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02. Februar 2016, 12:39 Uhr

Großer Basar in Istanbul

So alt, so schön, so baufällig

Hunderttausende Menschen drängeln sich jeden Tag durch den Großen Basar von Istanbul. Doch der überdachte Markt bröckelt und verfällt. Nun wird der Touristenmagnet saniert.

Kunstvoll gewebte Badetücher, Tee, Porzellan und prächtiger Goldschmuck: Der Große Basar in Istanbul ist mit bis zu 4000 Lädchen ein wahres Shopping-Dorado. Doch in seiner mehr als 500-jährigen Geschichte hat der überdachte Markt massiv unter dem Kundenansturm und den nicht immer ganz legalen Baumaßnahmen der Händler gelitten. Nun wird der Zusammenschluss aus 16 Karawansereien aufwendig saniert.

Im März würden die Arbeiten starten, sagte Nurcan Albayrak vom Bürgermeisteramt des Stadtteils Fatih. Unter anderem sollen demnach das Dach saniert und die Säulen erneuert werden. Mustafa Demir, Bürgermeister von Fatih, bezifferte die Gesamtkosten des Projekts auf umgerechnet mindestens 68 Millionen Euro. Die Sanierung werde etwa fünf Jahre in Anspruch nehmen, sagte Attila Saraç, Chef der Händlervereinigung einem Bericht des türkischen Onlinemagazins "Hürriyet Daily News" zufolge.

Der Große Basar wurde im 15. Jahrhundert von Sultan Mehmet II. angelegt. In der direkten Nachbarschaft entstanden weitere Markthallen, die später miteinander verknüpft und überdacht wurden. So entstand eine Struktur mit 64 Straßen und Gassen, in denen zwischen 20.000 und 25.000 Händler ihre Ware anbieten. Behördenangaben zufolge locken die Stände jährlich rund 92 Millionen Besucher an, täglich sind es zwischen 300.000 und 400.000.

Vor einigen Jahren hatte sich der Zustand der Bausubstanz so stark verschlechtert, dass manch einer fürchtete, der Basar könnte einstürzen. Die Planung für die nun anstehende Restaurierung von Istanbuls Touristenmagneten hat insgesamt sechs Jahre gedauert. Die letzte große Sanierung fand laut der "Hürriyet Daily News" im Jahr 1980 statt. Die Onlinezeitung nennt den Basar eines der "ältesten Shoppingzentren der Welt".

Hotelzimmer im Großen Basar

Bürgermeister Demir sagte, ein kleiner Teil der zum Basar gehörenden ehemaligen Karawansereien (türkisch: Han) solle in Hotels umgewandelt werden. Dieses Vorhaben haben Aktivisten schon während der Planung heftig kritisiert.

Bekannt ist die Sehenswürdigkeit auch durch den James-Bond-Film "Skyfall" aus dem Jahr 2012. Darin rast Bond alias Daniel Craig mit dem Motorrad über die Dächer des Basars.

Momentan haben Istanbul und andere türkische Hafenstädte wie Izmir mit einem Urlauberrückgang zu kämpfen. Nach einem Terroranschlag in der Istanbuler Altstadt im Januar änderten große Kreuzfahrtreedereien wie Aida Cruises und MSC ihre Routen - und meiden nun die Türkei.

jus/dpa

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