Neue Brücke in London Promenieren auf der Themse

Ein Ponton für London: Eine schwimmende Promenade im Herzen der britischen Hauptstadt kann zur neuen Touristenattraktion werden - pünktlich zu den Olympischen Spiele 2012. Der Bürgermeister ist begeistert von dem preisgekrönten Entwurf.

Reuters

Nach der filigranen Millennium Bridge und dem Riesenrad London Eye wird die Themse in der britischen Hauptstadt möglicherweise bald mit einem weiteren futuristischen Bauwerk glänzen: Auf einer 1,6 Kilometer langen Promenade sollen Fußgänger parallel zur City of London am nördlichen Ufer über den Fluss laufen können, von der Blackfriars Bridge im Westen bis zum Tower im Osten.

Entworfen hat den "London River Park" das international tätige Architektenbüro Gensler. Das Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco gewann damit den Bürgermeister-Preis beim diesjährigen "London Planing"-Wettbewerb und will den Plan bis zu den Olympischen Spielen und dem diamantenen Amtsjubiläum der Queen 2012 umsetzen.

An dem Ponton werden nach dem Entwurf fünf gläserne Pavillons, sogenannte Pods, installiert sein, die etwa ein Museum, ein Kino, einen Konzertsaal und einen Ökopark beherbergen. Die Promenade könne jederzeit abgebaut und in anderen Stadtteilen aufgebaut werden, sagte die Sprecherin von Gensler, Anna Robinson. Auch die "Pods" könnten die Themen wechseln.

Investoren mit 25 Millionen Pfund gesucht

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson lobt die "reine Schönheit" des Designs und ist überzeugt, dass die Promenade "als phantastischer Katalysator fungieren wird, um die Themse als Haupttransportader zu verjüngen". Von der schwimmenden Brücke aus könnten die Besucher die Wahrzeichen und die kleinen Straßen der City of London erkunden. An der geplanten Strecke liegt etwa das Queenhithe-Dock, einer der ältesten Häfen der Stadt, und der Old-Billingsgate-Fischmarkt, der im 16. und 17. Jahrhundert das Zentrum des Fischhandels war.

Bisher sei das Projekt noch im Planungsstadium, sagte Robinson. Doch es würden bereits Gespräche mit Investoren geführt, um die nötigen 25 Millionen Pfund (29 Millionen Euro) zusammen zu kriegen. "Wir haben die volle Unterstützung des Bürgermeisteramtes", sagt sie, "es sieht sehr positiv aus."

Boris Johnson würde die Themse-Promenade wohl tatsächlich gerne bald vor seiner Haustür sehen, denn er preist das Vorhaben in höchsten Tönen an: Es werde "unzweifelhaft eine der populärsten Attraktionen der Hauptstadt der kommenden Jahre werden, und ich empfehle Investoren, die Chance zu ergreifen, diese Vision real werden zu lassen."

abl/Reuters



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