Tipps für Städtetrips: Diese Städte sollten Sie 2020 besuchen
Tipps für Städtetrips: Diese Städte sollten Sie 2020 besuchen
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Reisetipps Diese Städte sollten Sie 2020 besuchen

Bonn und Tokio, Parma und Dubai: Auf den ersten Blick haben diese Städte nicht viel gemeinsam. Aber das täuscht. 2020 stehen sie im Mittelpunkt von besonderen Events.
Von Julia Stanek

Sie sind klein, sie sind groß. Manche liegen in Kurzstreckendistanz, andere viele Zeitzonen entfernt. Doch egal, wohin es Sie in diesem Jahr treibt - langweilig wird es garantiert nicht. Unsere Tipps:

Parma, Italien: Hauptstadt für ein Jahr

Warum gerade jetzt?

Schinken und Käse - klar. Dafür ist Parma weltberühmt. Doch ein Besuch der norditalienischen Stadt lohnt sich 2020 nicht nur für Foodies, sondern auch für Liebhaber von Oper, Musik, Theater und Kunst. Denn Parma ist in diesem Jahr Italiens Kulturhauptstadt - und will mit Konzerten, Ausstellungen und Debatten auf offener Piazza für Aufmerksamkeit sorgen. Wenn Sie also dieses Jahr vorhatten, nach Florenz oder Rom zu reisen, dann lassen Sie Parma diesmal nicht links liegen, sondern verlassen die Autostrada noch vor Bologna.

Der besondere Tipp:

Der Dom, das achteckige Baptisterium San Giovanni, das Kloster San Martino di Bocci - zu sehen gibt es viel. Im traditionsreichen Teatro Regio di Parma findet im Herbst das Verdi-Festival  statt - im Februar erscheint das Programm. Der Opernkomponist Giuseppe Verdi ("La Traviata", "Nabucco", "Rigoletto") stammt zwar nicht direkt aus Parma, sondern wurde rund 40 Kilometer entfernt geboren. Dennoch gilt er - neben dem weltberühmten Dirigenten Arturo Toscanini - als Sohn der Stadt.

Gut zu wissen:

Sie sind mit Ihren Kindern unterwegs und die brauchen eine Abwechslung von Kultur und Kulinarik? Dann ab in den Parco Ducale ! Dort können Sie ein Grillo mieten - und der Nachwuchs fährt mit den einheimischen Bambini ein Wettrennen   (zwischen Mai und Oktober). Das Kult-Dreirad wurde in den Fünfzigerjahren erfunden und wird noch heute gebaut.

Tokio, Japan: Höher, schneller, weiter

Warum gerade jetzt?

Japans Hauptstadt wird in den kommenden Monaten jede Menge Flut- und Rampenlicht abbekommen. Denn Tokio richtet 2020 die Olympischen Sommerspiele aus. Ab dem 24. Juli wird die Weltspitze des Sports hier zu Höchstleistungen auflaufen.

Auch Japans Tourismusindustrie will höher, schneller, weiter. 40 Millionen Besucher peilt das Land der aufgehenden Sonne für dieses Jahr an - das wären mehr als hundert Mal so viele wie 1964, als dort erstmals die Olympischen Spielen stattfanden. Der Reiseboom der vergangenen Jahre geht vor allem auf mehr Besucher aus China und Südkorea zurück. Aber auch deutsche Urlauber zieht es immer häufiger nach Japan. Im Jahr 2018 waren es mehr als 215.000 - doppelt so viele wie noch 2012.

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Bonn bis Tokio: Die besten Städtereisen 2020

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Der besondere Tipp:

Nicht nur Tokio! Und nicht nur zu den Olympischen Spielen! Japan ist zu spannend, um nur Stadion-Hopping zu betreiben. Bereits im April versetzt die Kirschblüte das Land in Partystimmung. Im Mai wird es warm und sonnig, im Juni startet in den Bergen die Wandersaison. Der "Lonely Planet" kürte 2018 die Kii-Halbinsel zur Top-Reiseregion. Sie liegt südlich der Metropolen Kyoto und Osaka, zu sehen gibt es dort Shinto-Schreine, buddhistische Tempel, grüne Landschaften, "und das alles ohne Touristenrummel" - noch.

