Bucht von Arcachon Kurztripp zu den Austern

Wer den beschwerlichen Gang auf die Dune de Pilat auf sich nimmt, wird mit einer wunderbaren Aussicht belohnt: Von dem 114 Meter hohen Kamm schweift der Blick hinaus auf den Atlantik und zurück über das Becken von Arcachon, wo gerade frische Austern gefischt werden.


Die Dune de Pilat ist die größte Wanderdüne Europas
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Die Dune de Pilat ist die größte Wanderdüne Europas

Arcachon - Die 60 Kilometer von Bordeaux an die Altantikküste führen auf dem letzten Stück durch ausgedehnte Kiefernwälder. Dahinter liegt ein über weite Strecken menschenleerer Strand, der sich mitunter zu gewaltigen Dünen auftürmt; die Dune de Pilat ist die größte Wanderdüne Europas. Berühmt geworden ist Arcachon allerdings nicht nur als lohnendes Ausflugsziel für Städter, sondern vor allem für seine Austern, die sich hier direkt vor Ort genießen lassen.

Seit 1860 werden in Arcachon Austern gezüchtet. Die Bucht bietet ideale Voraussetzungen: Wegen des vergleichsweise flachen Gewässers können hier keine großen Schiffe fahren, sondern lediglich Yachten und die flache Boote der Austernzüchter. Bei Flut überschwemmt das Wasser eine Fläche von rund 15.000 Hektar, bei Ebbe schrumpft die Oberfläche auf ein Drittel zusammen. So wird zweimal am Tag fast das gesamte Wasser in der Bucht erneuert.

Ausblick auf die Austernbänke in der Bucht von Arcachon
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Ausblick auf die Austernbänke in der Bucht von Arcachon

Ein typischer Hafen für Austernfischer ist Larros: Hufeisenförmig um ein Becken mit direktem Zugang zur Bucht ducken sich windschiefe Holzhütten. Generationen von Austernfischern lagerten in solchen Kabinen schon ihr Material: Drahtmatten, auf denen sich die großen Tiere zu Hunderten sammeln, und die "Blanchir" - weiße Dachziegel, an denen die Jungtiere haften. Jeden Tag werden im Hafen Besucher zur Verköstigung geladen und einige Exemplare direkt an kleinen Ständen verkauft: Zwölf Austern, Brot, Butter und ein Glas Wein kosten umgerechnet knapp 14 Mark.

Französische Austern: Von der Zuchtbank frisch auf den Markt
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Französische Austern: Von der Zuchtbank frisch auf den Markt

Wer besonders neugierig ist, darf hinter die Kulissen der Zucht schauen: zum Beispiel in die Hütte eines Bootliebhabers, der gerade eine alte Pinasse - so heißen die traditionellen Austernfischerboote - restauriert. In Port de Larros findet sich zudem die Werft Jean-Piere Dubourdieu, die neue Pinassen anfertigt.

Alles über Austern erfahren Besucher im "Maison de l'Huitre", dem Haus der Austern im Hafen von Larros. Zum Beispiel lernt der Zuhörer während der Führung, dass die im Becken von Arcachon gezüchteten Austern mit dem wissenschaftlichen Namen Cassotrea gigas ursprünglich aus Japan stammen. Die japanische Auster ist größer und hat mehr Fleisch als die zuvor gezüchtete portugiesische Auster.

Die traditionellen Austernfischerboote heißen Pinassen
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Die traditionellen Austernfischerboote heißen Pinassen

Alle Arten von frischem Fisch gibt es im Fischereihafen von Arcachon: An den 280 Meter langen Kais werden täglich Scholle, Steinbutt, Glattbutt oder Wolfsbarsch, Goldbrasse und Seehecht angelandet. Jährlich sind es rund 2000 Tonnen. Davon landet so manches Exemplar frisch auf dem Tisch der Restaurants entlang der Uferpromenade von Arcachon.

Informationen: Französisches Fremdenverkehrsamt, Westendstraße 47, 60325 Frankfurt, Tel.: 0190/570025, Fax: 0190/599061 für je 1,21 Mark pro Minute, E-Mail: franceinfo@mdlf.de.



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