Städtetipp Sydney Feuerwerk mit Barbie

Schöner als in Sydney kann man nicht Silvester feiern - denn was ist spektakulärer als das Feuerwerk über der Harbour Bridge? Autor Armin Tima hat die besten Tipps, wie man den Jahreswechsel in Australiens Metropole unvergesslich macht.

AFP

Von welchem Standort aus kann man in Sydney das Feuerwerk am besten bewundern?

Den berühmten "Million Dollar View" haben die Giraffen im Taronga Zoo, an der Nordseite des Hafenbeckens. Mit ihren langen Hälsen schauen sie aus vorderster Reihe über die Büsche direkt auf die Skyline, das Opernhaus und die Hafenbrücke. Mein persönlicher Favorit ist das Balls Head Reserve auf einer Landzunge in North Sydney. Das liegt zwar etwas ab vom Schuss, aber der Blick auf die Harbour Bridge ist gut, und man bekommt auch noch einen Platz, wenn man bis 22 Uhr in einem Lokal gesessen hat.

Und wie sichert man sich einen Platz an der berühmten Oper?

Zugegeben, dort hat man eine phantastische Sicht auf das Funkelspektakel über dem Hafen. Aber bereits am Nachmittag drängen sich Einheimische und Touristen am Ufer, so dass die Promenade aus Sicherheitsgründen eingezäunt wird. Das Einzige, was hilft, ist also frühes Erscheinen.

Wo steigt die beste Silvesterparty der Stadt?

Für wenigstens eine Stunde nach Mitternacht geht im Hafen gar nichts voran - und auch danach bleibt einem nichts anderes übrig, als sich von den Massen in die nächste Bar schieben zu lassen. Kein Problem: Falsch machen kann man in Sydney sowieso nicht viel, wild gefeiert wird in der ganzen Stadt.

Und am Neujahrsmorgen? Wo gibt es das beste Frühstück?

In einem Strandcafé, ganz egal ob in Bondi, Curl Curl oder Maroubra. Mit Blick auf Wellen und Meer kann man - je nach Verfassung und individueller Neujahrsvorsätze - ein supergesundes Sportlerfrühstück oder einen Katerkiller mit Grillwürstchen, Spiegeleiern und Speck bestellen. Zum Frühstück sollte man in Sydney übrigens auch am Neujahrsmorgen früh antanzen: Schon um 8 Uhr sind die Lokale an den Promenaden rappelvoll.

Zum Nachtisch gibt es Salzwasser - wo haben Wasserratten am meisten Spaß?

Je nachdem, was man will: Bodysurfen? Ab nach Manly. Plantschen mit Kindern? Dafür eignet sich der South Curl Curl Rockpool. Bahnen ziehen mit den einheimischen Schwimmcracks? Geht perfekt im 50-Meter-Strandpool von Bondi.

Wohin geht's zum Neujahrsspaziergang?

Raus in die Natur und den "Manly to Spitbridge Scenic Walkway" in Angriff nehmen. Der zehn Kilometer lange, leicht zu bewältigende Weg führt stellenweise durch Buschland, vorbei an kleinen Buchten und Stränden, und bietet immer wieder wundervolle Ausblicke auf Hafenbecken und Stadt. Unterwegs kann man sogar historische Felsenritzungen der Aborigines entdecken.

Wahre Worte:

Port Jackson, I believe to be, without exception, the finest and most extensive harbour in the universe.

Mit diesen Worten machte der Chirurg John White - 1788 an Bord des Sträflingstransportschiffes "Charlotte" in die neue britische Kolonie gekommen - Sydney eine Liebeserklärung. "Der herrlichste Hafen des Universums" - das mag übertrieben klingen. Doch auch heute verlassen viele Urlauber die Stadt in der Überzeugung, zumindest den schönsten Hafen der Welt gesehen zu haben.

Wichtige Worte:

Die Australier lieben es, sich gegenseitig aufzuziehen, was für Außenstehende recht gewöhnungsbedürftig sein kann. Wenn gefoppt und gefrotzelt wird, ist es vor allem wichtig, Ausdrücke nicht wörtlich zu übersetzten, sondern richtig zu interpretieren. Wer mit seinen Marotten durch den Kakao gezogen wird, der kann sich der Zuneigung der Anderen sicher sein - erst recht, wenn er seiner Freude mit einem beherzten my shout! (auf Deutsch etwa: die nächste Runde geht auf mich) Ausdruck verleiht.

