Architektur-Schmuckstücke New York mit Genickstarre

New York, New York! Natürlich sind es die alten Giganten wie das Empire State Building, die den Reiz von Big Apple ausmachen. Doch zu den architektonischen Kostbarkeiten gehören auch hypermoderne Bauten wie das Rose Center oder der Prada-Shop. Zehn Tipps für Architekturfans.


New York dürfte gerade für Architekturbegeisterte eine Reise wert sein. Rick Bell, Chef des Zentrums für Architektur der amerikanischen Architektenvereinigung in New York, hat eine Liste von zehn sehenswürdigen Gebäuden in der US-Metropole zusammengestellt. Eines der berühmtesten New Yorker Gebäude, das Empire State Building, gehört nicht dazu. Denn wie das aussieht, wisse ohnehin jeder New-York-Besucher, meint Bell.

Zu finden sind dagegen das Condé Nast Building auf dem Times Square, das als der erste "grüne" Wolkenkratzer gilt, und das Seagram Building, die einzige Arbeit des weltberühmten deutschen Architekten Ludwig Mies van der Rohe in New York.

Hier die Einzelheiten zu den Architektur-Highlights auf Bells Liste:

  • Condé Nast Building: Das 264 Meter hohe Gebäude der Architekten Fox & Fowle auf dem Times Square in Manhattan ist das, was Bell als "ökologisch korrekt" bezeichnet. Der 1999 vollendete Bau verfügt über Systeme für Luftqualität und Energieeinsparung nach dem modernsten Stand.

  • Brooklyn Museum: James Stewart Polshek ergänzte 2004 den Eingangsbereich des neobarocken Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert mit einer modernen kreisförmigen Struktur aus Glas und Stahl.

  • Prada New York: Eine von Rem Koolhaas im Jahr 2001 entworfene wellenförmige Struktur aus tropischem Zebraholz verbindet im Zentrum die beiden Stockwerke des Ladens auf dem Broadway in Soho. "Sie stellt das Angebot aus, sie verkauft es nicht nur", sagt Bell.

  • Rose Center for Earth and Space: Das von James Stewart Polshek entworfene hypermoderne Bauwerk aus dem Jahr 2000 gehört zum Amerikanischen naturhistorischen Museum am Central Park West in Manhattan. Eine beleuchtete Kugel von 27 Metern Durchmesser scheint in einem großen Glaswürfel zu schweben. In ihr befindet sich das Hayden-Planetarium.

  • Apple Store Soho: Der Entwurf für den von außen fast unauffälligen Laden in der Prince Street in Manhattan aus dem Jahr 2002 stammt von Ronnette Riley und Bohlin Cywinski Jackson, wurde aber vom Apple-Kreativteam und Vorstandschef Steve Jobs selbst mitgeprägt. Die Fassade eines Postamts aus den 20er Jahren aus Stein und Ziegeln ist praktisch originalgetreu erhalten, bis hin zum Schriftzug "Station A" über dem Eingangsportal. Das Innere zeichnet sich durch einen puristisch weiß gehaltenen Raum und eine einladende Glastreppe aus, die zu einer gläsernen Galerie führt.

  • Hearst Tower: Der 42-geschossige Turm aus schräg verlaufenden Trägern und großen Glaspaneelen wurde von Sir Norman Foster entworfen und im Jahr 2004 fertig gestellt. Er wurde auf das ursprüngliche sechsstöckige Gebäude des Hearst-Medienimperiums an der Eighth Avenue in Manhattan aufgesetzt.

  • Grand Central Terminal: Der Hauptbahnhof im Herzen von New York, 1903 bis 1913 im Stil des Neobarock errichtet, sollte schon abgerissen werden. Die Restauration unter Leitung der Architekten Beyer, Blinder & Belle wurde 1998 abgeschlossen und stellte die Schönheit des Prachtbaus mit seinen steinernen Bögen, Kathedralenfenstern und der mit den Sternbildern bemalten Decke in der Haupthalle wieder her.

  • Morgan Library: Der von Renzo Piano entworfene Anbau an das aus dem Jahr 1906 stammende Bibliotheksgebäude an der Fifth Avenue in Manhattan wurde im Jahr 2006 fertiggestellt und gilt als eines seiner Meisterwerke. Gläserne Wände verbinden alte und neue Architektur.

  • Chrysler Building: Das 319 Meter hohe Gebäude aus dem Jahr 1930, entworfen von William van Alen, ist nach Ansicht von Bell ein phänomenales Beispiel der Art-déco-Architektur. Es sei elegant und zugleich amüsant, von der Krone aus Bögen von rostfreiem Stahl bis hin zu den Wasserspeiern in Form von Kotflügeln oder Motorhauben.

  • Seagram Building: Das von Ludwig Mies van der Rohe und Philip Johnson 1958 vollendete Hochhaus an der Park Avenue "hat unsere Skyline verändert", sagt Bell.

Von Beth Harpaz, AP



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