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Zehnmal Piazza: Roms schönste Pausen-Plätze

Foto: Sandra Ehegartner / SRT

Piazza-Hopping Roms schönste Plätze

Die ersten Sonnenstrahlen machen Lust auf mehr: Im Straßencafé sitzen, Cappuccino trinken und den Trubel beobachten. In Rom herrscht dafür schon jetzt das perfekte Wetter - hier die zehn schönsten Plätze der Stadt.

Der Winter dauert Ihnen viel zu lange? Mit einem Kurztrip ins südliche Europa lässt sich das jahreszeitliche Grauen abkürzen. Rom zum Beispiel lockt bereits ab Mitte Februar mit Sonne und Temperaturen um die 15 Grad Celsius.

Wer jetzt in die Heilige Stadt reist, freut sich aufs Kapitol und Forum Romanum, auf Kirchen und Ruinen. Doch selbst enthusiastische Kultur-Fans brauchen mal eine kleine Auszeit zur Erholung. Hier sind die schönsten zehn Plätze für sonnige Pausen:

Piazza del Popolo: Empfang für Nordlichter

Der römische Volksplatz war das Erste, was Besucher aus dem Norden erblickten, wenn sie in den vergangenen Jahrhunderten über die Via Flaminia oder die Via Cassia nach Rom reisten. Und was sie da sahen, ist auch heute noch beeindruckend. Direkt gegenüber der Porta del Popolo, des mächtigen Eingangstors, empfangen den Besucher die beiden Zwillingskirchen Santa Maria in Monte Santo links und Santa Maria dei Miracoli rechts.

Piazza del Popolo

Piazza del Popolo

Foto: Alessandra Tarantino/ AP

Sie brauchen noch eine Dosis Koffein, bevor Sie die Stadt erkunden? Morgensonne bekommen Sie im Caffè Rosati ab, mittags liegt das Caffè Canova besser.

Auch wenn es verführerisch ist, den halben Tag auf der größten Piazza der Stadt zu sitzen und Cappuccino zu trinken - die Spanische Treppe, der Trevibrunnen und Roms Ruinen sind nicht weit. Also, il conto, per favore! Und weiter geht's.

Piazza della Rotonda: Hotspot mit Historie

Auf diesem Platz scheinen alle Besucher mindestens einmal während ihres Besuches vorbeizukommen. Zu touristischen Hochzeiten sind alle Stufen des Brunnens in der Mitte des Platzes belegt, vor dem Wasserspender bilden sich Schlangen, und im Pantheon, dem Grund für all das Treiben, gibt es trotz seiner Größe ein ziemliches Gedränge.

Rund um den Platz gibt es viele Cafés. In der Bar am Eck wird man mit etwas Glück von Massimiliano bedient. Er ist die Seele des Ritorno al Passato, auf Deutsch: Rückkehr in die Vergangenheit. Tische werden zurechtgerückt, Scherze in acht Sprachen gemacht, und trotz des unermüdlichen Stroms an Touristen und Besuchern herrscht immer die gleiche Freundlichkeit.

Campo dei Fiori: Blumen und Bars

Campo dei Fiori

Campo dei Fiori

Foto: Sandra Ehegartner / SRT

Der Inbegriff des italienischen Lebens findet hier statt. Ein bunter Markt, leider inzwischen durchsetzt mit internationalem Ramsch, liegt dem Cappuccino-Freund zu Füßen. An der Stirnseite behaupten sich neben dem großen Kiosk tapfer die Blumenstände, die dem Platz seinen Namen gegeben haben. Eingefasst werden Platz und Händler, die übrigens nur vormittags verkaufen, von zahlreichen Restaurants, Bars und Caffès. In den Restaurants sieht man es nicht besonders gerne, wenn der Gast nur einen Kaffee trinkt, aber es gibt genügend Alternativen.

Noch ein Tipp: Der Parmesan am Stand in Richtung Via dei Giubbonari ist besonders gut und kann eingeschweißt wunderbar transportiert werden. Vielleicht auch als Mitbringsel für Freunde, die im nasskalten Deutschland geblieben sind.

Piazza Farnese: ein Platz für die Römer

Die Piazza Farnese hat es nicht ganz leicht, sich einen Platz im Herzen der Kaffeefreunde zu erobern. Sie hat einfach zu große Konkurrenz durch ihre berühmten Nachbarn: den Campo dei Fiori und die Piazza Navona. Dabei bietet gerade dieser Platz mit seinen beiden wannenförmigen Brunnen eine herrliche Erholung von der Hektik ringsherum.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum viele Römer den morgendlichen Caffè in der Bar Farnese trinken und ihre Zeitung vom Kiosk nebenan genüsslich durchblättern. Bei Ernesto und seinen Kollegen finden sie immer jemanden, mit dem sie sich über skandalöse Nachrichten von Politikern, Starlets oder einer der beiden römischen Fußballmannschaften austauschen können.