Gut zu wissen:

Vergessen Sie das Thema Trinkgeld - dies gilt in Japan als unhöflich. Wer aber gerne bastelt, kann sich an einem spontanen Geschenk für Koch und Kellner versuchen. Aus der Papierhülle, in der die Essstäbchen stecken, lassen sich schöne Origami-Objekte falten. Der Künstler Yuki Tatsumi hat Tausende davon gesammelt und zeigt sie auf seiner Website . Fangen Sie schon mal an zu üben!

Galway, Irland: Welle machen für die Kultur

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Warum gerade jetzt?

Wer sich das Programm von "Galway 2020" ansieht, sollte sich an die Struktur des keltischen Kalenders gewöhnen: Imbolic, Bealtaine, Lughnasa and Samhain - stehen für die vier großen irischen Feste. Im Jahreszeitentakt präsentiert Galway - eine der beiden Europäischen Kulturhauptstädte in diesem Jahr - "neue Arten zu denken, neue Arten zu arbeiten". Die Hafenstadt an der Westküste Irlands will mit Konzerten, Theater, Kunst und Literatur "Welle machen". Ziel ist: ein kreativeres Galway.

Der besondere Tipp

Galway ist zwar kleiner als Dublin, doch seine Musik- und Pub-Szene kann mit der Hauptstadt mindestens mithalten. Das O'Connells hat den wohl besten Biergarten; jeden Abend Live-Musik gibt es im 800 Jahre alten King's Head auf der High Street und oft auch im Roisin Dubh. Dienstags findet in dem beliebten Pub Silent Disco statt - zwei DJs beschallen die Kopfhörer tragenden Gäste über zwei Kanäle. Traditionelle Sessions mit Fiddle und Akkordeon gibt es zum Beispiel im Taaffes, im Tigh Cóilí und in The Crane Bar.

Gut zu wissen

Die Fish 'n' Chips von McDonagh's  sind sicher eine prima Sache. Aber Galway ist inzwischen zum Foodie-Hotspot avanciert - die Lage direkt am Atlantik spielt dabei eine Rolle. Der Seafood Trail  ist der Restaurant-Guide für alle, die Fisch und Meeresfrüchte lieben. Das Galway Oyster Festival gilt als das älteste Austernfestival der Welt. Es sei "Irlands größte Gourmet-Extravaganz" und eins von "50 Dingen, die du tun solltest, bevor du stirbst", urteilt der Reiseführer Rough Guide.

Rijeka, Kroatien: "Hafen der Vielfalt"

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Warum gerade jetzt?

Die Hafenstadt an der Adria ist - neben dem irischen Galway - 2020 Europäische Kulturhauptstadt. Die 450 geplanten Veranstaltungen sollen nicht nur kulturelle, sondern auch soziale Projekte fördern - stets unter Einbeziehung der Einheimischen. Verhandelt werden auch die ganz großen gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit, etwa Migration - aus den unterschiedlichsten Beweggründen. "Kriege, Naturkatastrophen, Armut und politische Verfolgung zwingen Millionen Menschen auf die Straße", heißt es auf der Rijeka-2020-Website. Motive für Migration seien aber auch: Neugier und Abenteuerlust, Ausbildung, Jobs und die Familie. Nicht umsonst hat sich Rijeka das Motto "Hafen der Vielfalt" auf die Fahnen geschrieben. (Lesen Sie hier mehr über "Rijeka 2020".)

Der besondere Tipp:

Die Adria breitet sich direkt vor der Haustür aus - was läge näher, als nach dem nächsten Strand zu fragen? Die Website von Visit Rijeka  beschreibt, was welche Bucht in der Umgebung zu bieten hat - vom Wasserballfeld über einen Kiosk bis zu warmen Duschen.

Gut zu wissen:

Natürlich kann man sich ins Flugzeug setzen und im Sommer nonstop nach Rijeka fliegen. Mit der Bahn geht es auch klimafreundlicher. Es gibt von München aus einen Nachtzug, der nach knapp zehn Stunden Rijeka erreicht. (Lesen Sie hier mehr über Kurztrips mit dem Nachtzug.)

Bonn, Deutschland: BTHVN heizt ein

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Warum gerade jetzt?

Bereits am 16. Dezember hat Bonn das Ludwig-van-Beethoven-Jubiläumsjahr eingeläutet. Und 2020 soll eine einzige lange Geburtstagsparty zu Ehren des Komponisten werden, der vor 250 Jahren in Bonn geboren wurde.

