Reiserücktrittsversicherungen im Check Urlaub weg, aber Geld zurück

Wenn die Fahrt in die Ferien aus Gründen ausfallen muss, ist die Enttäuschung oft groß – und der finanzielle Verlust auch. Wie lässt sich die Buchung absichern und für wen lohnen sich die Angebote? Stiftung Warentest gibt Tipps.
Und wenn man doch nicht fliegen kann? Eine Reiserücktrittsversicherung könnte zumindest den finanziellen Schaden gering halten.

Und wenn man doch nicht fliegen kann? Eine Reiserücktrittsversicherung könnte zumindest den finanziellen Schaden gering halten.

Foto: Shannon Fagan / Getty Images

Die Freude auf die Auszeit, auf eine Erholung vom Alltag war groß. Und dann das: Eine Krankheit, ein Unfall, plötzliche Arbeitslosigkeit oder ein kranker Hund – und die Abreise in den gebuchten Urlaub wird unmöglich. Meist bleiben Reisende auf hohen Stornogebühren sitzen. Reiserücktrittsversicherungen können das verhindern, wenn der entsprechende Grund versichert ist.

Die Stiftung Warentest hat 138 Tarife unter die Lupe genommen. Darunter sind 52 Policen für kombinierte Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherungen. Zu dieser Kombination rät die Zeitschrift »Finanztest«  in ihrer aktuellen Ausgabe. Ihr Vorteil: Reisen stornieren und abbrechen zu können. So sichert man nicht nur schon vorab auftretende Risiken ab, sondern auch solche, die erst im Reiseland auftreten. Etwa wenn ein Urlaub abgebrochen, unterbrochen oder verlängert werden muss.

Alle 52 Policen sind ohne Selbstbehalt. Dazu wird ebenfalls geraten, weil dafür ansonsten häufig 20 Prozent der Stornokosten fällig würden. Verglichen wurden zum einen Verträge für einzelne Reisen, zum anderen Jahrespolicen – sowohl für Einzelreisende als auch für Familien.

Das Ergebnis: Insgesamt schneiden zwar nur zwei Anbieter mit acht Tarifen mit der Bestnote ab. So bekommen ein »sehr gut« die Anbieter TravelSecure (Würzburger) für Einzel- und Jahresverträge und Europ Assistance für Jahresverträge mit zusammen sechs Tarifen. Doch insgesamt zeigen sich mit 27 mehr als die Hälfte der Vollschutztarife immerhin »gut«, und 15 weitere werden mit »befriedigend« benotet.

Ein Jahresvertrag deckt alle Reisen für ein Jahr bis zu einem festgelegten Reisepreis ab. Fällt eine Reise teurer aus, lässt sich das aber oft nachversichern. Im Familientarif sind alle Reisenden – zumeist zwei Erwachsene und zwei Kinder – inkludiert. Sind einzelne Familienmitglieder allein unterwegs, gelte der Vertrag auch, weswegen alle Teilnehmenden im Vertrag aufgeführt sein sollten. Der Betrag richtet sich oft nach der ältesten Person und werde dann ab 65 Jahren »meist deutlich teurer«, so die Zeitschrift.

Chronisch Kranke müssen Bedingungen genau prüfen

Eine 3000-Euro-Reise sehr gut abzusichern, kostet demnach für Singles bis zu 65 Jahren 112 Euro, für einen Jahresvertrag mit der gleichen Summe zahlen sie ab 104 Euro. Eine entsprechende Police für Familien kostet 143 Euro für die Einzelreise und ab 117 Euro für den Jahresvertrag.

Bei Vertragsabschluss sollte man noch auf die Details achten: Damit die Anbieter etwa bei einer Erkrankung eintreten, fordern sie oft, dass diese »unerwartet und schwer« auftritt. Chronisch Kranke und Menschen mit Vorerkrankungen müssen hier genau prüfen, ob und wann ihre Erkrankung mitversichert ist.

Einige Anbieter präzisieren dies: Demnach sei eine Krankheit unerwartet, wenn sie in dem halben Jahr vor Abschluss der Versicherung oder Buchung der Reise nicht ärztlich behandelt wurde. Im Krankheitsfall muss in der Regel eine Ärztin oder ein Arzt ein vom Anbieter vorgegebenes Formular ausfüllen.

Was und wer noch mitversichert ist, ist je nach Vertrag unterschiedlich. So können das laut »Finanztest« unter anderem sein:

  • Unfälle, Unverträglichkeiten von Impfungen, Komplikationen in der Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit durch betriebsbedingte Kündigung, eine neue Arbeitsstelle, Wiederholungen von Prüfungen, die beim ersten Mal nicht bestanden wurden.

  • Auch wenn Mitreisenden oder engen Angehörigen etwas passiert, ist je nach Tarif ein Rücktritt gedeckt.

  • Selbst ein erkrankter Hund kann je nach Tarif als berechtigter Grund gelten, wenn er zur Reise angemeldet war.

In der Regel lässt sich eine Versicherung noch bis zu 30 Tage vor Reisebeginn abschließen, bei Last-minute-Angeboten sei das meist bis drei Tage nach der Buchung möglich, so »Finanztest«.

abl/dpa
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