Pariser Kulturwinter Sternstunde für Sci-Fi-Fans

Von "Star Wars" bis zum Kurfürst von Sachsen: Mit seinen vielen Museen, Galerien und Ausstellungen ist auch das winterliche Paris ein lohnendes Ziel. Und wer original Schlossinventar mit nach Hause schleppen will, wird vielleicht auf einem Flohmarkt fündig.


Paris - Das Imperium von "Star Wars"-Macher George Lucas ist in Paris gelandet. In der Cité des sciences et de l'industrie ist die Schau "Star Wars: L'Expo" zu sehen, die 150 Originalobjekte aus den Filmen sowie rund hundert Modelle, Zeichnungen und Kostüme zeigt. Alle Exponate stammen aus der Sammlung des Regisseurs und Produzenten Lucas, wie Phillipe Bouzidi von der Cité des sciences sagt.

Louvre: Nicht das bekannteste Museum der Stadt hat Kulturgenuss zu bieten
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"Star Wars: L'Expo" führt zudem durch die 30-jährige Entwicklung von Spezialeffekten im Kino. So wird dargestellt, wie Kampfszenen oder Kreaturen entstanden beziehungsweise filmisch realisiert wurden. Zugleich erläutert die bis 27. August laufende Schau das Universum der Film-Saga aus wissenschaftlicher Sicht.

Französische Kunstszene ab 1950

Erst kürzlich hat Frankreichs neuster Kunsttempel eröffnet. Das Museum für zeitgenössische Kunst MAC/VAL liegt inmitten grauer Hochhäuser im Pariser Vorort Vitry-sur-Seine. "Prenez l'art" (Nehmt Euch die Kunst) steht groß geschrieben an dem neuen Glas-Beton-Bau. "Das Projekt ist für das Volk, nicht für intellektuelle Eliten", erklärt Pressesprecherin Marie Rotkopf das Konzept des Hauses.

Auf 4000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist eine bunte Spielwiese für die französische Kunstszene ab 1950 entstanden. Rund 1000 Bilder, Skulpturen und Installationen umfasst die seit 1982 aufgebaute Sammlung. Zunächst werden rund 150 Exponate gezeigt, jedes Jahr sollen diese ausgetauscht werden. Die Werke stammen zum Beispiel von César, Jesus Rafael Soto, Valérie Favre und Orlan.

Dresden in Versailles

Ebenfalls außerhalb von Paris, nur eine halbe Stunde Zugfahrt entfernt, laufen derweil die Vorbereitungen für den nächsten Kulturgenuss auf Hochtouren. Im Schloss Versailles ist ab 23. Januar die Ausstellung "Splendeur de la cour de saxe, Dresde à Versailles" (Der Glanz des sächsischen Hofes, Dresden in Versailles) zu sehen. Erstmals werden in Frankreich rund 250 Exponate wie Bilder, Schmuck, Möbel und Kleidungsstücke aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gezeigt, wie Pressesprecherin Aude Revillon d'Appreval sagt.

Im Mittelpunkt der Schau stehen August der Starke sowie die seit Jahrhunderten bestehenden Verbindungen zwischen Frankreich und Sachsen. Der prunkliebende Kurfürst von Sachsen (1670-1733), August II., hielt sich oft am Hof von Versailles auf, wie Revillon d'Appreval sagt.

Schlossinventar vom Flohmarkt

Wer derweil sein Eigenheim im Stil eines Schlosses einrichten möchte, wird auf den von Samstag bis Montag geöffneten Flohmärkten Les Puces in Saint Ouen nördlich von Paris fündig. Auf sieben Hektar Ausstellungs- und Verkaufsfläche bieten rund 2500 Händler wertvolle Antiquitäten sowie günstigeren Nippes feil. Der Gang über die 16 Märkte ähnelt einem Museumsbesuch. Neben üppigen Kronleuchtern stehen meterhohe Marmorsäulen, kunstvoll verzierte Möbelstücke, Gemälde mit schweren Goldrahmen und historische Waffen. "Vor allem Amerikaner lieben diese Sachen", sagt Flohmarkt-Mitarbeiterin Marie-Dominique Tabard. Schauspielerin Uma Thurman sei mit ihrer ganzen Familie angereist, um ihr Haus einzurichten. Aber auch Demi Moore, Richard Gere und Sharon Stone gehörten zu den Kunden, die gern über Les Puces bummelten. Von Nadine Emmerich, ddp



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