Armani-Hotel im Burj Chalifa Außen mega, innen Stil

Mit einem gigantischen Feuerwerk ist der Burj Chalifa in Dubai eröffnet worden. Aber wie sieht das höchste Haus der Welt eigentlich innen aus? Modeschöpfer Armani will in Kürze auf mehreren Etagen Luxuswohnungen und ein Designhotel eröffnen - SPIEGEL ONLINE zeigt erste Bilder.

Von Helge Sobik


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Armani-Hotel: Designerhotel im Burj Chalifa
Seit Juli vergangenen Jahres standen Tausende Bewerber aus aller Welt Schlange und wollten einen der 600 zu vergebenden Jobs im weltweit ersten Armani-Hotel ergattern - ohne zu wissen, auf was genau sie sich einlassen. Denn damals wie heute werden die Details der Edel-Herberge des italienischen Luxusschneiders Giorgio Armani als Geheimnis gehütet. So viel aber steht fest: Am 18. März soll das Hotel im Weltrekord-Wolkenkratzer Burj Chalifa eröffnet werden.

Sogar Fotos der Hotelzimmereinrichtungen werden bislang nicht preisgegeben - nur Bilder der Luxuswohnungen. Sicher war für die Job-Aspiranten nur so viel: Sie würden in einem der exklusivsten Häuser der Welt bedienen, ihr Arbeitgeber würde einen klangvollen Namen haben und ihr Dress - vom Anzug des Direktors bis zum Käppi des Pagen - vom Meister höchstpersönlich designt sein.

Der 75-jährige Armani ist der Hauptmieter des neuen Towers und stattet neben den 160 Hotelzimmern in den Geschossen eins bis acht und 38/39 auch 144 Eigentumswohnungen aus, die sogenannten Armani Residences in den Stockwerken neun bis 16. Die restlos verkauften Wohnungen sind an Stil kaum zu überbieten - mit ihren gedeckten Tönen und Schwarz-Weiß-Kontrasten, unterstrichen durch genau abgestimmte Ausleuchtung mit zahlreichen Halogen- und LED-Spots.

An der Einrichtung der Residences wird sich die der Hotelzimmer orientieren: Der Mann aus Mailand verantwortet auch hier das komplette Innendesign von der Tischdecke über den Teppichboden bis hin zum Bett. Das Design ist schnörkellos, elegant und mit klaren Akzenten. Zum Einsatz kommen die Stoffe, die gedeckten Farben und Formen der hauseigenen Einrichtungslinie Casa Armani sowie Neu-Kreationen des Designers, darunter Leuchten, die er eigens für das Hotel entworfen hat.

Armanis Partner ist ein Dubaier Konzern

Der Name Armani ist es, der die gut betuchten Gäste in den Neubau ziehen soll. Partner bei Armanis weltweiten Hotelambitionen ist der Bau- und Immobilienkonzern Emaar aus Dubai: "Während die neue Marke in ihrem Kern das ästhetische Verständnis von Giorgio Armani verkörpert, steuern wir die Kompetenz in Sachen Hotelentwicklung bei", erläutert Marc Dardenne, der als Vorstandschef von Emaar Hospitality nicht nur Boss der Armani-Hotels ist, sondern auch von The Address. Die erst vor knapp über einem Jahr gegründete Fünf-Sterne-Hotelkette betreibt inzwischen mehrere Häuser in Dubai - eines direkt gegenüber des Burj Chalifa.

Die Abgrenzung zur Konkurrenz bringt der Hotelchef auf den Punkt - ohne damit Überraschendes zu offenbaren: "Der Unterschied zu anderen Marken liegt darin, dass Giorgio Armani als einer der weltweit führenden Modeschöpfer persönlich das gesamte Design seiner Hotels entwickelt."

Bauleiter Greg Sang aus Neuseeland kann ein Lied davon singen und hat den Italiener mehr als einmal auf der Baustelle getroffen: "Er kommt immer wieder, kümmert sich um jedes Detail selbst, ist supergenau, sehr akkurat. O ja!" Sang kann das gut verstehen: "Schließlich ist es sein Name, der hier sehr bald in großen Lettern über dem Portal stehen wird."

Armani will weltweit expandieren

Während als Erstes die Armani Residences ab Februar an die Eigner übergeben werden, folgt die Hoteleröffnung im März - mit eigenem Nachtclub unter dem Namen "Armani Privé", mit "Armani Spa", einem Schokoladengeschäft unter dem Namen "Armani Dolci" und dem Edel-Blumenladen "Armani Fiori". Erst anschließend sollen die höher gelegenen Etagen des Towers mit Büros und weiteren Wohnungen ohne Armani-Bezug übergeben werden, berichtet die Lokalzeitung "Gulf News".

