New York Klage nach Wanzenattacke

New York wird zunehmend von Wanzen heimgesucht. Einwohner wie Touristen werden von den juckenden Stichen gequält. Nach einer Insektenattacke wurden zwei Schweizerinnen sogar arbeitsunfähig und verklagen ein prominentes Hotel auf Schadenersatz.


New York - Die beiden Schweizer Geschäftsfrauen waren nach eigenen Angaben während ihres einwöchigen Aufenthaltes in New York wiederholt von Bettwanzen gebissen worden und wurden im Krankenhaus behandelt. "Die Bisswunden wurden immer größer und verfärbten sich zum Teil dunkelrot", so der Anwalt der Klägerinnen, Alberto Ebanks, am Mittwoch, "sie wurden bei lebendigem Leibe aufgefressen." Von dem Hotel Pennsylvania an der 7th Avenue, das mit 1700 Zimmern zu den größten in New York zählt, war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Die aus Zürich und Kreuzlingen stammenden Frauen litten als Folge der Insektenattacken unter Schmerzen, Übelkeit und waren arbeitsunfähig. Die Klägerinnen verlangen vom Hotel einen nicht genauer bezifferten Schadenersatz und machen erlittenen physischen und seelischen Schmerz, emotionalen Stress sowie entgangene Einkünfte geltend. Laut dem Anwalt gibt es auch Hinweise darauf, dass es im Hotel schon früher Probleme mit dem Ungeziefer gegeben habe.

Wanzenplage in der ganzen Stadt

New York leidet unter der Wanzenplage. Seit vor ein paar Jahren der Einsatz harter Pestizide in der Stadt verboten wurde, nimmt die Zahl der Insektenattacken, die dem Gesundheitsdezernat gemeldet werden, erheblich zu. Waren es im Jahr 2003 gerade mal 16, lag die Zahl der Vorfälle allein in den vergangenen vier Monaten schon bei 449. Kammerjäger erleben eine Boom ihres Geschäfts.

Der Anwalt Alberto Ebanks hatte 2003 bereits für Aufsehen gesorgt, als er im Namen von zwei Mexikanern das Luxushotel Hemsley Park Lane ebenfalls wegen Wanzen verklagt hatte. Der Fall wurde im letzten Jahr diskret gelöst, ohne dass Einzelheiten über die Entschädigung bekannt wurden.

Bettwanzen sind nachtaktive flügellose Insekten, die sich in Verschalungen, Ritzen, Betten, Matratzen oder hinter Tapeten aufhalten. Sie ernähren sich von menschlichem Blut und werden im ausgewachsenen Stadium rund sechs Millimeter groß.



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