Polnische Szene in Berlin Pierogi, Bigos, Supper Club

Streetfood, Mode, Schmuck: In Berlin eröffnen junge Menschen aus Polen hippe kleine Läden. Wir zeigen, wo die Hauptstadt polnisch ist.

Polnische Spezialitäten Pierogi
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Polnische Spezialitäten Pierogi


Kinga und Stanislaw Halamoda wollten eigentlich nur zwei Jahre bleiben. Jetzt sind es schon fast sieben. Den beiden Polen geht es wie vielen jungen Ausländern in Berlin: Sie sind in der deutschen Hauptstadt hängengeblieben. "Das Leben hier hat mehr Qualität", sagt die 28 Jahre alte Kinga. In Warschau drehe sich viel um Arbeit und Geld, um das "Rattenrennen".

Mittlerweile hat das Paar eine kleine Tochter und ein Café namens Oak & Ice im Prenzlauer Berg eröffnet. Dort verkaufen sie handgemachtes Eis aus Polen. Sorten wie Buchweizen, Rote-Bete-Apfel oder vegane Schokolade - ein Ort für Hauptstadt-Hipster, die hier auf alten Holzbänken aus der Berliner S-Bahn sitzen.

Nach dem Mauerfall waren die Berliner viele Jahre mit ihrer Stadt beschäftigt und schafften es kaum hinter den S-Bahn-Ring. Bis das Brandenburger Umland richtig entdeckt wurde und die Uckermark den Spitznamen "Hamptons von Berlin" bekam, dauerte es. Warschau war für viele gedanklich noch weit weg, nicht so cool wie Prag, das früh gehypt wurde.

Doch das Interesse am 90 Minuten entfernten Nachbarland wächst. Der Tourismus Richtung Polen steigt seit Jahren. Und in Berlin wird die polnische Szene immer größer: Modeläden und Cafés mit polnischen Inhabern eröffnen, und mit den "Polish Thursday Dinners" gibt es einen Supper Club, der mit Kochabenden an wechselnden Orten gastiert.

"Ich glaube, es kommen gerade sehr viele Polen nach Berlin", sagt Karol Kasierski, dessen Familie aus Lodz stammt. Der Imbissbetreiber hat recht: Die Zahl der Polen wächst - 2011 hatten 42.200 ihren Wohnsitz an der Spree gemeldet, im vergangenen Jahr 55.600. Nach den Türken sind sie die zweitgrößte Ausländergruppe.

Kasierski hat seinen Bürojob aufgegeben und im Bezirk Mitte das Tak Tak Polish Deli eröffnet. Dort verkauft er polnische Spezialitäten wie Pierogi (Teigtaschen), Bigos (Eintopf) und Zurek (saure Mehlsuppe) als Streetfood. An der Wand des Imbiss hängt ein großes Foto von der polnischen Ostsee. Aus der Box klingt elektronische Klubmusik, der Besitzer trägt ein Rapper-Hütchen. Kasierski weiß, wie man einen Hype schafft: Zur Eröffnung von Tak Tak hat er 1300 Gäste gezählt.

"Berlin ist ein bisschen wie das New York Europas", sagt Kinga Halamoda, die Café-Betreiberin. Die ältere Generation, die "Polonia-Generation", sei noch aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland gekommen - bei den Jüngeren gehe es jetzt um den Lebensstil.

Caroline Bock/dpa/jus



insgesamt 7 Beiträge
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geando 26.01.2017
1. Schön
Der östliche Teil von Deutschland und Polen haben eine lange gemeinsame Geschichte. Die finsteren Zeiten und die Kriege sollten so ein Verhältnis nicht dominieren, es gab auch früher schon viele gute Deutsch-Polnische Verbindungen und Gemeinsamkeiten. Schauen wir nach vorne. Die Polen sind in Berlin Willkommen.
_bernhard 26.01.2017
2. Schön
Kann ja nur gut sein wenn die Leute zusammen essen. Oder?
Referendumm 26.01.2017
3. Was soll das?
Es wird nur ein einziger Streetfood-Laden vorgestellt. Ein bissl einseitig gelle. Ich dachte im Bildkasten gäbe es weitere, Pustekuchen, die Texte werden dort nur wiederholt und die Fotos ... nun ja. Mehr als einen einzigen Streetfood-Laden gibt es in ganz Berlin nicht?
whitewisent 27.01.2017
4.
So erfindet man angebliche Berolismen als Journalistin. "Uckermark, die Hamptons von Berlin" meinen wohl nur die, welche weder die Uckermark noch die Hamptons kennen. Dank dpa dürfte das zwar ein wenig verbreitet werden, aber Journalisten sollen doch eigentlich berichten, und nicht erfinden, oder? Übrigens gibt es sowas nicht erst seit Lola Randls Publikation. Nennt sich "Berlins Badewanne", und ist seit über 125 Jahren die Insel Usedom.
k70-ingo 27.01.2017
5.
Zitat von ReferendummEs wird nur ein einziger Streetfood-Laden vorgestellt. Ein bissl einseitig gelle. Ich dachte im Bildkasten gäbe es weitere, Pustekuchen, die Texte werden dort nur wiederholt und die Fotos ... nun ja. Mehr als einen einzigen Streetfood-Laden gibt es in ganz Berlin nicht?
Es geht nicht um Streetfood, sondern um die polnische Szene in Berlin.
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