Die Eröffnung in Dubai wird nur der Anfang einer Armani-Hotelkette sein, denn das Unternehmen will rasch expandieren und hat bereits Folgeprojekte angekündigt. Als Zweites steht ein Haus in Mailands Via Manzoni mitten im Quadrilatero della Moda an, dem Modeviertel. Verträge sind unterschrieben für ein Resort in Marrakesch, außerdem für Armani Residences im ägyptischen Marassi. Anschließend sollen Stadthotels in den internationalen Schlüsseldestinationen New York, Shanghai und London folgen.

Einen bestimmten Hauptrivalen bei der Jagd auf die schmale Zielgruppe der extremen Luxusreisenden will Dardenne nicht nennen. Die Bulgari Hotels sind zwar ähnlich von Mode- oder Schmuckdesignern geprägt, aber es gibt weltweit nur zwei Häuser. Die unter dem Namen Lungarno geführten Hotels der Ferragamo-Familie gibt es ausschließlich in Italien. Der Name der Missoni-Hotels wiederum, die gerade in Partnerschaft mit Rezidor entstehen und in den eher zweitrangigen Destinationen Kuwait und Edinburgh eröffnet haben, ist weltweit nicht so bekannt.

Geschätzte Preise bei 500 Euro pro Nacht

Armani und sein Partner Emaar haben dagegen Größeres vor. Insofern dürfte es vor allem die Four-Seasons-, Ritz-Carlton- oder Park-Hyatt-Klientel sein, um die künftig auch der Designer ringen wird - mit seinem zeitlosen Look, vor allem aber ganz ohne den Plüsch, das Gold und die Stilmöbel eines arrivierten Grand Hotels vergangener Tage oder einer Versace-Herberge. Dardenne kommt ebenso wie auch weitere Mitglieder seines Führungsteams von Ritz-Carlton. Seine Formel lautet derweil: "Wir richten uns an Connaisseurs, die Erstklassigkeit, Stil und Eleganz schätzen."

Die Übernachtungspreise dürften sich Branchenschätzungen zufolge nach einer kurzen Phase mit niedrigeren Einführungspreisen an den Tarifen von Bulgari orientieren - also bei deutlich über 500 Euro fürs Doppelzimmer pro Nacht liegen.

Die 600 Hotelangestellten sind inzwischen unter Vertrag, trainieren seit Monaten das Zusammenspiel und Service-Abläufe. Sie stammen aus fast zwei Dutzend Ländern. "Wir wollen damit sicherstellen", so Dardenne, "dass unser Team wirklich kosmopolitisch aufgestellt ist. Das spiegelt die Internationalität der Besucher des Hotels wie dieses Turms. Und die Vielfalt des Standorts Dubai."


Buchtipp: Vom Autoren dieses Beitrags, Helge Sobik, ist der Bildband "The Dubai Story" mit Fotos unter anderem von Andreas Gursky und Jochen Tack im Feymedia-Verlag (49 Euro) erschienen.



