Burj Chalifa So deutsch ist das höchste Haus der Welt

2. Teil: Bautechnik - Fundamente und Pumpen


Die Tiefbauspezialisten von Bauer aus Schrobenhausen sorgten dafür, dass der Mega-Turm fest im Sandsteinboden verankert wurde und nicht umkippen kann. Dazu errichteten sie ein 7000-Quadratmeter-Plattenfundament, das auf 850 Betonpfählen ruht.

Extra für den Burj Chalifa entwickelte der Baumaschinenhersteller Putzmeister Hochdruckpumpen, die Beton innerhalb von 30 Minuten auf eine Höhe von 606 Metern bringen können - das hatte es vorher nicht gegeben. Zum Einsatz kam im Beton ein Zusatzmittel von BASF, um beim Transport das Material geschmeidig zu halten.

Metallschienen von Halfen aus Langenfeld halten Teile der Außenfassade fest. Sie wurden in Beton gegossen, um tonnenschwere Lasten zu tragen. An der Fassade kommt auch Edelstahlblech von der ThyssenKrupp-Tochter Nirosta zum Einsatz. Insgesamt 174.000 Quadratmeter Spiegelfassadenglas wurden aus Thalheim in Sachsen-Anhalt geliefert - von einem Werk der US-Firma Guardian.

Rund 50.000 Dübel von Fischer aus Waldachtal befestigen in der Shopping Mall eine schwere Stahlkonstruktion. Und Insgesamt 69 Pumpen von KSB sorgen für Kühlung, indem sie bis zu 10.000 Tonnen Kühlwasser pro Stunde durch das Gebäude jagen.



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Autofill 05.01.2010
1. Und nun?
Nun fragt sich ob alle Lieferungen schon bezahlt sind. Im Fall Dubai ist es durchaus moeglich dass es ein Fall von Bye-Bye werden kann. Speziell beim hoechsten Schuldenberg des Erbauers.
nichtwaehler_007 05.01.2010
2. !
Erichs Lampenladen geht im neuen Phallussymbol Nr. 1 auf? Ich lach mich tot.
vorspiegeln 05.01.2010
3. Herrliches Dubai
Geiler Turm! Wann bauen wir mal wieder für die Ewigkeit?
larsmach 05.01.2010
4. Interessante Frage aufgeworfen
Der Wolkenkratzer sieht in der Tat toll aus, und ich darf verraten, dass auch die Firma meines französischen Freundes beteiligt war. Deutschland, Frankreich... wen wundert das? Es ist Dubai zu wünschen, dass eines Tages Produkte von dort in der Welt zu bestaunen sind. Das müssen keine Hochhäuser werden, sondern das kann eine besonders effiziente Klimaanlage für zuhause oder eine Ingenieursdienstleistung sein - Wertschöpfung vor Ort. Leider findet zwischen der westlichen und der arabischen Welt eher einseitiger Handel statt: Technik, die im Westen entwickelt wurde (Autos, Computer, Telefone, Materialien) und die verwendet wird in der arabischen Welt, von wo neben etwas Urlaubserlebnis fast nur Rohstoffe verkauft werden - oder wurden (Dubais Förderkurve hat sich von ihrem Höchstpunkt lange verabschiedet). Ansonsten "exportieren" arabische Länder auffallend häufig ihr eigenes Volk: Millionen Menschen wandern dauerhaft aus gen Westen, ohne dass eine vergleichbare Immigration von dort stattfände. Zu guter letzt mag jener in China wenig erfolgreiche "Wandel durch Handel" in Dubai zur Einführung eines Mehrparteiensystems mit entsprechender Demokratisierung führen - das wäre dann eine echte Überraschung und eine eindrucksvolle Leistung!
gotodubai 05.01.2010
5. Pfahlgründung
Was die Durchführung der Pfahlgründung durch die Firma Bauer angeht, so stimmt es generell schon. Bauer fungierte hierbei als Subunternehmer für die in Dubai ansässige Spezialtiefbaufirma Middle East Foundations Group (MEFG). Das Baufeld wurde 50/50 geteilt. Bauer stellte die Bohrpfähle im nordöstlichen Teil, die MEFG im südwestlichen Teil fertig. Die Einrichtung der Baustelle erfolgte seitens der MEFG ab Ende Januar, der erste Pfahltest (6000 Tonnen Load Test) erfolgte Anfang April 2004 (und war erfolgreich). Mehrere deutsche Ingenieure arbeiteten damals auf Seiten der MEFG an diesem Projekt. Ich arbeitete damals als Chefvermesser für die MEFG und führte die notwendigen Vermessungsarbeiten für die Pfahlgründungen durch und koordinierte die dafür notwendigen Arbeitsabläufe auch in Zusammenarbeit mit den Consulting-Unternehmen Turner und Hyder-Consulting. Die Zusammenarbeit mit Bauer war sehr gut. Den Hauptteil der körperlichen Arbeit auf beiden Seiten realisierten jedoch Arbeiter aus Indien, Pakistan und Nepal. Die meisten dieser Leute werden den Burj jedoch nie betreten können.
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