Stuttgart-Panoramen Der andere Schwabenblick

Eisbären, Seenymphen, riesige Freiluftstehlampen: Neue Einblicke in eine oft verkannte Stadt vermittelt ein soeben erschienener Bildband des Fotografen A.T. Schaefer. Seine Panoramabilder zeigen vertraute und unbekannte Ansichten der Schwabenmetropole in ungewöhnlicher Form.


"Um eine Stadt zu beschreiben, genügen Worte nicht." So beginnt Stuttgarts ehemaliger Oberbürgermeister und bis heute heimliches Stadtoberhaupt Manfred Rommel die Reflexion über seine Heimat. Gesellschaftliches Bewusstsein, Weltläufigkeit und dennoch Bodenständigkeit - diese Qualitäten sieht er bei seinen Mitbürgern. Rommels Text ist die Einleitung zu einem neuen Bildband im Verlag Edition Braus: "Stuttgart-Panorama" heißt das schön gestaltete Buch im Querformat, das auf 128 Seiten 70 Panorama-Farbbilder aus der Schwabenmetropole und ihrem Umland präsentiert. Ähnliche Bildbände erscheinen im selben Verlag zu Berlin, Frankfurt, Hamburg und München.

Aber Stuttgart fällt im wahrsten Sinne aus der Reihe, weil die Stadt am Neckar bundesweit immer schon weniger Aufmerksamkeit und vor allem weniger Wertschätzung erfahren hat als andere deutsche Großstädte. Um so eindrucksvoller sind die Ansichten, die Fotograf A.T. Schaefer zeigt. Neben vertrauteren Motiven wie Schlossplatz, Staatstheater und Cannstatter Wasen eröffnet er dem Betrachter neue Blicke auf Abseitiges: etwa einen Seerosenteich im Zoo Wilhelma, einen Ausstellungsraum der Neuen Staatsgalerie oder einen Parkplatz bei Nacht, auf dem das "heiligs Blechle" der Schwaben von überdimensionierten Stehlampen beleuchtet wird. Die besondere Perspektive ergibt sich dabei aus dem Sonderformat, das fast schon dem Blickfeld des menschlichen Auges gleicht.

So entsteht das Bild einer Stadt, die zugleich die Leichtigkeit eines fast schon mediterranen Lebensgefühls und die manchmal überfleißige Anpackermentalität der Schwaben verkörpert.

har

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