Night Tube London veröffentlicht Nachtfahrplan für U-Bahn

Feiern und Tube fahren die ganze Nacht: Zumindest an Wochenenden wird das in London künftig möglich sein. Touristen und Einheimische werden ab September fünf U-Bahn-Linien bis in die Morgenstunden nutzen können.
Fünf Linien für Londons Nachteulen

Fünf Linien für Londons Nachteulen

Foto: Transport vor London

Gute Nachrichten für London-Touristen, die Pubs, Clubs und das ein oder andere frisch gezapfte Pint schätzen: Ab dem 12. September können sie sich das Geld fürs teure Taxi sparen und dies für ein Full-English-Kater-Breakfast oder andere Genüsse und Aktivitäten zurücklegen. Denn Englands Hauptstadt führt nächtliche U-Bahn-Verbindungen ein, zumindest an Wochenenden und auf ausgewählten Linien. Welche das sein werden, gab die Verkehrsgesellschaft Transport for London  (TfL) heute bekannt.

Auf diesen fünf Linien werden die Nachtverbindungen angeboten:

  • Central Line: zwischen Ealing Broadway, Hainault und Loughton
  • Jubilee Line: auf der gesamten Linie
  • Northern Line: auf der gesamten Linie (außer zu den Stationen Mill Hill East und Bank)
  • Piccadilly Line: zwischen Cockfosters und Heathrow Terminal 5
  • Victoria Line: auf der gesamten Linie
  • Alle zehn Minuten sollen die U-Bahnen nachts fahren, auf der Northern Line sogar alle siebeneinhalb Minuten.

    Grund für das aufgestockte Nahverkehrsangebot ist laut der TfL die stark gestiegene Nachfrage. In den vergangenen 15 Jahren sei das Fahrgastaufkommen freitags- und samstagsnachts um 70 Prozent gestiegen, heißt es beim Online-Portal "Mashable" .

    Der Service ermögliche es, auch nachts zwischen dem Zentrum und den Außenbezirken der Stadt zu pendeln, schreibt die TfL. Es sei eine gute Ergänzung zu den bereits existierenden Nachtbussen. Reisezeiten könnten durch die Night Tube um durchschnittlich 20 Minuten gesenkt werden, für manch einen Fahrgast sogar um mehr als eine Stunde.

    "Work-Life-Balance der Mitarbeiter schützen"

    "Für Londons Nachtwirtschaft wird das entscheidend sein", schreibt die TfL. Zudem hingen an dem nächtlichem Fahrdienst 2000 dauerhafte Jobs. Der Wirtschaft der Großstadt könnte das Hunderte Millionen Pfund einbringen.

    Die britische Gewerkschaft der Lokomotivführer (Aslef) hat jedoch bereits einen Streik angekündigt, um gegen die Pläne der Verkehrsgesellschaft zu protestieren. Am 8. Juli wollen ihre Mitglieder in einen 24-stündigen Ausstand treten und für eine angemessene Bezahlung des nächtlichen U-Bahn-Services kämpfen. Für die Nachtschichten soll es laut Finn Brennan, einem der Streikorganisatoren, keine Zuschläge geben.

    "Es ist leicht, einen Fahrplan zu machen", sagte Brennan gegenüber BBC News . "Aber wenn das London Underground Management einen 24-Stunden-Service haben will, dann müssen sie sich hinsetzen und einen fairen Deal für die Mitarbeiter aushandeln." Seine Gewerkschaft sei nicht prinzipiell gegen die Nacht-U-Bahn. "Aber die Work-Life-Balance der hart arbeitenden Angestellten muss geschützt werden."

    Möglicherweise wird die Tube nicht das einzige Verkehrsmittel in London sein, das künftig nächtliche Verbindungen einführt. Laut Gareth Powell von London Underground gibt es bereits ähnliche Pläne für die überirdischen Züge sowie die Docklands Light Railway.

    jus
    Die Wiedergabe wurde unterbrochen.