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Auch deutsche Städte ausgezeichnet Diese elf Kurorte sind jetzt Unesco-Weltkulturerbe

Heißes Quellwasser, hinreißende Architektur: Die Unesco hat die »Großen Bäder Europas« prämiert. Deutschland ist dreimal vertreten.

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Sie sind umgeben von Wald und sanften Hügeln, liegen an Flüssen — oder fügen sich auf andere Weise malerisch in die Landschaft. Und sie haben noch etwas gemein: Heilquellen, die bereits seit langer Zeit Menschen anziehen. Wasser als Schatz. Die Unesco, die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, hat elf Kurorte in Europa am Wochenende als »Große Bäder Europas« ausgezeichnet. Darunter sind mit Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen auch drei deutsche Städte.

»Sie sind Zeugen der europäischen Bäderkultur, die sich seit dem frühen 18. Jahrhundert bis in die Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts entwickelt hat«, schreibt die Unesco auf ihrer Website. Spa-Gebäude wie die Kurhäuser, aber auch Kolonnaden und Trinkhallen finden sich hier genau wie meist wunderschöne Parkanlagen, Hotels, Casinos und Theater – Annehmlichkeiten, die die zahlenden Gäste schon damals zu schätzen wussten.

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Diese elf europäischen Kurstädte sind nun Unesco-Welterbe

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Neben den drei genannten deutschen Kurorten sind es das englische Bath, das österreichische Baden, Montecatini Terme in Italien, Spa in Belgien, Vichy in Frankreich sowie drei Städte in Tschechien, die zu einer gemeinsamen Welterbestätte gekürt wurden: Karlsbad, Franzensbad und Marienbad.

»Heute ist ein historischer Tag«

Sie alle entstanden rund um Mineralquellen, haben sich mit ihrem besonderen städtebaulichen Typus zu Ikonen des Tourismus entwickelt – und dadurch internationales Ansehen erlangt. Bekannte Architekten sorgten damals dafür, dass Hunderte Orte in ganz Europa zu Anziehungspunkten wurden für Menschen, die sich bestimmter medizinischer Therapien unterziehen wollten – ohne dabei auf ein kulturelles Erlebnis zu verzichten.

Der Unesco-Titel könnte sich für die elf Kurorte im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen. In der Pandemie hat der Fremdenverkehr stark gelitten, die Erholungsbranche hat wirtschaftliche Erholung bitter nötig. Nicht nur Konzerne, auch Urlaubsdestinationen – Länder, Regionen, Städte – werben massiv um Urlauberinnen und Urlauber.

Dass Touristen nun vermehrt für längere Aufenthalte bleiben werden, hofft etwa der Bürgermeister von Marienbad, Martin Kalina. Das sogenannte böhmische Bäderdreieck ist bekannt für seine warmen Mineralquellen, denen heilsame Eigenschaften zugeschrieben werden. Und auch im toskanischen Montecatini Terme schwärmte man am Samstag laut Rai News : »Heute ist ein historischer Tag für Italien«. In einem lokalen Spa hat man sich dort nun ein besonderes Projekt vorgenommen: eine Therapie für Corona-Genesene.

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