London Underline Architekten stellen Radwege in U-Bahn-Tunnel vor

Nach City-Highways und einer schwimmenden Themse-Strecke gibt es nun eine neue Idee für Londons Radfahrer: stillgelegte U-Bahn-Tunnel ins Radwegenetz aufnehmen. Sogar Cafés könnten dort eröffnen.

Gensler

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Wer in London zu Stoßzeiten Auto oder U-Bahn fährt, weiß: Diese Stadt ist ungemein dicht besiedelt. Für Radfahrer ist das Leben auf den vollen Straßen gefährlich, dabei könnten alle profitieren, wenn mehr Leute aufs Zweirad umsteigen würden.

Es gab schon Planungen für einen Radweg, der auf der Themse schwimmt, und einen Superhighway für Radler, der auf Stelzen über der Stadt thront. Das Architekturbüro Gensler stellt nun ein weiteres spannendes Konzept vor: Warum nicht aus brachliegenden U-Bahn-Tunneln Radwege machen?

Die Idee, von der auch der "Guardian" berichtete, hat Charme: Die Radler wären unter sich, was den Verkehr für sie sicherer machte, und sie wären unter der Erde, was die Fortbewegung weitestgehend wetterunabhängig machte - niemand müsste auf diesen Strecken im Regen radeln oder auf vereisten Wegen schliddern.

Das "London Underline" genannte Vorhaben gewann den Preis als 'Best Conceptual Project' der diesjährigen London Planning Awards. Freundliche Cafés könnten die neuen Wege säumen, wie ein Rendering zeigt:

Neues Leben unter Tage: Kleine Nebentrassen könnten Fußgängerzonen werden - mit Cafés
gensler.com

Neues Leben unter Tage: Kleine Nebentrassen könnten Fußgängerzonen werden - mit Cafés

Eine Strecke könnte zum Beispiel zwischen Greenpark und Holborn verlaufen - zwei gemütliche Kilometer unter Tage, über denen oben, auf der Straße, regelmäßig der Verkehr tobt. Und noch eine Zukunftsvision hat Gensler: Auf den Wegen könnten Platten verlegt werden, die bei Belastung Strom produzieren.



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kommentar54321 13.02.2015
1. Kategorie
Ein schöner Artikel, nur warum ist dieser in der Kategorie "Reise"? Liegt es daran, weil Dinge mit denen Menschen sich fortbewegen für den Spiegel immer noch ausschließlich "Auto" heißen, statt modernere und weniger voreingenommene Kategorien wie "Mobilität" oder gar ganz verrückt "Fahrrad" oder "ÖPNV" einzurichten? Es gibt andere große Print/Online-Medien die sind da schon weiter.
redbayer 14.02.2015
2. Eine Spitzen-Idee
auf so etwas würde man in Deutschland nie kommen. Hier freut man sich schon, wenn die auf Auto fixierte Infrastruktur zerfällt (baufällige Brücken, Straßensperren). Da wird schon etwas für die Radfahrer übrig bleiben. Dennoch ein kleiner Tip für die Londoner: Die bessere Alternative wäre Stinker & Lärm Autos ganz aus der Stadt zu verbannen. Dann könnten Radfahrer kostengünstig und ohne viel Umbau die schöne Innenstadt genießen.
dolledern 14.02.2015
3. schöne idee
aber warum wird konjunktiv geschrieben. wann wird daran gearbeitet. wie lange dauert es. was fehlt. wie ist der Zustand der Tunnel ?
krustentier120 14.02.2015
4. Energiegewinnung
Gehwegplatten die Strom erzeugen würden dem Rad aber einen gewissen Widerstand entgegensetzen. Das fahren wäre also in dem Maße anstrengender wie viel Strom erzeugt wird. Energieerhaltung und so...
ChrisTeuber 14.02.2015
5. Hohe Betriebskosten!
Die stillgelegten Tunnel müssen belüftet werden. der Feuerschutz muss gewährleistet sein (gerade auch dann, wenn Cafes oder Läden dort öffnen), er muss mit spezielleren Fahrzeugen gereinigt werden, er muss 24 Std. beleuchtet werden. Ggf. auch kameraüberwacht (machen die Londoner ja gerne) Ein recht teurer Radweg, möchte man doch meinen.
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