Hamburger Hafenfest der Rekorde Schlepper, Clowns und Majestäten

Traditionelle Windjammer neben modernen Transatlantiklinern: Beim 822. Hamburger Hafengeburtstag waren am Wochenende mehr Schiffe denn je zu sehen - und eine Rekordzahl von mehr als 1,5 Millionen Menschen feierte das größte Hafenfest der Welt.

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Hamburg - Sonne satt, mehr Schiffe als je zuvor und über 1,5 Millionen gut gelaunte Besucher bildeten eine eindrucksvolle Kulisse: Der 822. Hamburger Hafengeburtstag wurde zu einem Fest der Superlative. Viele prominente Gäste waren zum größten Hafenfest der Welt in die Hansestadt gekommen, unter ihnen auch königlicher Besuch aus Norwegen. Kronprinz Haakon hatte das Fest am Freitag gemeinsam mit Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) eröffnet.

Das sommerliche Wetter und die zahlreichen Schiffe sorgten für einen neuen Besucherrekord. "Es waren so viele Menschen da wie noch nie", sagte Sprecherin Saskia Ostermeier. Das bekam auch zu spüren, wer am Sonntagnachmittag an die Elbe kam, um sich die traditionelle Auslaufparade anzusehen. Dicht gedrängt standen die Zuschauer am Ufer, als die Schiffe, angeführt von der majestätischen Viermastbark "Sea Cloud",aus dem Hafen ausfuhren.

Eine Königin zu Besuch

Einer der Stars der Auslaufparade war der Kreuzfahrt-Gigant "Queen Mary II", die seit dem Sonntagmorgen für eine Stippvisite im Hamburger Hafen war. "Wir sind eigentlich nur gekommen, um dieses Schiff zu sehen", sagte ein Ehepaar aus dem nordrhein-westfälschen Rheda-Wiedenbrück.

Neben der "Sea Cloud" und der "Queen Mary II" sorgten auch die anderen schwimmenden Riesen für Begeisterung bei den Zuschauern. Mit der "Krusenstern" sowie den Segelschulschiffen "Mir" und "Sedov" waren in diesem Jahr gleich drei russische Großsegler in Hamburg zu Gast. Auch die Kreuzfahrtschiffe "Aidablu", "Aidacara", "Mein Schiff II", "Amadea" und das norwegische Expeditionsschiff "Fram" kamen.

Partnerland des Hafengeburtstags war in diesem Jahr Norwegen. Kronprinz Haakon war am Freitag einen Tag lang in der Hansestadt zu Gast und wurde begeistert empfangen. "Sicherlich ist auch Haakon ein Grund für den Besucherrekord", sagte Ostermeier. Das skandinavische Land präsentierte sich an den drei Festtagen an der Kehrwiederspitze. Dort gab es kulinarische Spezialitäten, ein Wikingerdorf und historische Schiffe aus Norwegen zu sehen.

Neueste Technik, nasse Füße

Auf dem Wasser konnten die Besucher in diesem Jahr so viele Schiffe wie noch nie beim Hafengeburtstag bestaunen. Vor allem die fünf Windjammer und sechs Kreuzfahrtschiffe waren echte Hingucker. Rund 60.000 Besucher nutzten die Gelegenheit, die Schiffe zu besichtigen und aus der Nähe zu erkunden. "Den neuesten Stand der Technik zu sehen, das ist schon faszinierend", sagte Günter Pfau aus Heilbronn, nachdem er ein Schiff der Küstenwache besichtigt hatte.

Am Samstag wollten Zehntausende Besucher das traditionelle Schlepperballett sehen. Die bis zu 5000 PS starken Hafenschlepper nahmen im Hafen Aufstellung, um zu klassischer Musik Pirouetten zu drehen und im Takt zu schunkeln. Die Schlepper kamen dabei ganz nah an die Hafenmauer heran und spritzen besonders mutige Zuschauer direkt am Ufer nass.

Ein weiterer Programmhöhepunkt war am Samstagabend das Feuerwerk, das das Hafenpanorama in buntes Licht tauchte. Auch hier waren die besten Plätze direkt an den Kaikanten heiß begehrt. Schon am Freitag zur rund vier Kilometer langen Einlaufparade der Schiffe hatten sich mehrere zehntausend Besucher entlang der Elbe versammelt. Mehr als 200 Programmpunkte unterhielten die Besucher am Wochenende entlang der sechs Kilometer langen Festmeile.

jus/dpa



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