"Berlinka" Geradewegs nach Kaliningrad

Reichsstraße "Berlinka" soll die Region beleben - Grünes Licht für die Wiederherstellung der Reichsautobahn nach Kaliningrad, dem früheren Königsberg.


Alte Reichsstraße
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Alte Reichsstraße

Kaliningrad - Jetzt soll es endlich wieder eine befahrbare Verbindung zwischen dem russischen Kaliningrad und dem polnischen Elbing geben. Nach zähem Ringen und zwischenzeitlichem Baustopp wird am 7. Mai der Auftrag für die Ausarbeitung der Baupläne erteilt. Wert: 2,5 Millionen Zloty (umgerechnet 1,4 Millionen Mark). Die Baumaßnahmen umfassen neben der Wiederherstellung der alten Reichsautobahn auch die Errichtung eines neuen Grenzübergangs.

Auf der russischen Seite ist die so genannte Berlinka - die Berlin-Strecke - bereits einspurig befahrbar. Allerdings ist die Reise über diese Piste sehr abenteuerlich. Es gibt keine Orts- oder Hinweisschilder, häufig muss man sich den Weg über Sandhaufen von der einen zur anderen Fahrbahnseite bahnen und weiß nie, ob man nicht unversehens im für Ausländer verbotenen Grenzbereich landet. Die Gebietsverwaltung hatte Anfang der neunziger Jahre mit der Renovierung der Autobahn begonnen, dann aber die Arbeit eingestellt, da sich auf der polnischen Seite nichts tat.

Auf polnischer Seite kann die Reichsautobahn bis Braunsberg befahren werden. Wer weiter nach Kaliningrad möchte, muss sich auf einer engen Landstraße bis zum Grenzübergang vor Heiligenbeil quälen. Lastwagen können diese Grenze nicht passieren und müssen gar einen großen Umweg zum nächsten Grenzübergang in Kauf nehmen.

Geld von den EU-Behörden

Hilfreich für das Projekt können die EU-Behörden in Brüssel sein. Sie sind an einem Ausbau des Verkehrsnetzes in und durch das Gebiet von Kaliningrad im früheren Nordostpreußen interessiert, insbesondere der Via Baltica von Riga über Königsberg nach Westen. Unter diesem Gesichtspunkt würde die EU auch die "Berlinka" finanzieren, doch die Polen haben bisher noch keine konkreten Pläne vorgelegt.



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