Bestätigtes Klischee:

In Sydney wird rund um die Uhr gegrillt. In einem legendären Fernsehspot warb Paul "Crocodile Dundee" Hogan in den achtziger Jahren als Grillmeister für den Australischen Tourismusverband und versprach vor der Kulisse des Opernhauses: "I'll slip another shrimp on the barbie for ya!" (Auf Deutsch: Ich leg noch eine Garnele für dich auf den Grill). Tatsächlich wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Vorgärten, auf Balkonen, in Parks und an Strandpromenaden gebrutzelt, was das Zeug hält. Es gibt sogar Pubs wie das Oaks Hotel, in denen man sein Steak roh an der Theke kaufen und dann selbst auf den Grill schmeißen kann.

Einmal mit diesem Verkehrsmittel fahren:

Mit der Fähre auf der Route zwischen Manly und dem Circular Quay. Erste Wahl sollten dann nicht die modernen Katamarane sein, sondern die alten, gelb-grünen Pötte, die hier schon seit 30 Jahren ihren Dienst tun. Einfach gemütlich auf das vordere Außendeck setzen, einen Kaffee schlürfen und darauf warten, dass Skyline, Opernhaus und Harbour Bridge vor einem auftauchen.

Gibt's nur hier:

Es gibt nur wenige Metropolen auf der Welt, in denen Manager vor der Arbeit noch schnell surfen gehen.

Umsonst und doch unbezahlbar ist in Sydney...

...zweifellos die grandiose Naturkulisse. Die Sandstrände im Osten, die Blue Mountains im Westen, Buschland und Nationalparks im Norden und Süden. Dazu das Hafenbecken, in dem zwar die größten Luxusliner der Welt anlegen, dem aber immer wieder auch Wale einen Besuch abstatten und in dem sogar eine kleine Pinguinkolonie lebt. Zu allem Überfluss gibt es hier das ganze Jahr über viel Sonnenschein.

In welches Museum geht, wer trotzdem ein bisschen Kultur will?

Ein Besuch in der Art Gallery of New South Wales lohnt sich auf jeden Fall. Neben großen internationalen Meistern gibt es zahlreiche Werke heimischer Größen wie Sidney Nolan, Frederick McCubbin, Brett Whiteley oder William Dobell zu sehen. Interessant ist die Abteilung für die Kunst der Ureinwohner Australiens und der Torres-Strait-Inseln.

Ein ausgefallenes Mitbringsel:

In Sydneys Souvenirshops kann man wirklich allerhand kurioses Zeug kaufen, aber das Schrulligste ist der Aussie Kangaroo Scrotum Bottle Opener. Ja genau, es handelt sich dabei um einen Flaschenöffner mit einem Griff aus echtem Känguruhoden. Noch Fragen?

Die Fragen stellte Julia Stanek

insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
linus40 29.12.2011
1.
Zitat von sysopSchöner als in Sydney kann man nicht Silvester feiern - denn was ist spektakulärer als das Feuerwerk über der Harbour Bridge? Autor Armin Tima hat die besten Tipps, wie man den Jahreswechsel in Australiens Metropole unvergesslich macht. Städtetipp Sydney: Feuerwerk mit Barbie - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise (http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,805973,00.html)
Artiekl kann ich nur bestätigen und noch einen Tip ergänzen: Wir sind von Balls Head Reserve während des Feuerwerks ins Taxi gestiegen (wenn's vorbei ist, bekommt man keins mehr!) und auf die andere Seite gefahren. Der Taxifahrer hat dann mitten auf der Harbour-Bridge gestoppt, um das Ende des Feuerwerks dort zu erleben. Wirklich exclusiv! Und dass Sidney nicht die Hauptstadt von Australien ist, sollte inzwischen bekannt sein. Abgesehen davon fing das ganze Unglück ja mit dem Umzug in Deutschland von Bonn nach Berlin an. Die schönen Milliarden hätte man besser einsetzen können.
melcsi 31.12.2011
2. Mutter Natur
Hier noch ein kleiner Hinweis: Bevor man sich seinen Aussichtspunkt aussucht, sollte man checken, aus welcher Richtung der Wind kommt. Letztes Jahr hatten wir einen super Blick auf die Brücke, mußten jedoch beim Start feststellen, daß der Rauch der Feuerwerksraketen direkt in unsere Richtung gepustet wurde. Am Ende sahen wir mehr vom Feuerwerk in Darling Harbour als von der Sydney Harbour Bridge. Uebrigens, es gibt zusätzlich ein Feuerwerk um 21 Uhr für Familien. Damit die kleineren Kinder auch etwas zu sehen bekommen.
Brigitte68 06.01.2012
3.
hallo, Wowwww ich kann mir gut vorstellen das es ein traumhaftes Feuerwerk gewesen sein muss! Doch leider habe ich das noch nicht erlebt
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