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ollux 05.01.2010
1. Armani-Hotel im Burj Chalifa
Der mittlerweile schon 75-zig jährige Armani hat sich auf seine alten Tage ein großes Bündel geschnürt. Will er seinem beachtlichen Lebenswerk das endgültige Zitronencemee-Bällchen auf den Kosakenzipfel setzen? Er sollte wissen, dass sein so zeitgemaäß grau-schwarz gestyltes Finish über Deko, Möbel und lieblicher Serviette in relativ kurzer Zeit, spätestens mit seinem Ableben, auf den Müll wandert, wie bisher die meisten aller avantgardistisch angehauchten Hotel-Interieurs. Wahrscheinlich ist es auch mehr der Wunsch, die Mitbewerber Bulgari, Missoni et Versace in geordnete Schranken zu weisen. Im Burj Chalifa gibt es dazu prächtigen Auslauf. Ansonsten ist mir dieses Projekt vollkommen Wurst und Schnuppe, da es mich in keinster Weise in die Golf Region zieht, um Urlaubstage, selbst bei völlig beliebigen Kleingeld , zu verbringen. Gründe gibt es genug: Der rein optische, wie kulturelle Gedanke an die Cote d´Azur mit Locations wie Cannes, Cap Ferrat, Nice ist schon deutlich attraktiver. Merke: es nützt nichts, aus Sanddünen mit Golfwasser ein Paradies mittels gepumpter Milliarden zaubern zu wollen. Der Umstieg eines Oelstaates in eine Shopping- wie Tourismus- Metropole wird so, wie schon bei der jetzigen krise gesehen, scheitern. Das World Projekt wird wohl kaum wiederbelebt werden. Es stimmmt nur im Tower Burj Chalifa, wie auch in anderen Hotels der Region die Temperatur und Luftfeuchte zwischen Mai und September. In der interessanten Reisezeit Nov. bis März verbringe ich lieber meine Zeit im Schnee der Corvilia von St. Moritz. In der, ach so phantastischen Shopping mail kann man billig erworbenes Louis Vuitton Taschen, Cartier-Ringelein,Rolex wie Apple-Laptops nur teurerst versteuert , aber dafür legal, am Frankfurter Zoll, der sich mittlerweile darauf spezialisiert hat, vorbei bringen. Last not least hat dieser Burj sehr viel mit dem Turm von Babel gemein. Auf die speziellen Einzelheiten brauche ich nicht einzugehen, da sie sich von selbst verstehen sollten. Beachtenswert, wie aber auch irritierend ist jedoch, dass alle Nachteile, wie auch der in der heutigen Zeit fast schon pervers zu nennende Gigantismus einen mehr zur Mimimalistik neigenden Armani nicht abgeschreckt haben. Entschuldbar wäre dies allein durch eine gewisse Altersmildheit des Meisters.
dehnübung 05.01.2010
2. Aus anderer Sicht
1,5 Millarden Dollar für ein 800m Haus. So beeindruckend viel Geld ist das gar nicht. Die CSU hat Bayern gerade um 3,7 Milliarden Euro ärmer gemacht. Dafür hätten sie 3, 800m Meter Türme, bauen können. In Worten drei. Damit hätten sie Bayern dann weltberühmt machen können, die ganze Welt hätte staunend auf Bayern geschaut. Zur Zeit staunt mann/frau nur, wie gelassen die Bayern diese Truppe ertragen.
yomow 05.01.2010
3. Kosten
Zitat von dehnübung1,5 Millarden Dollar für ein 800m Haus. So beeindruckend viel Geld ist das gar nicht. Die CSU hat Bayern gerade um 3,7 Milliarden Euro ärmer gemacht. Dafür hätten sie 3, 800m Meter Türme, bauen können. In Worten drei. Damit hätten sie Bayern dann weltberühmt machen können, die ganze Welt hätte staunend auf Bayern geschaut. Zur Zeit staunt mann/frau nur, wie gelassen die Bayern diese Truppe ertragen.
Das Problem ist, dass spon selbst nicht weiß, was der Turm gekostet hat, sondern sie einfach irgendwo abschreiben und das jedesmal woanders. Gestern war in einem spon Artikel von 1/2 Milliarden die Rede, in der Bilderstrecke von 1 Milliarde, Sie reden von 1,5 Milliarden, die sie wohl auch irgendwo her haben. Im TV haben sie eben etwas von 3 Milliarden gesagt und in meiner Tageszeitung steht 14 Milliarden. Ich muss jedes mal wieder grinsen, wenn mir schon wieder eine neue Zahl präsentiert wird.
Currie Wurst 05.01.2010
4. Quatsch
Zitat von sysopMit einem gigantischen Feuerwerk ist der Burj Chalifa in Dubai eröffnet worden. Aber wie sieht das höchste Haus der Welt eigentlich innen aus? Modeschöpfer Armani will in Kürze auf mehreren Etagen Luxuswohnungen und ein Designhotel eröffnen - SPIEGEL ONLINE zeigt erste Bilder. http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,670032,00.html
Ich kann´s kaum erwarten, meine neue Ferienwohnung im Burtsch Tralala zu beziehen. Mit Mariah Carey und Paris Hilton als Nachbarn und ein paar Paparazzi als Zaungäste. Oder gehören die beiden gar nicht zu den "extremen Luxusreisenden" ? Aber vielleicht reicht auch schon extrem durchgenallt :-) Im Ernst: wer braucht den Quatsch ? Durchgestylte Wohnungen, weil man´s draußen kaum aushalten kann. Wenn ich auf Königsberger Klopse Vanillesoße gieße, schmecken die mir auch nicht besser. Soviel zu Armani.
Currie Wurst 05.01.2010
5. ...
Zitat von dehnübung1,5 Millarden Dollar für ein 800m Haus. So beeindruckend viel Geld ist das gar nicht. Die CSU hat Bayern gerade um 3,7 Milliarden Euro ärmer gemacht. Dafür hätten sie 3, 800m Meter Türme, bauen können. In Worten drei. Damit hätten sie Bayern dann weltberühmt machen können, die ganze Welt hätte staunend auf Bayern geschaut. Zur Zeit staunt mann/frau nur, wie gelassen die Bayern diese Truppe ertragen.
Bayern ist doch schon weltberühmt: für die größte Provinzler-Dichte in der Politik.
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