Im Smart ans Nordkap Die Rückfahrt

Von Lübeck aus fährt das Nordkap-Team nach Laboe, um dem U-Boot U 995 einen Besuch abzustatten. Danach geht es Richtung Süden. Auf dem Heimweg in die Schweiz bleibt Lorenz, Mischa und Christoph genügend Zeit, um ein Fazit der Reise zu ziehen.
Von Christoph Minder

Am Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück an Bord der "MS Finnhansa", verlassen wir im Konvoi das Hafengebiet von Lübeck. So kommen wir schnell und sicher durch das geschäftige Gewirr von Hubstaplern und Lastwagen. Nach kurzer Irrfahrt durch Lübeck fahren wir in strömendem Regen nach Laboe bei Kiel.

Eigentlich wollten wir dort die U 995 besichtigen, die vor dem Marinedenkmal steht. Sie ist aber an diesem Morgen geschlossen. Eine Filmcrew hat das ganze Boot gemietet, um ein Musikvideo zu drehen. Der Regen, die vergebliche Fahrt nach Laboe - wir waren zwar tausende von Kilometern unterwegs, aber diese paar Kilometer haben uns echt geärgert. Wenigstens haben wir uns noch das Marinedenkmal angesehen. Es zeigt die Geschichte der deutschen Schifffahrt von der Hansezeit bis nach dem Zweiten Weltkrieg mit vielen Modellen und Karten.

Um die Texte zu verfassen und zu versenden sowie die E-Mails zu beantworten, benutzte ich während der gesamten Reise meinen Psion 5mx und ein Dualband-Handy mit eingebautem Infrarot-Modem. Das Handynetz in den skandinavischen Staaten ist hervorragend ausgebaut. Einzig in Nordnorwegen waren wir während rund 20 Kilometern und auf den Fähren teilweise ohne Handynetz. Im Norden Finnlands fehlte unseren Swisscom-Handies das Roamingabkommen mit der größten finnischen Mobilfunkgesellschaft Sonera.

Dass wir jeden Tag mit einem neuen Artikel online sein sollten, hat ganz schön Nerven gekostet. Man sitzt täglich noch nahezu zwei Stunden vor dem Bildschirm, bis ein halbwegs passabler Text vorliegt. Dann die zum Artikel passenden Bilder der E-Mail beifügen und das Ganze absenden. Wenn die Technik nicht streikt, ist der fertige Artikel in einer halben Stunde als E-Mail mit den angehängten Bildern versandt. Danach war für mich meist schon Schlafen angesagt.

Zum Abschluss der Reise gönnen wir uns und den Autos die Fahrt im DB-Autozug von Hamburg nach Lörrach. Wir werden ein paar Stunden ausruhen können, und auch unsere Autos werden mit bis zu 160 km/h durch Deutschland gefahren - eine Geschwindigkeit, die für den serienmäßigen Smart auf der Straße nicht zu erreichen ist. Am nächsten Tag wurden wir um 5.30 Uhr geweckt und bekamen ein Frühstück serviert. Pünktlich um Viertel vor sieben traf der Zug in Lörrach ein. Dort wurden wir von Lörracher Smart-Fahrern empfangen und zum Frühstück eingeladen. Die letzten Kilometer nach Zürich waren dann eigentlich nur ein Wiederkennenlernen altbekannter Straßen und eine langsame Rückkehr zum Alltag.

Natürlich darf ein technisches Fazit nicht fehlen. Beide Autos wurden nicht verändert, einzig treibstoffbetriebene Standheizungen wurden eingebaut, neue Winterreifen montiert und natürlich alle Öle auf die erwarteten Temperaturen vorbereitet. Dass wir mit Tiefsttemperaturen von minus 25 Grad einen verhältnismäßig milden Winter erlebten, hat das Vorhaben natürlich erleichtert. Das Begleitauto, der Puch G, hat sich vor allem als Fotofahrzeug bewährt. Es wäre im Notfall aber auch jederzeit verfügbar gewesen, um Hilfe zu holen oder Abschleppdienste zu verrichten.

Der Smart hat sich im Winter erstaunlich gut geschlagen. Die Heizung war bei richtiger Einstellung der Gebläsedüsen jederzeit ausreichend, um ohne Jacke zu fahren. Allerdings erreicht die Luft im Fußraum den linken Fuß zu wenig und an der Frontscheibe wird nicht die ganze Breite beheizt. Die Scheibenwischer räumen eine große Fläche der gewölbten Windschutzscheibe frei. Den Grund, warum Salz- und Schmutzrückstände der nassen Straße auf der Scheibe verschmieren, blieb mir jedoch bis heute ein Rätsel. Über die gesamten 6202 Kilometer der Reise hat mein Smart im Schnitt gerade mal 5,29 Liter Benzin verbraucht.