Radtouren durch Hamburg Per Aufzug in die Tiefe

Hamburg ist eines der beliebtesten Ziele für Städtereisende. Hafen, Musicals und andere Großveranstaltungen locken die Touristen in die Hansestadt. Doch auch für Naturfreunde gibt es viel zu entdecken. Highlight des Sommers sind die organisierten Radtouren entlang der Elbe.


Die grünen Seiten der Hansestadt können mit organisierten Radtouren erkundet werden
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Die grünen Seiten der Hansestadt können mit organisierten Radtouren erkundet werden

Oben glitzert das Wasser des Hamburger Hafens im Sonnenlicht, 20 Meter weiter unten ist die Luft kühl und etwas modrig. Neonlicht verleiht den gekachelten Röhren des Alten Elbtunnels eine geisterhafte Atmosphäre. So wie die wenigen Autofahrer, die den 1911 eröffneten Tunnel noch nutzen, werden auch Radfahrer transportiert: per Aufzug in die Tiefe.

Für Radler ist der Alte Elbtunnel Ausgangspunkt für eine Hafenrundfahrt der anderen Art. Denn Sehenswürdigkeiten wie Hafen und Speicherstadt lassen sich nicht nur vom Boot aus erkunden. Immer am Wasser entlang, erweist sich das überwiegend flache Hamburg als ideales Revier für Sightseeing-Touren mit dem Fahrrad. Für die Fahrt vorbei an Werften und Lagerschuppen sollte ein robustes Modell gewählt werden. Glatt geteerte Radwege gibt es keine.

 Vom Fahrrad aus bietet sich ein ganz neuer Blick auf Kaianlagen, Kräne und Schiffe
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Vom Fahrrad aus bietet sich ein ganz neuer Blick auf Kaianlagen, Kräne und Schiffe

"Es ist teilweise ziemlich holprig und nicht immer fahrradtauglich", erzählt Jörn Dobert vom Unternehmen Stattreisen, das mehrere Radrundfahrten rund um die Hansestadt anbietet. Die etwa 2,5 Stunden lange Hafentour, die vom Alten Elbtunnel in die historische Speicherstadt führt, sei eines der gefragtesten Angebote. Gestartet wird jedoch immer nur am Wochenende.

"Entlang der Hafenkante" führt auch eine zehn Kilometer lange Gruppen-Tour, die der Veranstalter Stadtlandfluss anbietet. "Dabei geht es von der Speicherstadt über die Hafenpromenade und den Fischmarkt in Altona bis nach Neumühlen und zum Museumshafen in Övelgönne", sagt Inhaber Paul Klein. Die Route von der Speicherstadt bis zum Museumshafen ist auch ein Teilstück des insgesamt 1000 Kilometer langen Elbe-Radwegs, der sich von Prag über Dresden und Hamburg bis zur Elbmündung bei Cuxhaven erstreckt.

In Övelgönne muss das Rad für knapp einen Kilometer geschoben werden: Auf dem schmalen, leicht erhöht über dem Strand liegenden Weg entlang der alten Lotsenhäuser ist das Fahrradfahren verboten. Der Strand selbst weckt zur Sommerzeit Erinnerungen an Rimini: Dicht an dicht liegen dort die Sonnenanbeter, im Sand buddeln die Kinder. Je weiter die Fahrt Richtung Westen führt, desto grüner wird es am Elbe-Radweg: wuchernde Farne und das dichte Blätterdach mächtiger alter Bäume säumen die Strecke.

Wie vieles andere in Hamburg wandelt sich auch die Speicherstadt
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Wie vieles andere in Hamburg wandelt sich auch die Speicherstadt

Vorbei an Blankenese mit seinem beliebten Treppenviertel am Elbhang führt der Weg bis zum Falkensteiner Ufer. Steil ragt hier die dicht bewaldete Anhöhe über dem Fluss empor. Am Wasser entlang erstreckt sich ein feiner breiter Sandstrand. Nur 20 Kilometer von der Innenstadt Hamburgs entfernt, scheint das Meer bereits ganz nah zu sein.

Sandra Hoffmann, gms

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