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Sky Mile Tower: Öko-Wolkenkratzer für Tokio

Foto: Kohn Pedersen Fox Associates PC

Architekten-Vision Sky Mile Tower Öko-Wolkenkratzer im Meer

Wie sehen unsere Reiseziele von morgen aus? Angesichts stark wachsender Einwohnerzahlen und steigender Meeresspiegel werden viele Großstädte ihre Skyline verändern. Hier eine Vision für Tokio.

Ein sechseckiger Wolkenkratzer, der mit 1600 Metern doppelt so hoch ist wie der Rekordhalter Burj Khalifa. 15 Apartmenthochhäuser, die sich bis zu 460 Meter hoch in den Himmel strecken und in denen 55.000 Menschen unterkommen können. Dazu Restaurants, Hotels, Shoppingmalls, Krankenhäuser. Dies alles umfasst der Sky Mile Tower, eine Vision New Yorker Architekturbüros. Entwickelt haben die Ingenieure und Designer die Idee für die Tokioter Bucht.

Japans Hauptstadt am Pazifik kämpft wie viele Metropolen weltweit mit einem enormen Einwohnerzuwachs, dazu kommt eine erhebliche Erdbeben- und Taifun-Gefahr und die Bedrohung durch den steigenden Meeresspiegel. Die Regierung hat daher die Initiative Next Tokyo 2045 ins Leben gerufen, für die Architekten an den Klimawandel angepasste Megacitys für das Jahr 2045 entwerfen sollen.

Der Sky Mile Tower ist daher auch nur Teil der Vision für einen ganzen Stadtteil in der Bucht von Tokio. Der "Next Tokyo District", entworfen von den Büros Kohn Pedersen Fox Associates (KPF) und Leslie E. Roberson Associates (Lera), ist ein künstliches Archipel mit dem Megaturm in der Mitte. Er umfasst eine Fläche von 12,5 Quadratkilometern und ist für 500.000 Menschen entworfen. Die für die engste Stelle der Bucht geplante Inselgruppe soll zugleich die Küstenstadt vor Wind und Wellen schützen. Sechseckige Ringe und gewinkelte Strukturen im Wasser brechen Riesenwellen und dienen zugleich als Frischwasserreservoir, Häfen und Algenfarmen.

Die enorme Höhe des Wolkenkratzers fordert die Entwicklung neuer technischer Lösungen: Statt zum Beispiel Wasser energieaufwendig Hunderte Meter hochzupumpen, soll die Fassade Regenwasser auffangen und Wolken anzapfen, das Wasser behandeln und in verschiedenen Höhen speichern können. Bei der Verteilung hilft die Schwerkraft. Die Zehntausenden Bewohner werden vertikal und horizontal mit einem neuen Liftsystem transportiert und können sich auf mehreren offenen, windgeschützten Plattformen treffen.

"Um es klar zu sagen: Next Tokyo 2045 ist ein hypothetischer Vorschlag, der der Forschung dient", teilte KPF mit. Zurzeit sei nicht geplant, die Vision umzusetzen, lediglich an den dafür notwendigen Technologien werde weitergeforscht. Und dafür sind solche Ideensammlungen auch gedacht: um umweltfreundliche Lösungen für die Herausforderungen zu finden, vor denen Metropolen schon heute stehen.

abl