Sogar der "Lonely Planet" empfiehlt die ehemalige deutsche Hauptstadt für dieses Jahr als Top-Reiseziel. Sie strahle noch immer "die romantische Atmosphäre aus, die Beethoven beflügelte". Und wer schon mal da sei, der dürfe nicht die Nordstadt verpassen mit ihren "Boutiquen, Kaffeeröstereien, Craft-Beer-Kneipen und New-Wave-Galerien".

Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan hat eine Erklärung dafür parat, warum Beethoven ein Publikumsmagnet ist: Er sei "die Verkörperung einer universellen Sprache, der Musik, die weltweit Menschen begeistert und berührt". Nun heißt die Devise: "Beethoven neu entdecken." Und das mit Tausenden Veranstaltungen.

Der besondere Tipp

Wo Beethoven im Jahr 1770 das Licht erblickte, gibt es nun eine frisch eröffnete Dauerausstellung zu seiner Person und seinem Wirken. Mit dem Neuen Beethoven-Haus  hat Bonn eine neue Attraktion, die den "Besuchern eine zeitgemäße, erlebnisorientierte und emotionale Begegnung" mit dem Komponisten ermöglichen soll. Zu sehen sind Originalinstrumente, Porträts, Musikhandschriften, Briefe und Alltagsgegenstände aus Beethovens Besitz.

Gut zu wissen:

Das Festival geht mit dem Namen "BTHVN2020" an den Start - und scheint damit einen schriftsprachlichen Trend aufzugreifen, der schon etwas in die Jahre gekommen ist. Indie-Rock-Musiker (MGMT) hantieren mit solchen Wortverstümmelungen genau wie Fußballspieler auf Instagram (#ZSMMN). Will man also dem Jubiläumsjahr mit der Auslassung der Vokale nur einen zeitgemäßen Anstrich geben? Es steckt mehr dahinter. Beethoven signierte Briefe und Partituren gelegentlich mit "Bthvn". Er war seiner Zeit offenbar voraus.

Dubai, Vereinigte Arabische Emirate: Ausblick auf übermorgen

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Warum gerade jetzt?

Etwas Futuristisches hat Dubai ohnehin - wie es sich mit seinen Glas-und-Glamour-Türmen aus der Wüste erhebt. Nun findet dort ab Oktober 2020 auch noch die Expo statt, die Weltausstellung, die ein halbes Jahr lang den Blick auf übermorgen richten will. "Es wird eine Zeit der Kreativität, Zusammenarbeit und Innovation. Und des Spaßes", lautet das Versprechen. Mehr als 190 Nationen werden sich in ihren Pavillons präsentieren, Deutschland stellt einen der Größten. Die Organisatoren haben das Thema "Chancen" auf die Agenda gesetzt, als eines von drei großen Expo-Themen (die anderen sind Mobilität und Nachhaltigkeit). "Haben Sie sich je gefragt, wie Sie einen echten Wandel herbeiführen können?", heißt es auf der Expo-Website . Mit dem Chancen-Pavillon wollen sie in Besuchern den Wunsch wecken, "sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen".

Der besondere Tipp

Vor den Toren der Stadt wartet das Marmoom Reserve, ein riesiger Naturpark ohne Zäune, der erst vor Kurzem eröffnet wurde. Dort, in der Wüste, leben 204 heimische Vogelarten, 26 Arten von Reptilien und 500 Flamingos. Auch Oryx-Antilopen springen herum, und es gibt künstlich angelegte Seen.

Gut zu wissen:

Dubai ist teuer, die Gastronomie ist da keine Ausnahme. Es gibt unzählige erstklassige Restaurants, seit Kurzem auch eins von Frankreichs Starkoch Alain Ducasse: Sein Team serviert im miX Dubai gebratene Entenleber und Zackenbarsch mit Couscous und Dattelsoufflé. Günstiger und authentischer ist jedoch Streetfood. Im libanesischen Restaurant Al Mallah gibt es Schawarma, Köfte und Manakish-Fladenbrot. Biryani und Naan-Brot kommt im pakistanischen Restaurant Ravi auf den Tisch. Und probieren Sie im Firas Sweets auf jeden Fall Kunafa, das knallorangefarbene Käsedessert mit Engelshaar, Kardamom und Rosenwasser.

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