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Zehnmal Piazza: Roms schönste Pausen-Plätze

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Piazza di Santa Maria in Trastevere: wie ein Dorf

Westlich des Tibers liegt Trastevere, ehemals Arbeiter- und Armenviertel, heute aber das bunteste der römischen Viertel. Abends ein beliebtes Ausgehpflaster, zeigt es in den Morgen- und Mittagsstunden seinen typischen Charakter - mit Einheimischen, die hier ihrem Alltag nachgehen. Am besten lässt sich das Treiben bei einem Cappuccino oder Caffè auf der Piazza di Santa Maria beobachten.

Im Caffè di Marzio gegenüber der Kirche gibt's neben italienischen Kaffeespezialitäten auch noch unvergleichlich gute Panini, belegte Brötchen. Einen beachtlich großen Aperol Spritz bekommt, wer diesen schräg gegenüber im Caffè delle Arance bestellt.

Piazza Sant'Egidio: Versteckt und fröhlich

Piazza Sant'Egidio in Trastevere

Piazza Sant'Egidio in Trastevere

Foto: Sandra Ehegartner / SRT

Hinter Trasteveres Hauptplatz liegt unaufgeregt und dennoch einladend die Piazza Sant'Egidio. Dort, zwischen kirchlichen Gebäuden und dem römischen Museum in Trastevere, überschattet von Laubbäumen, könnte die Zeit stehengeblieben sein. Ganz selbstverständlich wird der Gast Teil des freundlich-fröhlichen Straßenlebens. Hunger? Im Ombre Rosse gibt es leckere Snacks und typisch italienische Kleinigkeiten.

Piazza di Pietra: schön mit Stein

Erstaunlich, dass dieser Platz, dem die mächtigen Säulen des Hadrianstempels seinen Namen gegeben haben, nicht bekannter ist. Touristen jedenfalls kommen nur selten her. Dafür trinken die Mitarbeiter der Börse ihren Cappuccino im Il Caffetiera - sie arbeiten direkt um die Ecke.

Für Städtereisende ist die Piazza die Pietra der perfekte Ort für eine Auszeit vom Sightseeing. Am besten kommen Sie mittags her, wenn die Frühlingssonne trotz der hohen Häuserfassaden auf den Platz scheint.

Piazza Navona: zu Recht überfüllt

Piazza Navona

Piazza Navona

Foto: Pier Paolo Cito/ ASSOCIATED PRESS

Ein Platz mit Brunnen ist etwas Schönes. Ein Platz mit drei Brunnen ist: noch schöner. Die Piazza Navona ist in dieser Hinsicht bestens ausgestattet - mit dem Vierströmebrunnen von Bernini in der Mitte, der Fontana del Moro im Süden und dem Neptunbrunnen im Norden. Wo in der Antike Leichtathletik-Wettkämpfe stattfanden und später die Abflüsse verstopft wurden, damit auf dem gefluteten Platz Wasserspiele veranstaltet werden können, steht auch heute noch alles im Zeichen der Unterhaltung. Straßenkünstler, Musikanten und Maler zeigen ihr Können. Wenn es Ihnen tagsüber zu voll ist, kommen Sie noch mal bei einem abendlichen Spaziergang vorbei. Dann herrscht hier eine besondere Stimmung und Sie haben den Platz fast für sich.

Piazza di Sant'Eustachio: der Kaffeehimmel

Diese Piazza gilt unter Kennern zusammen mit der nur ein paar Gehminuten entfernten Tazza d'Oro als Favorit, wenn es um den besten Cappuccino oder Espresso Roms geht. Ganz Begeisterte sprechen gar vom "Kaffeehimmel". Dahinter steckt - zumindest im Caffè San Eustachio - ein kleiner Trick: Der Milchschaum wird mit etwas Zucker verrührt und dadurch noch cremiger und süßer.

Abgesehen davon ist auch der Platz zauberhaft und gemütlich und setzt sich damit von seiner lebhaften Schwester, der Piazza Rotonda, wohltuend ab. Gelingt es dem Kaffeeliebhaber, einen der winzigen Tische draußen zu ergattern, kann er mit Muße auf die weinlaubbehangenen Hausfassaden und das Treiben auf dem Platz blicken.

Piazza San Lorenzo in Lucina: Schlürfen und Schlemmen

Piazza San Lorenzo in Lucina

Piazza San Lorenzo in Lucina

Foto: Sandra Ehegartner / SRT

Die Piazza San Lorenzo in Lucina liegt einfach perfekt für eine Pause nach dem Stadt- und Schaufensterbummel.

Umgeben von Kultur und Schick und nur wenige Schritte vom italienischen Parlament entfernt, schlürfen junge Römer hier ihren Cappuccino. Mütter kommen mit ihren Töchtern zum "pranzo leggero", zum leichten Mittagessen, Geschäftsleute und Politiker zum etwas weniger leichten Mehrgängemenü. Das familiengeführte Caffè Ciampini ist eins der traditionsreichsten Kaffeehäuser Roms - besonders beliebt ist das hausgemachte Eis mit Maronengeschmack.

Sandra Ehegartner, srt/jus/abl