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Trend-Unterkünfte: Appartements für Städtereisende

Foto: Henrike Schunck/ srt

Städteappartements Wie Airbnb, aber mit Hotelservice

Die Hotelbranche will die Erfolge von Privatzimmervermittlern à la Airbnb nicht tatenlos hinnehmen. Sie offeriert ebenfalls gemütliche Ferienwohnungen in Städten - mit zusätzlichem Service. Ein Überblick.

Von Berlin über Barcelona bis Boston: Weltweit wehren sich die großen Tourismusstädte dagegen, dass so viele Privatunterkünfte via Internet an Urlauber vermietet werden. Aber während die Stadtväter noch mit Kontrollen und Strafen gegen Plattformen wie Airbnb, Wimdu und 9Flats vorgehen, ist die Hotelbranche bereits einen Schritt weiter. Sie hat das Konzept inzwischen übernommen und bietet ebenfalls günstige Städteappartements an. Einige Anbieter waren auch schon lange vor den nun so erfolgreichen Onlineplattformen aktiv - das Angebot heißt mal "Serviced Apartments", anderswo "Longstay Rooms" oder "Aparthotel".

Wie die Konkurrenz von Airbnb und Co. bietet auch die Hotelbranche den Komfort einer richtigen kleinen Wohnung anstelle eines herkömmlichen Hotelzimmers. Anders als die Onlineportale haben die Hotelunternehmen typischerweise nagelneue Anlagen im Programm. Zudem offerieren sie viel Service - von Rezeption und Fitnessraum bis zu Bügelstation und Frühstücks-Lounge. Und sie nehmen der örtlichen Bevölkerung keine Wohnungen weg.

Mieten kann man "Serviced Apartments" in praktisch allen Großstädten der Welt. Denn auch die Anbieter arbeiten global.

Weltmarktführer ist das Unternehmen The Ascott, das in Deutschland unter Citadines Aparthotels firmiert. Die Gruppe aus Singapur  betreibt aktuell 200 Häuser in 100 Städten rund um den Globus. Dazu gehören Anlagen in Barcelona, Paris, London und New York, aber auch in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München. Eine Wohnung für zwei Erwachsene in der neuen Anlage in Frankfurt gegenüber dem Shoppingcenter Skyline Plaza kostet zum Beispiel rund 110 Euro.

Lange vor Airbnb auf dem Markt

Spezialanbieter für Städteappartements haben in Deutschland durchaus Tradition. Das Münchner Unternehmen Derag Living setzt bereits seit den Achtzigerjahren auf Serviced Apartments . Aktuell betreibt Derag Living 17 Appartementanlagen in Städten wie Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, München, Nürnberg, Weimar und Wien. Ein 60-Quadratmeter-Appartement für eine vierköpfige Familie mit Kitchenette und WLAN an der Wiener Oper ist ab rund 165 Euro pro Nacht zu haben.

Längst spielen auch die ganz großen Hotelkonzerne im Appartementgeschäft mit. Europas Nummer eins Accor ist mit ihrer Longstay-Marke Adagio in 100 Städten präsent - von Frankreich über diverse europäische Großstädte bis zu den Emiraten und Brasilien. Typisch für Adagio  sind eine stets vollausgestattete Küche und das Staffelpreissystem: Man muss zwar nur eine Nacht bleiben, aber ab der vierten Nacht gibts Rabatt. Ein Studio für zwei Personen in der Anlage Berlin Kurfürstendamm gibt es bereits für weniger als 80 Euro für die erste Nacht.

Die Städteappartements  der deutschen Hotelkette Lindner in Düsseldorf, Frankfurt und Leipzig sind stets an Firstclass-Hotels angelehnt und entsprechend hochwertig ausgerichtet. Das zwölfgeschossige Boardinghouse Düsseldorf zum Beispiel liegt im Stadteil Golzheim am grünen Reeser Platz, direkt neben dem Nordpark. Ein Appartement kostet für eine Woche ab 525 Euro.

Design trifft Gemütlichkeit: Auf diese Kombination hat sich die Longstay-Sparte Arcona Living der Arcona-Hotels konzentriert. Sie betreibt trendige Appartementhäuser  in Berlin, Leipzig, Baden-Baden, München, Schaffhausen und Osnabrück. Die Anlagen residieren gern in historischen Gebäuden wie in Baden-Baden, oder mit Anklängen an die mondäne Filmwelt wie in München. Namensgebend ist der Livingroom, ein Aufenthaltsraum für die Gäste mit Bibliothek, Computer-Arbeitsplatz und Fernseher. Eine Wohnung für zwei Erwachsene im neuen Appartementhaus neben der der Leipziger Thomaskirche ist ab 95 Euro buchbar.

Der australische Longstay-Spezialist  Adina ist in Deutschland mit Häusern in Berlin, Frankfurt und Hamburg präsent, dazu in Europa auch in Dänemark und Ungarn. Die freundlichen Aussies locken mit Fitnessbereich, Sauna, Pool und angeschlossenem Burger-Restaurant. Meist ist auch ein begrünter Innenhof dabei. Eine Nacht im modernen Adina Apartment Hotel Budapest kostet ab 68 Euro.

Frisch eingestiegen ins Geschäft mit Städteappartements ist Starwood. Seit 2015 ist der US-Hotelriese mit seiner Marke Starwood Elements auch in Europa am Start: in Amsterdam, Frankfurt und London. Eine Übernachtung für zwei im neuen Element Hotel Amsterdam  kostet ab 120 Euro, kostenlose Leihfahrräder eingeschlossen.

Hans-Werner Rodrian/srt/sto
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