Nach Unwetter Spanische Inseln bangen um Touristen

Ein Unglück kommt selten allein: Nach den verheerenden Unwettern auf La Palma und Mallorca befürchten die Urlaubsinseln nun Einbußen im Fremdenverkehr. Das Image der Balearen hat Schaden genommen, beklagten Experten.


La Palma: Eines der Opfer wurde von den Wassermassen bis an den Strand gespült
AFP

La Palma: Eines der Opfer wurde von den Wassermassen bis an den Strand gespült

Santa Cruz/Palma de Mallorca - Nach den schweren Regenfällen, bei denen in der vergangenen Woche drei deutsche Wanderer ums Leben gekommen waren, seien erste Stornierungen eingegangen, sagte der Chef der Tourismusbehörde auf La Palma, Juan de la Barreda. Gleichzeitig betonte Barreda, dass sich die Situation auf der vor allem bei Naturfreunden beliebten Insel bis zum Ende der Woche normalisiert habe. Für Urlauber bestünde keine Gefahr mehr.

Die Unwetterkatastrophe habe sich auf den Kraterkessel des Nationalparks Caldera de Taburiente beschränkt. Fast 200 Touristen, die Hälfte davon aus Deutschland, waren wegen der Wassermassen dort eine Nacht lang eingeschlossen gewesen.

Auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln, wo vor knapp zwei Wochen ebenfalls drei Menschen bei heftigen Unwettern getötet worden waren, ist unterdessen ein Streit über die Behebung der schweren Schäden an den Badestränden entbrannt. Ferienorte und Hoteliers verlangten aus Furcht vor Einbußen in der nächsten Hochsaison, dass Sand an den Stränden aufgeschüttet wird. Das regionale Umweltministerium und Naturschützer lehnen das ab, weil dies nach ihrer Argumentation den Lebensräumen auf dem Meeresgrund schwer schadet. Sie setzen nach Presseberichten vom Freitag auf eine weitgehend natürliche Regeneration.

Mallorca sorgt sich nach den Unwettern um die Qualität seiner Strände
DPA

Mallorca sorgt sich nach den Unwettern um die Qualität seiner Strände

Angesichts der Abhängigkeit der Inseln von den Badeurlaubern nannte der Präsident des mallorquinischen Hotelverbands, Pere Canellas, diese Haltung inakzeptabel. Die Regionalregierung müsse schnell handeln. Die Schäden könnten nach den Berichten auch dazu führen, dass die Balearen einige der "blauen Fahnen" verlieren, mit denen die Qualität der Strände ausgezeichnet wird.

Die Orkanstürme und Regenunwetter auf dem Archipel - die schlimmsten seit 20 Jahren - hatten zahlreiche Strände vor allem im Norden Mallorcas weggeweht oder weggespült. Mehr als 100.000 Bäume wurden entwurzelt und umgeknickt. Sie müssen wegen der Gefahr von Waldbränden und Insektenplagen bis zum nächsten Sommer entfernt werden. Insgesamt werden die Schäden auf umgerechnet rund 120 Millionen Mark geschätzt.



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