Zwei Monate später Eröffnung des Istanbuler Flughafens soll sich verzögern

Am türkischen Nationalfeiertag, dem 29. Oktober, wird der neue Großflughafen in Istanbul eingeweiht. Doch der Betrieb von Erdogans Prestigeprojekt soll erst Monate später starten.

imago / Depo Photos

Der neue Mega-Flughafen in Istanbul wird Medienberichten zufolge mit Verspätung eröffnen. Wie das "Handelsblatt" berichtete, wird zwar die feierliche Einweihung wie geplant am 29. Oktober stattfinden - die Flugzeuge sollen aber erst Ende Dezember umziehen. Die Zeitung bezog sich auf einen Brief der staatlichen Flughafenaufsicht DHMI an die am neuen Flughafen tätigen Firmen.

Eine Bestätigung gab es am Freitag nicht. Ein Sprecher der für den Flughafenbau verantwortlichen Unternehmen IGA sagte, der 29. Oktober sei weiter als Datum der Inbetriebnahme vorgesehen. Er kündigte eine offizielle Stellungnahme für diesen Freitag oder Samstag an. Die Flughafenaufsichtsbehörde verwies an das Transportministerium, das sich aber nicht äußern wollte.

Die Zeitung "Habertürk" hatte am Donnerstag einen Brief von DHMI-Generaldirektorin Funda Ocak veröffentlicht. Ob es sich um dasselbe Schreiben handelt, blieb zunächst unklar. Darin ist von einem Umzug am 30. und 31. Dezember die Rede. Zudem hieß es, dass bei einem Treffen am Freitag erneut über Planung und Etappen des Umzugs beraten werden sollte. Es seien weitere Tests nötig. Außerdem müsse Personal, das derzeit am alten Flughafen beschäftigt sei, am neuen noch eingewiesen werden.

Schon länger gibt es Zweifel, ob der Flughafen bereits startklar ist: Zwar gibt es Start- und Landebahnen, Terminals und einen Tower. Doch Zufahrtsstraßen sind nicht ausreichend vorhanden, ein U-Bahn-Anschluss ist erst für 2020 geplant, und ein Airport-Hotel ist auch nicht gebaut.

Die erste Etappe des Prestigeprojekts von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sollte in weniger als vier Jahren aus dem Boden gestampft werden. Im September gab es auf dem Flughafen über Tage Streiks und Proteste der Arbeiter wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Die Baustelle gleiche inzwischen einem "Arbeitslager", sagt Özgür Karabulut von der Gewerkschaft Dev Yapi im Gespräch mit dem SPIEGEL. Razzien gibt es in den Unterkünften, Beschäftige werden verhört. "Der Druck ist unmenschlich", sagt Karabulut.

Der noch namenlose neue Istanbuler Großflughafen am Schwarzen Meer soll den bisherigen Atatürk-Flughafen am Marmara-Meer ablösen. In der ersten Phase sollen dort jährlich 90 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Nach Abschluss der letzten Bauphase soll diese Zahl auf 200 Millionen steigen.

abl/dpa

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