informieren. Was für Verhältnisse herrschen allgemein vor: Ist die Versorgung mit Lebens- und Arzneimitteln gesichert? Funktioniert das Gesundheitssystem? Wie ist die Infektionslage am Urlaubsort? Gibt es Quarantänebestimmungen und Testauflagen? Vielleicht zeigt sich, dass es sinnvoller ist, mit der Fernreise noch etwas zu warten.

abl/AFP/dpa
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